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Paraschat Truma

Gedanken zur Parascha 2010
von Raw Pardess

Für den Bau des Mischkan in der Wüste war eine größere Menge an Holz für den Bau der Pfeiler, die ihn umgaben, nötig. Der Midrasch Tanchuma beantwortet die Frage, woher das Volk mitten in der Wüste derartige Mengen an Holz hatte: Ja'akow hatte bei seiner Auswanderung nach Ägypten Zedern mitgenommen, die er dort einpflanzte. Er befahl seinen Söhnen und Nachfahren, dass sie diese Bäume mitnehmen sollen, wenn sie das Land verlassen werden.
Doch weshalb wurde dieser Baum in Ägypten erneut eingeplanzt? Bei guter Lagerung hätte das Holz die Zeit doch auch ohne erneutes Einpflanzen überstehen können.

Der Baum, den Ja'akow nach Ägypten mitnahm, war der selbe, den Awraham in Be'er Schewa eingeplanzt hatte, um in seinem Schatten Gäste zu bewirten und mit ihnen zu lernen. Später wurde dieser Baum auch von Jizchak und Ja'akow benutzt. Es war also wichtig, dass das Mischkan aus Holz gebaut wird, das aus Israel stammt und das Tora-Studium von großen Gelehrten unterstützt hat.
Doch der Baum wurde ja auch in Ägypten eingeplanzt. Dies war nötig, damit das Holz, das später den Grundpfeiler des Mischkan bilden sollte, nicht nur die Heiligkeit des Landes Israel und der Tora in sich trug, sondern auch die Leiden, die das Volk während der langen Zeit der Versklavung erlitten hat. So konnte es als Basis für das zentrale Heiligtum dienen.


Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

In der dieswöchigen Parascha wird vom Bau des Mischkan (Stiftszelt) erzählt. Zu Beginn wird von der Spende erzählt, die das Volk gebracht hat, um die Bauarbeiten zu finanzieren. Dabei kommt das Wort Truma (Spende) dreimal vor, entsprechend der drei Spenden, die das Volk gebracht hat: Ein halber Schekel pro Person für die Grundpfeiler, ein halber Schekel pro Person als Beitrag für die öffentlichen Opfer, und eine freie Spende nach den finanziellen Möglichkeiten für die weiteren Materialien, die für den Bau nötig sind.

Wenn man sich den Wortlaut genauer ansieht, stellt man fest, dass die beiden Spendensammlungen, bei denen jeder einen gleichen Betrag gespendet hat, von G'tt als "meine Spende" bzw. "Spende für mich" bezeichnet werden, während die dritte Spende, bei der die Reichen viel und die Armen wenig gespendet haben, nur als "Truma", Spende, bezeichnet wird.

Wenn das ganze Volk gleich viel spendet, gibt es keine Basis für Hochmut, denn jeder hat gleich viel beigetragen. Deshalb musste für die Grundpfeiler, also die Basis des Mischkan, und für die öffentlichen Opfer jeder einen hakben Schekel spenden - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Um dennoch genügend Mittel für den Bau des restlichen Heiligtums aufzubringen, wurden auch weitere freie Spenden zugelassen. Doch diese bezeichnete G'tt nicht mehr als "seine" Spenden, denn bei diesen war die Gefahr für Missgunst, Hochmut und Arroganz gegeben.


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

In der Parascha dieser Woche befiehlt G'tt den Juden, Wertgegenstände für den Aufbau des Mischkan (Stiftszelt) zu spenden: "Ihr sollt mir eine Truma (Spende) nehmen." Raschi erklärt, dass das Wort "mir" in dem Fall "für meinen Namen" bedeutet. Normalerweise bedeutet der Ausdruck "für G'ttes Namen", dass man etwas mit dem Gedanken tut, eine Mizwa oder einen g'ttlichen Befehl zu erfüllen, und nicht etwa, um für sich persönlich einen Vorteil daraus zu gewinnen.
Es gibt aber eine Ausnahme vom Grundsatz, dass man Gebote "für den Namen" erfüllen muss: Wenn man Geld spendet, ist es erlaubt, dies mit einem persönlichen Hintergedanken zu tun. Dann stellt sich aber die Frage, wieso G'tt dann anordnet, dass man die Spende "für seinen Namen" erfüllen soll.

Eine Erklärung besagt, dass diese Spende eine Ausnahme war, weil sie dazu diente, die Sünde vom Goldenen Kalb zu sühnen. Dort waren die Juden bereit, ihre Wertgegenstände herzugeben, also sollten sie es ebenfalls mit der Spende von Wertgegenständen sühnen. Deshalb waren in diesem Fall keine persönlichen Motive für die Spende erlaubt.

Der "unaussprechliche" Name G'ttes durfte nur im Tempel in Jerusalem und im Stiftszelt in der Wüste ausgesprochen werden. In diesem Sinne gibt es eine zweite Erklärung, die besagt, dass Raschi in diesem Fall wörtlich zu nehmen ist: Die Juden sollen eine Spende bringen, damit das Stiftszelt aufgebaut werden kann, damit dort dann G'ttes Name ausgesprochen werden kann; sie sollen also "für meinen Namen" spenden.


Gedanken zur Parascha 2007
von Raw Pardess

Die dieswöchige Parascha beginnt mit diesem Befehl G'ttes: "Sie sollen für mich eine Spende nehmen. Von jedem Menschen, dessen Herz sich damit beschäftigt nehmt meine Spende."
Weshalb steht zuerst "Spende" und dann "meine Spende"?

"Eine Spende" wird nach diesem Vers also zu "G'ttes Spende", sobald sich jemandes Herz damit beschäftigt. Wir lernen daraus, dass man etwas, das man für Zdaka oder für eine Spende bestimmt sofort ins Eigentum der Person übergeht, der man spenden wollte. Es ist nicht nötig, dass man es der Person übergibt - das gedankliche Bestimmen reicht aus.

Nach dem selben Prinzip wird einem eine ehrlich geplante gute Tat angerechnet, als ob man sie tatsächlich ausgeübt hätte, wenn man dann verhindert war. So wie die Spende schon mit der Bestimmung dem Unterstützten gehört, genauso wird einem eine Mizwa schon angerechnet, wenn man sich vornimmt, sie zu erfüllen.


Gedanken zur Parascha 2006
von Raw Pardess

Die Parascha handelt von den heiligen Geräten. Das erste beschriebene Gerät ist der Aron Hakodesch, in dem sich das von Mosche geschriebene Sefer Tora, die zerbrochenen Steintafeln mit den zehn Geboten und die zweiten Steintafel befinden.
Die Tora befiehlt, dass auf zwei Seiten des Aron Hakodesch je zwei Ringe angebracht werden, durch die man einen Stock steckt, damit er getragen werden kann. Die Tora befiehlt weiter, dass die Stöcke nie entfernt werden dürfen.

Weshalb sollen die beiden Stöcke im Aron Hakodesch bleiben, wenn es bereits einen fixen Platz im Tempel in Jeruschalajim gibt, und der Aron nicht mehr getragen werden muss?
Es gibt Juden, die jeden Tag den ganzen Tag ihr ganzes Leben lang Tora lernen. Diese erhalten das jüdische Volk, denn es muss immer Tora gelernt werden. Aber die Mehrheit des Volkes kann nicht so leben; sie arbeitet. Wenn aber jemand mit seinem Geld jemanden unterstützt, damit dieser Tora lernen kann, hat er einen Anteil an dieser Mizwa.

Der Chafez Chajim sagt, dass der Aron Hakodesch die Tora-Lernenden symbolisiert, und die Stöcke symbolisieren jene, die das Tora-Lernen unterstützen, sowie die Stöcke das Tragen des Aron Hakodesch unterstützen. Man soll nicht glauben, dass die zweite Gruppe weniger wichtig ist, oder einen kleineren Anteil an der Mizwa hat. Deshalb dürfen die Stöcke, also die Unterstützenden, nicht aus dem Aron Hakodesch genommen, also beiseite gestellt werden.