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Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess In der Parascha dieser Woche wird vom Verkauf des Erstgeburtsrechts von Esaw an Ja'akow erzählt. Dieser Verkauf fand am selben Tag statt wie der Tod Awrahams. Ja'akow bereitete für seinen trauernden Vater Jizchak gerade ein Linsengericht vor, als sein hungriger und müder Bruder Esaw ihm sein Erstgeburtsrecht für eine Portion Linsen verkaufte. Die Tora erwähnt bei dieser Erzählung zweimal, dass Esaw müde war. Raschi erklärt, dass er müde war, weil er gerade Nimrod getötet hatte. Welche Bedeutung hat es, dass Awraham und sein großer Widersacher Nimrod, der ihn und seinen Bruder ins Feuer schickte und gegen G'tt kämpfte, gleichzeitig verstorben sind?
Im Leben hat alles zwei Seiten: Es gibt gut und böse, rein und unrein, heilig und profan. So wie es einen bösen Trieb gibt, gibt es auch einen guten Trieb. Und diese beiden Triebe stehen immer auf einer Höhe. Als zum Beispiel den Menschen die große Lust auf Götzendienst genommen wurde, wurde ihr im selben Ausmaß auch die Prophetie weggenommen. Als nun Awraham, der größte Zaddik seiner Zeit, der seine Mitmenschen G'tt näher brachte, gestorben ist, schied gleichzeitig sein Widerpart Nimrod, der seine Mitmenschen zum Sünden verleitete, aus dem Leben, denn alles im Leben hat zwei Seiten. Wenn ein großer Zaddik die Welt verlässt, muss sich auch das Böse auf der Welt im selben Ausmaß veringern, da sonst das Gleichgewicht gestört wäre. Denn wenn es nur noch ein großes positives oder ein großes negatives Vorbild in der Welt gäbe, wäre auch der freie Wille der Menschen beeinträchtigt. Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche erhält Ja'akow durch eine List den Segen, den sein Vater Jizchak eigentlich seinem älteren Sohn Esaw geben wollte. Ja'akows und Esaws Mutter Riwka erfährt durch eine Prophezeiung, dass Esaw Ja'akow deshalb töten will. Sie ruft Ja'akow zu sich und trägt ihm auf, das Land zu verlassen und zu seinem Onkel Lawan nach Charan zu gehen, um vor der Rache Esaws sicher zu sein. Anschließend geht sie zu Jizchak, um ihn davon zu überzeugen, dass Ja'akow das Land verlassen muss. Sie begründet diese Idee aber diesmal ganz anders: Ja'akow muss eine Frau zum Heiraten finden, und sie will nicht, dass er eine Frau der ortsansässigen Bevölkerung nimmt. Stattdessen soll er in Charan, bei seiner Familie, eine geeignete Ehegattin finden. Beide Gründe, die Riwka genannt hat, sind natürlich zutreffend und gut. Trotzdem stellt sich die Frage, weshalb Riwka den wahren ursprünglichen Grund für ihre Überlegung vor ihrem Mann geheimhalten wollte. Aus dem Text der Tora ergibt sich, dass Jizchak die Prohpezeiung, dass Esaw Ja'akow töten will, nicht erhalten hat. Riwka wollte ihn vor der unangenehmen Feststellung bewahren, dass G'tt ihm anscheinend eine Information vorenthält, die sie selbst erhalten hat. Dieses Verhalten war nicht nur für Riwka angemessen. Vielmehr sollten wir aus dieser Stelle der Tora lernen, dass man anderen gegenüber nicht grundlos zeigen soll, dass man etwas kann oder weiß, das sie nicht wissen, denn es könnte das Gegenüber beschämen oder verärgern.
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
In Paraschat Toldot möchte Jizchak seinen erstgeborenen Sohn Esaw segnen. Doch Jizchaks Frau Rivka weiß, dass der Segen Ja'akow gebührt und trägt diesem daher auf, sich als Esaw zu verkleiden, um den Segen von seinem Vater zu bekommen. Jizchak war verwirrt, er hörte die Stimme Ja'akows, aber er spürte die behaarte Haut Esaws. Da er blind war, wusste er nicht, wer vor ihm stand. Also sagte er: "Tritt doch heran und küss mich, mein Sohn!" In der Tora steht weiter: "Da trat er heran und küßte ihn. Und als er den Geruch seiner Kleider roch, da segnete er ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch eines Feldes, das Haschem gesegnet hat." Raschi sagt, dass Jizchak hier den Geruch des Gan Eden (Paradies) roch. Doch zu dieser Stelle drängen sich zwei Fragen auf: 1. Jizchak sagt: "Siehe, der Geruch". Doch einen Geruch kann man nicht sehen. 2. Wem sagt Jizchak den letzten Satz? Würde er Ja'akow ansprechen, würde er ja nicht in der dritten Person über ihn sprechen.
Wie bereits erwähnt war Jizchak blind, wie es etwas weiter vorne in der Tora steht: "Und es geschah, als Jizchak alt geworden und seine Augen trübe waren, so dass er nicht mehr sehen konnte." Der Grund für seine Bildheit war, dass G'tt nicht wollte, dass er sieht, wie schlecht sein Sohn ist, und darüber bekümmert ist. Mit dieser Erklärung werden auch unsere zwei Fragen beantwortet: Nicht Jizchak, sondern G'tt spricht den Satz. Die Blindheit war nur, damit Jizchak Esaw nicht sehen muss; aber als dieser wunderbare Sohn vor Jizchak stand, öffnete G'tt ihm die Augen, und sagte: Schau ihn dir an, dies ist der Sohn den du segnen sollst! Möge uns G'tt den S'chut geben, dass wir sehen, wie unsere Kinder dem richtigen Weg folgen, ins Beit Haknesset kommen und Mizwot halten!
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