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Paraschat Ki Tissa
Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

In der dieswöchigen Parascha wird von der bekannte Geschichte vom "Goldenen Kalb" berichtet. Es stellt sich natürlich die Frage, wie es geschehen konnte, dass das Volk nur 40 Tage, nachdem es die Tora von G'tt persönlich erhalten hat, und kurze Zeit nachdem es Zeuge so großartiger Wunder wie dem Auszug aus Ägypten und der Meerspaltung wurde, zum Götzendienst zurückkehren konnte, und eine Metallfigur als "Gott, der uns aus Ägypten geführt hat" bezeichnen konnte.

In Wahrheit hat das Volk aber gar nicht im Sinn gehabt, das Kalb als Gottheit zu verehren. Es anerkannte prinzipiell den Monotheismus, hatte aber die Vorstellung eines körperlosen G'ttes noch nicht verinnerlicht und hatte deshalb, als Mosche weg war, das Bedürfnis, eine andere körperliche Figur zu erfinden, wie es in Ägypten üblich war, um dem einzigen G'tt zu dienen. Doch auch diese Form der G'ttesanbetung wird von der Tora als Götzendienst gesehen, weswegen die Urheber auch bestraft wurden.

Aber auch mit dieser Erklärung ist noch nicht wirklich klar, wie das Volk, dass immerhin die Wunder des körperlosen G'ttes erfahren hatte, nach so kurzer Zeit wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen konnte. In Wirklichkeit ist das aber das Wesen des Menschen: Großartige Ereignisse rütteln den Menschen auf, und können auch für kurze Zeit eine Veränderung bewirken. Aber mittelfristig kehr der Alltagstrott wieder ein. Auch wenn es heute offene Wunder gäbe, würde deshalb nicht jeder an G'tt glauben. Ein Wunder kann einen wachrütteln und erinnern, aber ohne kontinuierliche Bemühungen, den Glauben zu stärken, wird man immer wieder in alte Muster zurückfallen.


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

Mosche kommt mit den Tafeln mit den Zehn Geboten vom Berg Sinai hinab, sieht, dass das Volk sich ein goldenes Kalb gebaut hat und es anbetet, und zerbricht daraufhin die Tafeln.
Weshalb hat er sie zerbrochen? Warum konnte Mosche die von Haschem geschriebenen Gebote beschädigen? Auch wenn das Volk gesündigt hat, hätte er sie im Himmel lassen, oder bei sich aufbewahren können. War es wirklich notwendig, sie zu zerbrechen?
Normalerweise geht man davon aus, dass die Juden mit dem Goldenen Kalb Götzendienst betrieben. Doch Ramban (Nachmanides) erklärt, dass das nicht stimmt. Die Juden wollten Haschem dienen. Aber sie wollten etwas "Greifbares" haben, wie sie es auch aus Ägypten gewohnt waren, um durch diese Figur G'tt zu dienen. Doch das wurde durch die Zehn Gebote verboten, und das hatte das Jüdische Volk noch nicht verstanden. Es bedurfte des sehr eindrucksvollen Aktes des Zerbrechens der Tafeln mit den Zehn Geboten, um das Volk aufzurütteln und ihm klarzumachen, weshalb das Herstellen des Goldenen Kalbes eine Sünde war. Erst dieses Handeln von Mosche hat das Volk auf den richtigen Weg zurückgebracht.