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Paraschat Tezawe
Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

Am Beginn der dieswöchigen Parascha wird den Kohanim befohlen, die Lampen der Menora im Mischkan zum Entzünden vorzubereiten. Doch es ist nicht erwähnt, dass sie sie auch anzünden sollten. Tatsächlich konnte jeder Jude und jede Jüdin diese Aufgabe erfüllen. Sie war, anders als das Vorbereiten, nicht den Kohanim vorbehalten.

Wir lernen daraus, dass das Anzünden der Kerzen natürlich wichtig und notwendig war, dass aber die entscheidende Handlung, die von der Tora auch mit besonderer Heiligkeit bedacht wird, die Vorbereitung ist. Mit einer guten Vorbereitung durch den Kohen war es dann nicht mehr entscheidend, wer die Handlung zu Ende bringt.
Genauso ist bei allen Mizwot natürlich die Durchführung unerlässlich und wichtig, aber entscheidend für die Mizwa ist auch die Mühe, die man in die Vorbreitung legt, und die Einstellung, die man zur Mizwa hat.
 

Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

Der Name von Mosche Rabbenu wird in der Parascha dieser Woche kein einziges Mal erwähnt. Für diesen ungewöhnlichen Umstand gibt es mehrere Erklärungen.

In Paraschat Ki Tissa (die nächste Woche aus der Tora gelesen wird), fordert Mosche G'tt auf, dem Volk nach der Sünde vom Goldenen Kalb zu verzeihen - oder ihn aus der Tora rauszustreichen. G'tt hat dem Volk verziehen, und deshalb wurde Mosches Name auch nicht aus der Tora entfernt. Aber da Mosche G'tt, wenn auch unter einer Bedingung, aufgefordert hat, ihn aus der Tora zu streichen, wurde er (nur) aus der Parascha dieser Woche gestrichen. Wir können aus dieser Begebenheit erkennen, wie groß die Kraft des Wort im allgemeinen, und im besonderen die Kraft der Worte eines Zaddik sind.

Wie jedes Jahr fällt Paraschat Tezawe auch dieses Jahr in die Woche der Jahrzeit (Todestag) von Mosche Rabbenu. Auch das ist eine Begründung dafür, wieso er diese Woche nicht in der Tora erwähnt wird.

Inhaltlich dreht sich die Parascha dieser Woche vor allem um die Gewänder des Kohen Gadol (Hohepriester). Ursprünglich war Mosche Rabbenu als erster Kohen Gadol vorgesehen gewesen. Da er sich aber zunächst weigerte zum Pharao nach Ägypten zu gehen, um sein Volk zu befreien, wurde diese Aufgabe stattdessen seinem Bruder Aharon zu teil. Um Mosche nun aber nicht mehr als nötig damit zu verletzen, dass er sich um die Herstellung der Kleider kümmern soll, die eigentlich für ihn bestimmt waren, die aber nun seinem Bruder zustehen, wurde diese Aufgabe von anderen erledigt. Außerdem wird Mosche in der Parascha gar nicht erwähnt.
Wir können daraus lernen, wie wichtig es ist, auf die Befindlichkeit unserer Mitmenschen Rücksicht zu nehmen. Obwohl es völlig gerechtfertigt war, dass Aharon die Priesterkleider tragen soll, legte G'tt Wert darauf, dass Mosche dies zumindest so leicht wie möglich gemacht wird - unter anderem dadurch, dass er in diesem Zusammenhang in der Tora nicht erwähnt wird.


Gedanken zur Parascha 2006
von Raw Pardess

"Und mache heilige Kleider deinem Bruder Aharon, zur Ehre und zur Pracht." Die Tora befiehlt Mosche hier, die Kleidung für Aharon, seinen Bruder, den Kohen Gadol, herzustellen. Im darauffolgenden Passuk steht aber: "Du sollst zu den Weisen reden, [...] dass sie die Kleider Aharons machen sollen, um ihn zu heiligen, damit er mir den Priesterdienst ausübt."
Die naheliegendste Erklärung für diesen Widerspruch ist, dass Mosche die Herstellung der Kleider Aharons leiten soll, er kann sie aber auch durch die Weisen herstellen lassen.

Rabbi Jochanan nennt "Kleider" in der Gmara "Respekt". Wenn jemand gut angezogen ist, wird ihm mit Respekt entgegen getreten, denn die Menschen schauen auf das Äußere, auch wenn diese Sichtweise täuschen kann, denn auch herrlich gekleidete Leute können schlecht sein, sowie schlecht gekleidete Leute gut sein können.
Die Gmara erklärt außerdem, dass die Kleider des Kohen Gadol nicht nur Kleider waren. Sie hatten die selbe Bedeutung wie Opfer und konnten daher Sünden sühnen. Aber das haben nicht alle verstanden. Die Mehrheit beurteilt den Kohen Gadol danach, wie er gekleidet ist. Nur die Weisen und Gelehrten ehrten den Kohen Gadol aufgrund der Bedeutung und Kraft seiner Kleidung. Haschem aber möchte, dass das ganze Volk dem Kohen Gadol Ehre erweist. Deshalb sagt er zuerst, dass prächtige Kleider gemacht werden sollen, damit das Volk den Kohen Gadol respektiert, und dann wendet er sich an die Weisen, damit sie beim Herstellen der Kleider auf die besondere Bedeutung der Kleider für die Versöhnung mit Haschem achten.