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Paraschat Wajikra
Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

In der Parascha dieser Woche steht: "Und eine Person, die gesündigt hat hört einen Schwur, und sie ist ein Zeuge - hat etwas etweder gesehen oder davon erfahren; wenn sie nicht aussagt trägt sie eine Sünde." Die Gemara erklärt, dass es dabei um folgenden Fall geht: Re'uwen hat Schimons Auto beschädigt. Levi ist Zeuge dieses Unfalls. Schimon will nun, dass Levi vor Gericht gegen Re'uwen aussagt. Levi verweigert das aber. Nun kann Schimon Levi dazu verpflichten, vor Gericht zu schwören, dass er nichts zur Aufklärung des Verbrechens beitragen kann.

Doch der Wortlaut des Passuks besagt, dass die Person einen Schwur hört und nicht spricht. Aus dem direkten Wortlaut leitet sich daher eine andere Deutung ab, (wobei die Halacha, die die Gemara aus dem Passuk lernt natürlich auch richtig ist):
Ein Jude kam einmal zu seinem Rabbiner und beklagte sich über die Zustände in seinem Haushalt. Es wird nur geflucht und geschimpft, und einer redet schlecht über den anderen. Er wollte wissen, was er tun soll. Der Rabbiner entgegnete: "Was fragst du mich, frag dich selber!"
Dieser Jude hat anscheinend selbst nicht immer darauf geachtet, wie er redet. Der Passuk sagt uns: Wenn eine Person sündigt, dann wird sie auch selber hören, wie Leute falsch schwören, fluchen, Laschon Hara reden oder lügen. Wenn man aber auf sich selbst schaut, dann wird man auch nicht Zeuge von Sünden anderer Leute.
Man sollte deshalb immer auf sein eigenes Verhalten schauen, wenn man sich über schlechte Zustände oder Verhalten anderer Leute beschwert.

Vor Pessach muss man zuerst Chamez suchen, am nächsten Tag verbrennt man es, dann muss man noch verbleibendes Chamez für herrenlos erklären, und darf dann den ganzen Feiertag kein Chamez besitzen. Doch genauso wichtig ist es auch, den " Chamez im Herzen", also die schlechten Anlagen die man im Herzen trägt, zu vernichten. Dies tut man auch, indem man sich immer, wenn man Leute lügen oder fluchen hört, überlegt, ob man nicht vielleicht selbst genauso sündigt, und was man an sich selbst verbessern kann.
 

Gedanken zur Parascha 2006
von Raw Pardess

In der dieswöchigen Parascha werden die Opfer im Beit Hamikdasch beschrieben. Diese werden unter anderem von Leuten gebracht, die gesündigt haben, um ihre Sünden zu sühnen. Weshalb ist das so? Was ist die Bedeutung und der Sinn der Sühneopfer?
Ramban (Nachmanides) erklärt, dass der Mensch verstehen muss, was sein Vergehen bedeutet, um es wirklich bereuen zu können. Solange er das nicht einsieht, wird er glauben, dass seine Tat nicht so schlimm war. Deshalb soll er ein Korban (Opfer) bringen, das geschlachtet wird, und dessen Blut auf den Altar gebracht wird. Wenn er das sieht, wird er einsehen, dass das, was mit dem Tier getan wird, eigentlich mit ihm getan werden sollte, denn er hat G'ttes Gebote übertreten. Das Opfer hilft den Menschen also, ihre Sünden zu verstehen und so zu Haschem zurückzukehren.
In eine ähnliche Richtung geht eine andere Erklärung:
Die meisten Awerot werden um des Vermögens willen begangen. Arme Leute haben oft kaum die Möglichkeit, eine Sünde zu begehen. Erst wenn die Menschen reich werden, beginnen sie zu sündigen. Vermögen eröffnet dem Menschen die Möglichkeit, viele Mizwot, aber auch viele Awerot zu tun.
Wenn ein Mensch sündigt, muss er ein Tier kaufen, welches dann geopfert wird. Der Sündiger muss einen Teils eines Vermögens aufbringen, was ihn daran erinnern soll, dass sein Vermögen erst die Sünde ermöglicht hat.