|
Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess
In der Tora steht, dass Mosche den Mischkan, das Stiftszelt, selbst aufgestellt hat. Das Stiftszelt bestand aus Pfosten, aus denen Wände gebildet wurden, über die dann meterlange Tücher als Dach gelegt wurden. Alle diese Bestandteile, und auch auch die diversen Geräte im Mischkan, wie Aron Hakodesch, Menora und Schulchan waren sehr groß und schwer. Mosche hätte alleine nicht die Kraft gehabt, auch nur eines dieser Elemente zu heben. Doch es geschah ein Wunder, dass Mosche nur seine Hand zu den Gegenständen bewegen musste, die sich dann von alleine bewegten. Wenn das so ist, stellt sich aber die Frage, weshalb nur Mosche diese Tätigkeit ausüben konnte. Wenn ohnehin ein Wunder geschieht, hätte doch jeder aus dem Volk diese Tätigkeit ausüben können.
Jeder Mensch sollte sich immer bewusst sein, dass alles, was er erreicht und tut von G'tt kommt. Doch auch, wenn man sicher dieser Tatsache bewusst ist, denkt sich der Mensch meistens doch, dass auch er einen Anteil an seinen Leistungen hat. Bei Mosche war das anders: Er war fest davon überzeugt, dass alles, was er erreichte, nur von G'tt kommt. Deshalb war er der einzige, der den Mischkan aufstellen konnte: Alle anderen hätten für sich nachher in Anspruch genommen, auch selbst einen Anteil am Aufbau zu haben. Nur Mosche konnte uneingeschränkt zugestehen, dass G'tt alleine den Mischkan errichtet hat, und dass er selbst nur Beteiligter an einem Wunder war.
Gedanken zur Parascha 2008 - Wajakhel von Raw Pardess
Das Volk wird aufgerufen, für den Aufbau des Mischkan (Stiftszelt) alle notwendigen Materialien zu spenden. Es spendet daraufhin mit solcher Begeisterung, dass die Bauverantwortlichen Mosche melden, dass schon zu viel gebracht wurde. Daraufhin wird verkündet, dass keiner mehr etwas "für die Spende des Heiligtums machen" solle.
Es fällt auf, dass nicht verkündet wird, dass die Leute nichts mehr bringen sollen, sondern, dass die Leute nichts mehr "machen" sollen. Das ist aber nicht das selbe. Man wollte ja nicht nur, dass nichts neues für den Mischkan mehr hergestellt wird, sondern auch, dass die Leute nichts mehr bringen, auch wenn es schon hergestellt war.
Es gibt eine Halacha, dass man etwas, das für eine Mizwa vorgesehen wurde, nicht mehr für etwas anderes verwenden darf. Deshalb mussten die Leute, die bereits etwas für den Mischkan hergestellt hatten, das auch als Spende abgeben. Man konnte daher vom Volk nur verlangen, nichts neues mehr herzustellen. Das, was schon hergestellt wurde, musste aber auf jeden Fall gespendet werden. Das gilt zum Beispiel auch, wenn man einen bestimmten Geldbetrag als Zdakka für einen Armen oder für das Beit Knesset vorgesehen hat: Man muss diesen Betrag dann auch wirklich übergeben, man kann ihn sich nicht mehr behalten.
Wir können daraus lernen, was für eine Bedeutung alleine schon ein Gedanke haben kann, und welche Bedeutung ihm die Halacha zuspricht.
Gedanken zur Parascha 2008 - Pekude von Raw Pardess
Über 20 Mal wird in der Parascha dieser Woche der Ausdruck "So wie G'tt es Mosche befahl" verwendet. In anderen Paraschot wird meistens nur ein Mal erwähnt, dass Mosche oder das Volk G'ttes Befehl ausführten. Warum wird es dann in dieser Parascha, beim Aufbau des Mischkan (Stiftszelt), so sehr betont?
Der Aufbau des Mischkan diente als Sühne für die Sünde mit dem Goldenen Kalb. So wie die Juden Gold für das Kalb spendeten, spendeten Sie nun Gold für die Menorah (Leuchter), den Aron Hakodesch (Bundeslade) und die anderen Geräte des Mischkan. Sie machten äußerlich das Selbe, aber diesmal für eine heilige Sache. Die Sünde mit dem Goldenen Kalb beinhaltete, dass die Leute taten, was sie wollten, und nicht, was Ihnen befohlen wurde. Sie wollten eine Götze produzieren, die Führer des Volkes lehnten dies ab, und trotzdem lies sich das Volk nicht vom Plan abbringen. Chur, der Neffe Ahrons und Mosches wurde von der Masse sogar getötet, weil er sich nicht an der Sünde beteiligen wollte. Obwohl es eine sehr menschliche Eigenschaft ist, immer zu denken, dass alles, was man tut, richtig ist, und sich immer zu rechtfertigen, soll man aber in Wahrheit seinen eigenen Wunsch ignorieren, und das tun, was G'tt will, und was die Halacha sagt.
In dem beim Bau des Mischkan, der als Sühne für die Sünde diente, besonders genau der Befehl G'ttes erfüllt wurde, wurde damit auch wiedergutgemacht, dass das Volk beim Goldenen Kalb nur das Tat, was es selber wollte und für richtig hielt.
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
"Jeder Mann und jede Frau, deren Herz sie antrieb, zur ganzen Arbeit beizutragen, (...) - Bnei Israel brachten eine Spende zu Haschem." Dieser Satz wirkt auch im Original verwirrend. Wie ist dieser Passuk aus der dieswöchigen Parascha zu verstehen? Weshalb steht zuerst, dass die Juden etwas für den Aufbau des Mischkan spenden wollten, und dann nocheinmal, dass sie die Spende auch brachten? Man kann daraus lernen, dass die Tora hier von zwei verschiedenen Zeitpunkten spricht: Zuerst will man etwas spenden, und zu einem anderen Zeitpunkt spendet man dann tatsächlich.
Wenn man einen Gegenstand zur Zeit, als der Tempel in Jerusalem noch stand, als Spende für den Tempel auswählte, war es verboten, noch weiter irgendeinen Nutzen von diesem Gegenstand zu haben. In diesem Sinne ist obiger Passuk zu verstehen: Wenn jemand zur Zeit des Tempels diesem etwas spenden wollte, rät ihm die Tora, diese Spende tatsächlich erst später, möglichst knapp bevor er beim Tempel ankommt, für den Tempel zu bestimmen, damit er nicht dazu kommt, das Gespendete zu seinem Nutzen zu verwenden, und damit zu entweihen.
Gedanken zur Parascha 2006 von Raw Pardess
Diesen Schabbat liest man aus zwei Sifrej Tora; aus einem liest man die zwei Paraschot Wajakhel und Pekude, und aus dem zweiten liest man Paraschat Hachodesch, einen kurzen Abschnitt aus Paraschat Bo. Paraschat Pekude beginnt mit den Sätzen: "Dies sind die Abrechnungen [über die Spenden] für den Mischkan, den Mischkan des Zeugnisses, die auf Mosches Befehl [...] vorgenommen wurden".
Weshalb steht zweimal das Wort "Mischkan" (Stiftszelt)? Raschi erklärt, dass das Wort Mischkan vom Hebräischen "Maschkon" (Pfand) kommt. Wenn Haschem böse auf das Volk ist, nimmt er das Pfand des Mischkan um uns zu bestrafen, anstatt uns physisch zu bestrafen. Deshalb wurde der Mischkan nach dem Wort für Pfand benannt. Aus der Gematria (Buchstabenauslegung) ergibt sich die Lösung für die doppelte Erwähnung des Wortes Mischkan. Denn Mischkan hat den Zahlenwert 410, das entspricht den 410 Jahren, die der erste Tempel stand, bevor er zerstört wurde. Hamischkan hat den Zahlenwert 420, das entspricht den 420 Jahren, die der zweite tempel stand, bevor er zerstört wurde, und "Haedut" (das Zeugnis) hat den Zahlenwert 479, das entspricht dem Bestand des kleinen Mischkans, der im Lande Israel verwendet wurde, bis König Schlomo den ersten Tempel errichtete. Alle diese "Pfänder" hat Haschem wegen unserer Sünden zerstört. Die Tora erwähnt den Tempel daher dreimal hintereinander, um uns daran zu erinnern, dass Haschem schon dreimal sein Pfand einlösen musste, um uns nicht bestrafen zu müssen. So G'tt will werden wir alle zum Weg der Tora zurückkehren und Haschem wird uns die Erlösung und den dritten Tempel geben!
|