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Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess Als sich Ja'akow auf den Weg zurück zu seinen Eltern machte, war er besorgt, dass sein Bruder Esaw ihm immer noch nach dem Leben trachten könnte. Daher schickte er Geschenke voraus, betete, und bereitete sich auf einen Kampf vor. Die letzten beiden Maßnahmen sind verständlich, und jeder würde sie wahrscheinlich in dieser Situation setzen. Es war aber auch wichtig, dass Ja'akow Geschenke schickte, denn wenn man von jemanden etwas erhält, ist man beeinflusst, selbst wenn man sich versucht einzureden, dass man unbefangen und neutral bleibt. Das ist auch der Grund, weshalb das jüdische Recht sehr strenge Befangenheitsregeln für Richter kennt.
Die Tora berichtet uns aber nicht nur, dass Ja'akow Geschenke schickte, sondern auch die genaue Menge der einzelnen männlichen und weiblichen Tiere der verschiedenen Arten. Raschi erklärt, dass das Verhältnis der jeweiligen männlichen zu den weiblichen Tieren so ausgewählt war, dass sich die Tiere optimal vermehren konnten. Denn hätte er einfach eine große Menge an Tieren, oder andere Geschenke geschickt, wäre dieses Geschenk irgendwann aufgebraucht gewesen, und der tiefe, innere Hass Esaws wäre wieder hervorgetreten. Dadurch, dass sich Ja'akows Vieh in Esaws Besitz generationenlang fortpflanzte, wurde dieser ständig an das Geschenk seines Bruders erinnert und lies Ja'akow tatsächlich bis zu dessen Auswanderung nach Ägypten in Ruhe.
Wir können das auch für unser Leben verwenden: In einem Streit zwischen zwei Menschen verlieren meistens am Ende beide. Anstatt sich zu streiten sollte man besser dem anderen etwas geben, ihn so beruhigen, und versuchen, so schnell wie möglich wieder zu einem friedlichen Zusammenleben zu kommen. Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche lässt Ja'akow Esaw ausrichten, dass er "Stier und Esel" erworben hat. Raschi erklärt, dass damit Stiere und Esel gemeint sind. Es sei üblich, die Einzahl zu verwenden, wenn man die Mehrzahl meint. Im Übrigen lässt sich auch auf Deutsch die Verwendung der Einzahl so erklären.
Man kann die Verwendung von Stier und Esel in der Einzahl aber auch anders erklären: In Paraschat Wajechi wird Sewulun von Ja'akow als "Esel" bezeichnet. Raschi erklärt, dass Sewulun das Joch der Tora wie ein starker Esel trägt, dem eine schwere Last aufgeladen wird. In Paraschat Wesot Habracha wird Josef mit einem Stier verglichen, der für die (Überwindungs)kraft und damit für die Heiligkeit Josefs steht. Ja'akow will nach dieser Erklärung Esaw also wissen lassen: "Falls es zu einem Kampf kommt, bin ich gerüstet, denn ich habe mit Sewulun das Joch der Tora, und mit Josef die Kraft der Heiligkeit, gegen die vereint niemand etwas ausrichten kann."
Raschi erklärt später in der Parascha Ja'akows Taktik: Er schickt Esaw Geschenke, um ihn Milde zu stimmen, dann betet er, und als letzte Möglichkeit lässt er sich den Kampf offen. Aber die Tora scheint dem zu widersprechen. Erstens haben wir gesehen, dass in der Meldung, Ja'akow habe "Stier und Esel erworben" bereits eine gewisse Kriegsdrohung steckt, und außerdem besteht Ja'akows erste Handlung darin, seine Gruppe in zwei Lager aufzuteilen, um sie auf einen drohenden Krieg vorzubereiten. Tatsächlich war Ja'akows Taktik, zuerst zu besänftigen, und dann zu kämpfen. Aber trotz seiner Geschenke, und trotz seiner Gebete, hat er sich von Anfang an auf einen Kampf eingestellt. Deshalb hat er seine Familie in zwei Gruppen geteilt, und deshalb hat er seinen Bruder Esaw auch von Anfang an wissen lassen, dass er einen Kampf nicht fürchtet, denn "Stier und Esel habe ich erworben."
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
Um Esaw zu besänftigen, der ihn töten wollte, schickte Ja'akow ihm Vieh als Geschenk entgegen ("er schickte Herde für Herde"). Raschi erklärt die Formulierung so: Ja'akow befahl - um Esaws Gier zu befriedigen - zwischen den einzelnen Tiergruppen Abstände zu lassen, sodass Esaw jedes Mal, wenn eine Gruppe ankam, am Horizont schon die nächste sehen konnte. So wirkte das Geschenk reichhaltiger, als es war. Dieses Geschenk stellte Esaw zufrieden. Doch was war es eigentlich, was ihn zufrieden stellte, woran er sich satt sah? Es waren die Abstände zwischen den Viehherden, die er eigentlich sah, also das buchstäbliche Nichts. Dies ist der Unterschied zwischen Esaw und Ja'akow. Esaw interessiert das Äußere, die Verpackung, der Anschein. Aber Ja'akow schaut tiefer, er sieht auch das Innere der Dinge.
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