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Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess G'tt kündigte Awraham an, dass er Sodom und Amora zerstören wird, denn die Bewohner waren schlechte Menschen. Laut dem Midrasch war es verboten, Wohltätigkeit zu üben, oder Gäste zu beherbergen. Daraufhin beginnt Awraham zu verhandeln, und versucht G'tt zu überreden, die Städte im Verdienst von 50, 45, schließlich sogar nur noch 40, 30, 20 oder 10 Gerechten zu verschonen.
Wieso hat sich Awraham so sehr für diese Bösewichte eingesetzt? Wenn wir eine schlechte Person verurteilen wollen, müssen wir uns zuerst fragen, ob wir die Situation hätten ändern können, ob wir also vielleicht für das Verhalten der Person verantwortlich sind. Man soll also gewissermaßen ein schlechtes Gewissen haben, und sich deshalb für diese Person einsetzen.
Ein Rosch Jeschiwa wollte einmal einen sehr schlechten Schüler, der auch die anderen störte, rauswerfen. Er beriet sich davor aber mit dem Chason-Isch, der ihn fragte, ob er ihn wirklich so einfach auf die Straße werfen, und ihm damit die Zukunft verbauen wolle. Er fragte ihn, ob er wirklich alles versucht und ein reines Gewissen habe. Es stellte sich heraus, dass der Rosch Jeschiwa nicht täglich mit dem Schüler lernte, weil er dafür keine Zeit hatte. Er erklärte sich bereit, einmal täglich mit ihm zu lernen, und sprach auch mit ihm. Schlussendlich kam der Schüler auf den rechten Weg zurück und wurde ein Talmid Chacham.
Wir lernen daraus, dass wir, so wie unser Vorvater Awraham, schlechte Leute nicht verurteilen sollen, sondern uns im Gegenteil fragen sollten, ob wir dafür verantwortlich sind, und was wir daran ändern können. Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
Es ist die Eigenschaft eines Zaddik, wenig zu reden und viel zu tun. Die Eigenschaft eines Rascha dagegen ist es, viel zu reden und oft nicht einmal wenig zu tun.
Man sieht das sehr schön am Vergleich zweier Episoden aus der Tora. In der Parascha dieser Woche bekommt Awraham Besuch von drei Engeln, die er aber zunächst als Menschen wahrnimmt. Sofort bittet er sie, einzutreten, ein Stück Brot zu essen, um dann den Weg fortzusetzen. Doch in Wirklichkeit serviert er seinen Gästen ein wahres Festmahl: Er schlachtet drei Kälber, um jedem Gast eine Kalbszunge anbieten zu können. Sein Frau Sarah bittet er, Kuchen zu backen. Als Vorspeise gibt es außerdem noch Milch und Butter. Ganz gegenteilig verhält sich Efron, von dem Awraham in der Parascha der nächsten Woche eine Höhe als Familiengrabstätte kaufen möchte. Obwohl er zuerst betont, dass er dem hochangesehenen Awraham die Höhle schenken möchte, verlangt er schlussendlich einen sehr hohen Preis.
Zaddikim schaffen es, viel zu tun, in dem sie sich immer beeilen, gute Taten zu tun. Das sieht man auch in der Beschreibung des Besuchs der drei Engel bei Awraham: In Zwei Pssukim (Versen) wird dreimal der Ausdruck "Beeilen" und einmal der Ausdruck "Laufen" benutzt, denn Awraham bemühte sich, die Mizwa der Gastfreundschaft so schnell und so gut wie möglich zu erfüllen.
Über Raw Schach s.A. ist überliefert, dass er einmal nach einer Operation längere Zeit bettlägerig war. Doch die Ärzte versicherten ihm, dass er schon bald wieder gehen können werde. Doch er verneinte das mit der Begründung: "Ich bin in meinem Leben noch nie gegangen. Ich bin immer nur gelaufen, um so viele Mizwot wie möglich zu erfüllen."
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
Die dieswöchige Parascha beginnt mit der Erzählung, als G'tt Awraham "in den Gebieten von Mamre" besuchte. Raschi erklärt dazu, dass Mamre derjenige war, der Awraham bezüglich der Beschneidung (die am Ende der letzten Parascha stattgefunden hatte) beraten hat. Dazu stellt sich natürlich die Frage, wieso Awraham sich mit jemanden beraten musste, wenn er den ausdrücklichen Befehl von G'tt hatte, sich zu beschneiden.
Eine Erklärung besagt, dass Awraham mit Mamre verbündet war. Da sie sich gegenseitig auch militärische Unterstützung im Angriffsfall zugesagt hatten, musste er es mit Mamre besprechen, bevor er sich mutwillig schwächte.
Eine andere Erklärung besagt, dass Awraham den Vorwurf vermeiden wollte, er handle voreilig und unbedacht. Aus dem selben Grund vergingen zwischen dem Befehl G'ttes zur Darbringung von Jizchak als Opfer bis zur Darbringung drei Tage, in denen Awraham genügend Zeit gehabt hätte, darüber nachzudenken und es sich anders zu überlegen.
Gedanken zur Parascha 2006 von Raw Pardess
Am Ende der Parascha wird von der (nicht durchgeführten) Opferung Jizchaks erzählt. Anschließend wird erzählt, dass Milka, Awrahams Schwägerin, Kinder geboren hat, und es werden die Namen ihrer Kinder und Enkel aufgezählt. Es stellt sich die Frage, weshalb dieser Stammbaum von Awrahams Bruder Nachor Erwähnung in der Tora findet. Raschi erklärt zwar, dass dies nötig ist, weil Rivka (eine Enkelin Nachors) die Ehefrau Jizchaks werde wird, aber auch diese Erklärung lässt offen, wieso der Stammbaum nach Rivkas Geburt weiter aufgezählt wird. Außerdem ist die genaue Formulierung interessant: "auch Milka hat geboren ...". Wie ist das Wort "auch" in diesem Kontext zu verstehen?
Nachor und sein Bruder Awraham wurden zur selben Zeit geboren. Auch Nachors Frau Milka war ungefähr in Sarahs Alter. Sie war also, sowie Sarah, nicht mehr in einem Alter, in dem Frauen normalerweise noch Kinder gebären. Der Midrasch erzählt, dass zu der Zeit, als Sarah das Wunder geschah, dass sie in hohem Alter noch einen Sohn bekam, auch anderen Frauen dieser Wunder widerfuhr. Daher steht in der Tora, dass Milka "auch" Kinder gebar.
Wenn etwas außergewöhnliches passiert, wenn ein Wunder offensichtlich wird, muss man darauf reagieren. Man muss versuchen, näher zu G'tt zu kommen, sich zu erhöhen. Nach der Akedat Jizchak (Opferung Jizchaks), bei der ein Mensch ein unvorstellbares Maß an G'ttvertrauen bewiesen hat, hätte man sich vorstellen können, dass dies in der ganzen Welt beachtet und respektiert wird, und dass die Leute darauf reagieren, in dem sie sich G'tt nähern. Stattdessen nahm alles seinen gewohnten Lauf, und auch in Awrahams Familie nahm alles seinen Lauf, was durch die Erzählung von Nachors Nachwuchs verdeutlicht wird.
Wenn man allerdings die Augen öffnet, nachdem man Zeuge eines Wunders wurde, wird man sich G'tt nähern.
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