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Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess
Nach dem zweiten Weltkrieg kam der Belser Rebbe einmal nach Tel Aviv. Dort besuchte ihn ein ehemaliger Belser Chassid, der im Krieg alles verloren hatte und vom Weg der Tora abgekommen war. Im Zuge des Gesprächs fragte der Chassid den Rebbe, wie er, nach allem, was passiert war, noch mit der Religion weiter machen könne. Das Gespräch ereignete sich in der Woche von Paraschat Beschalach, der Parascha dieser Woche. In dieser Parascha durchquert das Volk das gespaltene Meer und singt anschließend das bekannte Loblied an G'tt, das wir auch jeden Tag beim Morgengebet sagen. Der Belser Rebbe fragte den Chassid, wie die Juden damals dieses Lied singen konnten. Am Anfang der Parascha steht nach einer Erklärung von Raschi, dass nur ein Fünftel des Volkes Ägypten verließen. Die anderen 80%, die das Land nicht verlassen wollten, starben während der Plage der Finsternis. Das bedeutet, dass jeder der verbliebenen 20% irgendeinen Angehörigen verloren hatte. Dennoch sangen alle ein wunderschönes Loblied an G'tt. Die Lösung liegt im Anfang des Liedes. Dort steht: "As Jaschir", wörtlich "damals wird (Mosche) singen." Raschi erklärt, dass das eine Andeutung auf die Wiederauferstehung der Toten ist. Wir werden - nach der Erlösung - so singen, wie wir damals gesungen haben. Das beudetet, dass diejenigen, die damals, trotz der großen Verluste und der großen Trauer gesungen haben, an die Erlösung und damit an die Wiederauferstehung der Toten geglaubt haben. In diesem Bewusstsein kann man auch nach einer so großen Katastrophe Hoffnung schöpfen und einen Neuanfang versuchen. Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess
Am Anfang der dieswöchigen Parascha wird vom Auszug der Juden aus Ägypten berichtet. Mitten in der Erzählung, kurz bevor das Volk zum Roten Meer kommt, steht: "Mosche nahm die Gebeine Josefs mit sich, denn dieser hatte Jisraels Söhnen schwören lassen: G'tt wird euch bestimmt erlösen, dann nehmet meine Gebeine von hier mit euch." Diese Satz steht scheinbar ohne Zusammenhang mitten in der Beschreibung des Weges der Juden in der Wüste, und nicht an der Stelle, wo er chronologisch passen würde.
Das jüdische Volk hatte seit dem Tod Josefs eine Überlieferung, dass ein Anführer kommen wird, der das jüdische Volk aus der Knechtschaft in Ägypten führen wird. Dieser Anführer wird sich durch einen bestimmten "Code" zu erkennen geben, der von den Weisen von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Dieser Code war der Ausdruck "G'tt wird euch bestimmt erlösen." Eine Erklärung besagt deshalb, dass dieser Passuk symbolisiert, dass die Juden nur wegen dieses Codes an Mosche geglaubt haben, und deshalb der Auszug überhaupt erst möglich geworden ist.
Im Hallel steht über die Meerspaltung: "Und das Meer sah und floh." Doch was hat das Meer gesehen, dass es gleich "geflohen" ist? Der selbe Ausdruck "fliehen" begegnet uns auch bei der Geschichte von Potiphars Frau, die Josef verführen wollte. Josef konnte hier der Versuchung widerstehen und "floh und ging hinaus." Eine zweite Erklärung zum oben zitierten Passuk besagt, dass das Meer Josefs Sarg gesehen hat, und sich deshalb gespalten hat. Denn die Juden hatten sich zwar noch in Ägypten beschnitten und das Pessach-Opfer gebracht, und es so verdient, aus Ägypten auszuziehen. Aber als sie zum Roten Meer kamen, hatten sie nicht genug Verdienste, um ein so großes Wunder wie die Meerspaltung zu rechtfertigen. Doch Josef, der Jahre zuvor ohne Eltern, Familie oder sonstiges Umfeld, ganz alleine in Ägypten gelandet war, hat es dort geschafft, auch größten Versuchungen zu widerstehen, und ein g'ttesfürchtigtes Leben zu führen, ohne von den Wegen seiner Vorfahren abzukommen. In seinem Verdienst konnte es überhaupt erst zur Meerspaltung kommen. Der Passuk steht deshalb genau an dieser Stelle - direkt bevor sich das Volk zum Meer begibt - denn nur weil Mosche Josefs Wunsch erfüllt und seinen Sarg mitgenommen hat, hatte das Volk das Wunder verdient.
Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
Nach dem Auszug aus Ägypten steht das jüdische Volk am Roten Meer und singt "Schirat Hajam" (das Lied am Schilfmeer). Darin kommt folgender Satz vor: "Er ist mein G'tt, und ich will ihn preisen, der G'tt meines Vaters, und ich will ihn erheben." Die Gmara erklärt dazu, dass "erheben" in diesem Fall bedeutet, dass man die Mizwot schöner erfüllt. Man sollte versuchen, die Mizwot so schön wie möglich zu erfüllen, um G'tt zu erheben. Wieso singt das jüdische Volk dieses Lied aber ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt, während der Flucht aus Ägypten, an diesem Ort, am Schilmeer direkt nach der Meeresspaltung? Ist das der richtige Ort, um Mizwot besonders "schön" zu erfüllen? Haschem hätte uns auch anders retten können, als durch aufwendige und spektakuläre Wunder, wie die Meeresspaltung oder auch das Manna. Doch er hat es besonders "schön" ausgeführt. Zum Dank dafür bemühen wir uns, die Mizwot besonders schön zu vollbringen.
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