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Paraschat Waera

Gedanken zur Parascha 2010
von Raw Pardess


In der Parascha dieser Woche kommen die ersten sieben Plagen vor. Am Beginn der zweiten Plage steht, dass "der Frosch" kam, später ist von vielen "Fröschen" die Rede, die den Ägyptern das Leben schwer machten.

Eine Erklärung besagt, dass man öfters bei großen Mengen wieder den Singular benutzt. Auch auf Deutsch sind Formulierungen wie "Tausend Mann" manchmal zulässig.
Eine andere Erklärung besagt, dass zuerst tatsächlich nur ein Frosch gekommen ist. Als dieser getötet wurde, spaltete er sich in zwei Frösche. So ging es weiter, bis schließlich eine riesige Menge an Fröschen das Land bevölkerte. Doch es ist schwer zu verstehen, wie es soweit überhaupt kommen konnte. Nach einigen Teilungen hätte das Prinzip doch bekannt sein müssen - die Ägypter hätten nur aufhören müssen, die kleine Menge Frösche, die es am Anfang gab, zu töten, und die Plage wäre keine gewesen.
Die Antwort darauf liegt im Wesen der Wut: Jemand der aus Zorn oder Wut handelt, denkt nicht mehr genug über seine Handlungen nach. Das führte bei den Ägyptern dazu, dass sie eine verhältnismäßig kleine Plage ohne Grund massiv vergrößerten. Und es führt bis heute bei Wutausbrüchen und Streitereien dazu, dasss wir uns zu nicht mehr nachvollziehbaren Aussagen und Handlungen verleiten lassen.


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

Die ersten drei der zehn Plagen werden nicht unmittelbar durch Mosche ausgelöst, wie die anderen sieben. Diese drei gehen nämlich vom Wasser und vom Sand aus. Sowohl Wasser als auch Sand haben Mosche in der Vergangenheit bereits das Leben gerettet: Das Wasser, als er im Korb auf dem Nil ausgesetzt wurde, und der Sand, als er den erschlagenen Ägypter dort vergrub.
Es wäre deshalb undankbar gegenüber Wasser und Sand, wenn Mosche sie schlagen würde, um so das Wunder auszulösen. Deshalb überlässt er diese Aufgabe seinem Bruder Aharon.

In der Tora steht aber: "Sie taten es, Aharon hat den Sand geschlagen." Es fällt auf, dass zuerst im Plural steht, dass Aharon und Mosche etwas taten, aber dann im Singular steht, dass nur Aharon den Sand geschlagen hat.
In der Gemara steht, dass der, der verursacht, dass jemand anderer eine Mizwa ausführt, größer ist als der, der sie tatsächlich ausführt; denn beide haben einen Anteil an der Mizwa, aber der Verursacher hat zusätzlich noch den Verdienst, dass er jemand anderen zu einer Mizwa gebracht hat.

Das erklärt, weshalb die Tora uns sagt, dass Mosche und Aharon G'ttes Befehl ausführten. Erst als die Handlung konkret beschrieben wird steht, dass nur Aharon den Sand schlägt, denn Mosche kann das ja nicht tun, da ihn der Sand einmal gerettet hatte.

Auch wenn man zu einem Minjan beiträgt, hat man sehr viel mehr Verdienst, als nur das Beten im Minjan. Man führt auch neun andere Leute dazu, Kaddisch, Keduscha und andere wichtige Bestandteile des Gebets zu hören, und ist an jeder dieser einzelnen Mizwot beteiligt, und außerdem hat man noch den Verdienst, andere zu Mizwot geführt zu haben.


Gedanken zur Parascha 2007
von Raw Pardess

Haschem sagt Mosche in dieser Parascha, dass er "Awraham, Jizchak und Ja'akow" bereits erschienen ist. Raschi erklärt dazu, dass das die "Awot", die Vorväter, sind. Es stellt sich die Frage, weshalb dies an dieser Stelle erwähnt werden muss - es ist allgemein bekannt, dass Awraham, Jizchak und Ja'akow unsere Vorväter sind.

Man könnte der Meinung sein, Awraham hat von sich aus G'tt erkannt und dem Götzendienst abgeschworen. Jizchak und Ja'akow aber sind ja bereits bei Awraham aufgewachsen, deshalb war ihre geistige Entwicklung ganz selbstverständlich.
Raschi will uns aber erklären, dass jeder der drei eine eigene Entwicklung erlebt hat, für sich selbst würdig war, ein "Aw", ein Vorvater des jüdischen Volks zu sein.
Genauso muss sich jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft und von seinen Vorfahren bemühen, auf G'ttes wegen zu gehen und die Mizwot zu halten.


Gedanken zur Parascha 2006
von Raw Pardess

In der Parascha dieser Woche befiehlt G'tt Mosche zu Pharo zu gehen und von ihm zu verlangen, die Juden aus Erez Mizrajim (Ägypten) ausziehen zu lassen. Doch Mosche entgegnet, dass er das nicht kann, denn er folgert: "Wenn nicht einmal die Juden auf mich gehört haben, als ich ihnen die baldige Erlösung verkündet habe, wieso sollte es dann Pharo tun? "
Aber diese Folgerung kann nicht stimmen: Die Tora sagt uns den Grund, wieso die Juden nicht auf Mosche hörten: aus Verzweiflung und wegen ihrer schweren Arbeit; doch beides trifft auf Pharo gar nicht zu! Deswegen wird erklärt, dass die Folgerung etwas ganz anderes beinhaltete: Mosche fürchtete: "Wenn ich es nicht geschafft habe, mein Volk zu überzeugen, wie soll ich es schaffen, Pharo davon zu überzeugen, die Juden ziehen zu lassen?"