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Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche kündigt Mosche dem Pharao an, dass "ungefähr um Mitternacht" die Erstgeborenen getötet werden. G'tt hatte Mosche aber angekündigt, dass dies genau um Mitternacht geschehen würde. Raschi erklärt, dass Mosche befürchtete, dass die Ägypter den genauen Zeitpunkt von Mitternacht nicht feststellen können, und deshalb annehmen könnten, dass die Plage unpünktlich begonnen hat. Damit könnte die g'ttliche Herkunft der Plage in Zweifel gezogen werden. Um dem vorzubeugen, legte Mosche sich nicht fest und sagte nur "ungefähr um Mitternacht."
Man könnte aber eigentlich davon ausgehen, dass die Tatsache, dass von Mosche angekündigt in jedem ägyptischen Haus jeweils der älteste Sohn und andererseits sonst niemand gestorben ist, reichen müsste, um zu beweisen, dass G'tt existiert und über Mosche zu Pharao spricht. Doch die Natur eines Menschen, der den Glauben kategorisch ablehnt, bringt ihn dazu, sich manchmal in Details zu verlieren, und eindeutige Zeichen aufgrund kleiner Abweichungen zu ignorieren. Ein normaler Mensche hätte den Tod der Erstgeborenen auch einige Minuten vor oder nach Mitternacht als g'ttliche Plage akzeptiert - aber hartnäckige ägyptische Ungläubige hätten bei der kleinsten Ungenauigkeit von Mosches Prophezeiung die g'ttliche Herkunft bezweifelt. Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess
Noch bevor die letzte der zehn Plagen den endgültigen Auszug aus Ägypten einleitet, borgen sich die Juden von ihren Nachbarn teure Geräte aus. Die Ägypter borgen ihnen diese gerne, denn "G'tt gab Gunst dem Wolk in Mizrajims Augen". Und weiter steht: "Auch der Mann Mosche war im Land Mizrajim sehr groß, in den Augen der Diener Pharaos und in den Augen des Volkes."
Es fällt die klare Reihenfolge auf, in der der Passuk beschreibt, wo Mosche Ansehen genießt. Zuerst sieht der Herrscher des Landes Mizrajim, also Pharao, Mosches Größe. Dann folgen seine Diener, also die wichtigsten Minister und Beamten des Staates. Und dann, in Folge dieser Einschätzung der Elite, stieg auch Mosches Ansehen beim Volk. Dieses Modell ist ein Anzeichen für wahre Größe und bleibende Beliebtheit.
Das andere Extrem wäre zum Beispiel ein Politiker oder eine andere Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die zuerst beim Volk sehr beliebt ist. Dieser große Unterstützung und Sympathie durch die Massen kann dann dazu führen, dass die Person auch bei den Eliten Anklang findet. Doch diese Beliebtheit ist beschränkt und befristet. Sie beruht meistens nicht auf wohldurchdachten und tiefgründigen Überlegungen, sondern ist die Folge einer hauptsächlich durch Äußerlichkeiten bestimmten Massenbewunderung.
Mosche hingegen erfuhr aufrichtige Gunst, zunächst vom Pharao, und dann auch vom ganzen Ägyptischen Volk.
Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
In der dieswöchigen Parascha erlaubt Pharo den Juden aus Ägypten zu gehen, und er fragt Mosche, wer gehen wird. Mosche antwortet ihm: "Mit unsern Jungen und mit unsern Alten wollen wir gehen, [...] denn wir haben ein Fest für Haschem." Die Kommentatoren fragen zu dieser Stelle, weshalb Mosche die Jüngeren vor den Älteren nennt. In einem Notfall, wenn zum Beispiel nur ein Arzt sich um zwei Verletzte kümmern müsste, muss er zuerst den Patienten behandeln, der sich in Lebensgefahr befindet. Dieses Prinzip gilt aber nicht nur bei körperlicher, sondern auch bei geistiger Gefahr, wenn der Mensch durch die Gesellschaft und die Umgebung in seinem Glauben oder seiner Lebensführung gefährdet wird. So ein negativer Druck aus der Gesellschaft bestand nirgendwo mehr als in Agypten, zu der Zeit, als die Juden dort waren. Aber die Gefahr, dass der Aufenthalt einen schlechten Einfluss auf Älteren hat, war geringer, als dass er einen schlechten Einfluss auf die Jüngeren hat. Deshalb entschied Mosche, dass die Jüngeren zuerst gehen, und dann erst die Älteren.
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