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Paraschat Mikez

Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

In der Parascha dieser Woche erklärt Josef dem Pharao seinen Traum, nachdem dessen Wahrsager und Berater bereits daran gescheitert sind. Noch am selben Tag wird Josef vom Pharao aus dem Gefängnis entlassen, geehrt und zum Vizekönig des Ägyptischen Reiches ernannt. Es fällt die große Eile auf, in der sich das Blatt für Josef zum positiven wendet, nachdem er zuvor 12 Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen ist.

Der Maharal erklärt, dass übernatürlich, offene Wunder schnell geschehen. So geschah der Auszug aus Ägypten nach jahrhundertelanger Versklavung auch überraschend schnell, in einer Nacht. Dem Volk wurde sogar geboten, marschbereit den ersten Sederabend zu begehen, damit man umgehend das Land verlassen konnte. Dementsprechend musste auch die Erlösung Josefs schnell und ohne Verzögerungen ablaufen.

Eine andere Erklärung besagt, dass jedes Leiden und jede Prüfung auf der Welt eine genau bestimmte Zeit hat. Es gibt keine Verzögerungen, auch nicht im kleinsten Bereich. Josefs genau bemessene Zeit der Gefangenschaft ist an diesem Tag, der Midrasch sagt, dass es Rosch Haschana war, zu Ende gekommen. Deshalb musste in sehr schneller Zeit aus dem gefangenen Knecht ein ehrwürdiger Vizekönig werden.

Gedanken zur Parascha 2007
von Raw Pardess

Pharao hat zwei Träume. Beim ersten steht er am Nil, als plötzlich sieben fette Kühe aus dem Wasser steigen, und grasen. Dann tauchen sieben magere Kühe auf und fressen die fette Kühe auf. Im zweiten Traum verschlucken sieben magere Ähren sieben fette. Nachdem kein Traumdeuter Pharaos Traum deuten kann, wird schließlich Joseph aus dem Gefängnis geholt. Pharao erzählt ihm seinen Traum, und er kann ihn auch tatsächlich richtig deuten.
Zu dieser Episode stellen sich zwei Fragen:
1. Als Pharao Joseph den Traum erzählt, wiederholt die Tora die Geschichte, anstatt einfach zu schreiben: "Pharao erzählte Joseph den Traum". Wie wir wissen, steht in der Tora nichts Überflüssiges, jedes Wort hat seine Bedeutung. Daher muss es auch dafür eine Erklärung geben.
2. Woher weiß Pharao, dass Josephs Deutung die richtige ist?

Der Chatam Sofer erklärt, dass die erste Frage die zweite beantwortet: In Wirklichkeit erzählt Pharao Joseph eine abgewandelte Version seines Traumes. Joseph aber ignoriert das; er deutete den wirklichen Traum. Damit war für Pharao klar: dieser Mann ist ein Mann G'ttes, und die Deutung muss dementsprechend stimmen.

Am Ende von Josephs Prophezeiung erklärt dieser auch, weshalb Pharao zwei sehr ähnliche Träume träumte: Die prophezeiten Ereignisse sollten sofort eintreten, G'tt hatte es schon sehr eilig damit. Das bedeutet, dass der zweite Traum sozusagen die Zeit bestimmt, in der der Traum in Erfüllung gehen soll.
Bei der Deutung des ersten Traums sagt Joseph: "die sieben fetten Kühe sind sieben Jahre" und "die sieben mageren Kühe sind sieben Jahre." Bei der Deutung des zweiten Traums sagt er aber: "die sieben fetten Ähren sind sieben Jahre" und "die sieben mageren Ähren - es werden sieben Hungerjahre kommen."

Der Gaon von Wilna erklärt den Unterschied so: Die Hungerjahre dauerten in Wirklichkeit nicht sieben, sondern nur zwei Jahre; als Ja'akow nach Ägypten kam, hörte die Hungersnot sofort auf. Da der zweite Traum, wie vorher gesagt, die Zeitangabe für die Prophezeiung beinhaltet, steht beim zweiten Traum nicht "die sieben mageren Kühe sind sieben Jahre", was bedeutet hätte, dass gleich sieben Hungerjahre folgen werden, sondern es steht: "die Hungerjahre werden kommen", also anders als der restliche Trauminhalt, nicht sofort. Und tatsächlich folgten die restlichen fünf Hungerjahre in Ägypten dann viele hundert Jahre später.