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Paraschat Schmot

Gedanken zur Parascha 2010
von Raw Pardess

Einige werfen Mosche vor, dass er bei seiner Flucht nach der Tötung eines Ägypters von den Töchtern Jitros als Ägypter bezeichnet wurde. Anscheinend ist er ihnen als Ägypter entgegengetreten, war wie ein solcher gekleidet, und hat anscheinend auch Ägyptisch gesprochen.

Es gibt im Midrasch das Gleichnis von einem Mann, den ein Skorpion gebissen hat. Als Erste-Hilfe-Maßnahme lief er sofort zum nächsten See um die Wunde auszuwaschen. Dort entdeckte er ein kleines Kind, das am Ertrinken war. Natürlich rettete er es, weshalb ihm das Kind sehr dankbar war. Doch der Mann wehrte ab und meinte, dass der Skorpion es gerettet hat. Denn ohne den Skorpion wäre er nie zur richtigen Zeit an diesen Ort gekommen. Nach diesem Gleichnis war mit dem "Ägypter", den die Töchter Jitros sahen, und der sie rettete, nicht Mosche gemeint, sondern der Ägypter, den er getötet hatte, und wegen dem er nun bei Jitro angekommen ist.


Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

Nachdem er einen ägyptischen Aufseher zur Rettung eines jüdischen Vorarbeiters getötet hat, flieht Mosche nach Midjan. Dort hilft er sieben Schwestern, die die Schafe ihres Vaters tränken wollen, und dabei von fremden Hirten gestört wurden. Als die Schwestern zu ihrem Vater zurückkommen, erzählen sie ihm: "Ein ägyptischer Mann hat uns aus der Hand der Hirten gerettet." Wir müssen verstehen, weshalb die sieben Schwestern Mosche hier einen ägyptischen Mann nennen, wenn wir davon ausgehen, dass Mosche nicht verheimlicht hat, dass er Jude ist.

Eine Erklärung besagt, dass die Schwestern vom Äußeren, also der Kleidung und der Sprache des fremden Mannes auf seine Herkunft geschlossen haben, oder einfach angenommen haben, dass er Ägypter ist, da er ja soeben aus Ägypten gekommen ist.

Eine andere Erklärung bietet dieses Gleichnis: Ein Kaufmann wurde einst von einer giftigen Schlange gebissen und ging sofort zum nächsten Fluss, um dort die Wunde auszuwaschen. Im Fluss war gerade ein Mann am ertrinken, den er natürlich sofort rettete. Der gerettete Mann bedankte sich überschwänglich, doch der Kaufmann wehrte ab: "Nicht ich habe dich gerettet, sondern die Schlange." Er klärte den sehr überraschten Mann darüber auf, dass er nur wegen eines Schlagenbisses überhaupt zum Fluss gekommen ist, ansonsten wäre er vermutlich ertrunken.
Als Mosche die Schwestern vor den Hirten gerettet hatte, bedankten sie sich bei ihm. Doch er entgegnete, dass nicht er sie gerettet hat, sondern "ein ägyptischer Mann", wegen dessen Tötung Mosche überhaupt erst nach Midjan gekommen ist, und so die Gelegenheit hatte, helfend einzugreifen.


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

In der dieswöchigen Parascha wird Mosche von seiner Mutter in einem Korb auf dem Nil ausgesetzt, damit dieser dem Gebot des Pharao entgehen kann, wonach alle männlichen Babys der Juden getötet werden sollten. Anschließend steht, dass Mosches Schwester Miriam das weitere Schicksal ihres Bruders beobachtet.

Einerseits zeigt uns die Tora damit, dass Miriam verständliche nachvollziehbare Gefühle für ihren kleinen Bruder zeigte.
Außerdem lernt der Rambam aus diesem Passuk aber auch eine Halacha über Laschon Hara:
Miriam beweist mit ihrem vorher beschriebenen Verhalten, dass sie ihren Bruder Mosche liebt. Andererseits erzählt uns die Tora, dass sie viele Jahre später Laschon Hara (Üble Nachrede) über ihren Bruder gesprochen hat.
Daraus leitet der Rambam ab, dass Laschon Hara nicht nur aus dem Motiv des Hasses gesprochen wird, sondern durchaus auch aus Liebe zu jemandem, zum Beispiel weil man es gut meint, und denkt, dass man der Person, über die man spricht damit hilft.


Gedanken zur Parascha 2007
von Raw Pardess

Zwei Hebammen, Jochewed und Miriam, Mutter und Schwester Mosches, wird vom Pharao befohlen, alle Söhne bereits bei der Geburt zu töten, die Töchter aber am Leben zu lassen. Die beiden ignorieren den Befehl aber, und lassen alle Kinder am leben. Als Lohn dafür wird Jochewed die Ahnfrau der Kohanim und Lewi'im, und Miriam wird Vorfahrin des Königshauses von David und Schlomo. Doch weshalb erhalten sie ausgerechnet diese Belohnung?

Pharao wollte alle männlichen Nachfahren der Juden töten. Während sich die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk nach der Mutter richtet, wird die Zugehörigkeit zu den Stämmen, und damit die Festlegung, der Kohanim, Lewi'im und der Könige, nach der Position des Vaters bestimmt.
Durch den Befehl, alle männlichen Kinder zu töten, die weiblichen aber leben zu lassen, wären die jüdischen Frauen gezwungen gewesen, ägyptische Männer zu heiraten. Dadurch hätte es zwar längerfristig weiter Juden gegeben, aber keine religiöse und politische Führung der Kohanim und der Könige. Es war Jocheweds und Miriams Verdienst, dass die jüdische Führung weiter bestehen konnte, deshalb war diese Belohnung auch angemessen.
 

Gedanken zur Parascha 2006
von Raw Pardess

Die Parascha dieser Woche beginnt mit einer Aufzählung der Namen der Söhne Jakows. Es stellt sich die Frage, weshalb die Tora die Namen an dieser Stelle erwähnt, denn die Namen der Söhne Jakows sind uns schon bekannt!

Raschi erklärt, dass G'tt sein Volk so sehr liebt, dass er die Namen der Stämme so oft wie möglich erwähnt.
Der Midrasch sagt, dass drei Dinge das Überleben des jüdischen Volkes in Ägypten sicherten: Die Kleidung, die Sprache, und ihre Namen. Das ist eine weitere Erklärung zu diesem ersten Passuk der dieswöchigen Parascha: "We'ele Schmot..." - "Dies sind die jüdischen Namen", die die Juden in Ägypten bewahrten.