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Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess In der Parascha dieser Woche schickt Josef seinem Vater große Mengen an Tieren, darunter auch zehn Esel. Der Maharal von Prag stellt die Frage, weshalb die Tora erwähnt, dass es genau zehn Esel sind. Jeder Mensch hat einen freien Willen, der es einem prinzipiell überlässt, zu tun oder zu unterlassen, was man für richtig hält. Doch diese freie Wille bezieht sich nur auf das Schicksal einer Einzelperson. Für das ganze Volk gibt es einen allgemeinen Plan, der zum Beispiel das ägyptische und das babylonische Exil vorsah. Innerhalb dessen kann jede Person für sich entscheiden, wie sie mit einer Entwicklung umgeht und ob sie daran beteiligt ist. Verhindern kann man die Erfüllung des Plans allerdings nicht.
Dementsprechend war es unvermeidlich, dass das ganze Volk, zum damaligen Zeitpunkt die Familie Ja'akows, nach Ägypten auswandern wird. Natürlich hätten sich die Brüder anständiger verhalten können, und es ist nicht zu rechtfertigen, dass sie ihren Bruder verkauft haben. Dennoch wäre die Geschichte im Endeffekt nicht anders verlaufen, wenn sie sich korrekt verhalten hätten. Sie werden daher mit Eseln verglichen, die nicht wissen, was sie transportieren. Josef schickte Ja'akow zehn Esel, um ihm zu symbolisieren, dass seine zehn älteren Brüder wie Esel nur etwas transportierten, das ihnen aufgeladen wurde, ohne dass sie wussten, was sie damit eigentlich bewirken, und ihn damit zu beruhigen. Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess Ja'akow erfährt nach 22 Jahren, in denen er dachte, dass sein Sohn Josef tot sei, dass er doch lebt und Herrscher über Ägypten ist. Er macht sich sofort auf den Weg nach Ägypten, und als die beiden sich nach so langer Zeit wieder sehen, umarmt und küsst Josef seinen Vater. Ja'akow aber umarmt und küsst seinen Sohn nicht. Raschi erklärt, dass er "Schma Israel" sagte. Es ist aber schwer zu verstehen, weshalb Ja'akow es genau in diesem Moment sprechen musste. Falls zu diesem Zeitpunkt gerade die Zeit zum "Schma" sagen begonnen hat, hätte Josef es ebenfalls sagen müssen, und ansonsten wären beide nicht dazu verpflichtet. Es gibt den Grundsatz, dass jemand, der mit einer Mizwa beschäftigt ist, von der Erfüllung anderer Mizwot befreit ist. Da Josef, der seinen Vater 22 Jahre nicht gesehen hat, gerade mit der Mizwa seinen Vater zu ehren beschäftigt ist, muss er im Gegensatz zu Ja'akow nicht das "Schma" sagen. Im "Schma Israel" kommen zwei Namen G'ttes vor. Einer steht für Barmherzigkeit, während der andere für Gerechtigkeit steht. Im "Schma Israel" wird ausgedrückt, dass "Haschem" und "Elokim", also der G'tt der Barmherzigkeit und der G'tt der Gerechtigkeit, ein und der selbe sind. Es drückt dass vollkommene Vertrauen darin aus, dass alles, was G'tt tut, barmherzig und gerecht ist. Genauso, wie man einem Arzt oder einem Apotheker vertraut, dass ein verschriebenes Medikament wirkt, obwohl es genauso schädlich oder gar tödlich sein kann, drücken wir mit dem "Schma" das unbedingte Vertrauen darin aus, dass G'ttes Wege einerseits gerecht, andererseits aber auch barmherzig sind, auch wenn es so scheinen mag, als würde man grundlos leiden. Eine andere Erklärung zur oben gestellten Stelle besagt, dass Ja'akow in diesem Moment, als er sieht, dass Josef tatsächlich noch lebt, den ganzen g'ttlichen Plan versteht. Er sieht, dass die Prophezeiungen in Josefs Träumen richtig waren, und dass der Verkauf Josefs seinen Grund hatte. Er drückt es aus, in dem er das "Schma Israel" sagt und damit deklariert, dass der einzige G'tt gerecht und barmherzig ist, und alle Leiden, die er und sein Sohn erlitten haben, zum Guten waren. Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess Als Ja'akow dem Pharao vorgestellt wird, fragt ihn dieser, wie alt er ist. Ja'akow antwortet, dass er 130 Jahre alt ist, und dass sein Leben "kurz und schlecht" war, und dass er das Lebensalter seiner Eltern nicht erreichen wird. Dazu stellen sich einige Fragen: Der Pharao hat Ja'akow nur gefragt, wie alt er ist, und nicht, ob er bisher gut gelebt hat. Weshalb hat Ja'akow das überhaupt erzählt? Wieso dachte er, dass diese Informationen den Pharao interessieren könnten? Wir wissen doch, dass alles, was G'tt uns gibt, letztenendes zum Guten ist. Ja'akow muss doch gewusst haben, dass auch sein - zweifellos schweres - Leben nicht schlecht war. Als Awraham von G'tt gesagt wurde, dass seine Nachfahren 400 Jahre in einem fremden Land leben und dort Sklaven sein werden, betete Awraham, dass die Zeiten, in denen er, sein Sohn Jizchak und sein Enkel Ja'akow bei Fremden leben werden, zu diesen 400 Jahren zählen sollen. Sein Gebet wurde erhört, und die Juden mussten tatsächlich nur 210 Jahre in Ägypten verbringen. Aus diesem Grund wird in der Tora auch immer betont, dass Jizchak und Ja'akow bei Fremden "wohnten", ein Wort, dass im Hebräischen mit dem Wort für "Fremder" verwandt ist. Als der Pharao Ja'akow nun fragte, wie alt er sei, betonte er in seiner Antwort, dass er 130 Jahre lang gelitten hat, damit klar ist, dass seine Lebensjahre von den 400 Jahren im Exil abgezogen werden. Gedanken zur Parascha 2006 von Raw Pardess Nachdem Josef seinen Brüdern seine wahre Identität offenbart hatte, trug er ihnen auf, Ja'akow, ihren Vater, nach Ägypten zu holen, da im Lande Israel eine Hungersnot herrschte. Er richtete ihm aus: "Du wirst im Lande Goschen leben und du wirst mir nahe sein - du, deine Kinder, deine Enkel." Josef lebte aber nicht in Goschen. Der Ramban erklärt, dass Josef seine Familie in Goschen ansiedelte, weil es anders als der Rest Ägyptens nicht von Götzendienst verunreinigt war. Aber weshalb sagt Josef, dass Jaakow ihm "nahe" sein werde? Josef meinte die Nähe nicht körperlich, sondern geistig. Wenn Ja'akow mit der ganzen Familie nach Ägypten gekommen wäre, hätte er es dort sehr schwer gehabt, seine Kinder und Enkel jüdisch zu erziehen, in einem Land das voller Götzendienst ist. Da sie sich in Goschen ansiedelten, konnte Josef seiner Familie geistig nahe bleiben, in dem sie alle G'tt und der Tora treu blieben. Dann werden "er, seine Kinder und seine Enkel" heilig bleiben: Und die Gmara sagt: Wennn drei Generationen heilig sind, wird es weiterhin so bleiben.
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