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Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche bringen Nadaw und Awihu, zwei der Söhne Aharons, ein Opfer, das ihnen nicht befohlen wurde. In der Folge werden sie durch ein plötzlich auftauchendes Feuer getötet. Es gibt aber Diskussionen über die genaue Sünde der beiden Brüder. Da das Verbot, den Tempeldienst nach dem Genuß von Wein zu auszuüben, direkt nach dieser Episode erwähnt wird, gibt es eine Meinung, nach der Nadaw und Awihu nach Weinkonsum die erwähnten Opfer brachten, und deshalb getötet wurden. Doch diese Erklärung birgt scheinbar einen Widerspruch: Wie konnten die beiden für die Übertretung eines Gebotes bestraft werden, das erst später übermittelt wurde?
Tatsächlich war der Tempeldienst im angeheiterten Zustand nach den bis dahin geltenden Gesetzen nicht verboten. Dennoch hätte Nadaw und Awihu klar sein müssen, dass man in diesem Zustand nicht dienen kann. Es kommt vor, dass die Halacha ein bestimmtes Verhalten erlaubt und es dem Menschen überlässt, ob er von selbst versteht, dass man es trotzdem nicht tun sollte. Nadaw und Awihu hat diese Einsicht gefehlt - deshalb wurden sie nach dieser Erklärung bestraft. Da auch für den Rest dieses Verbot nicht klar war, hat es G'tt dann gleich nach dieser traurigen Episode explizit befohlen.
Die Lehre, die wir daraus ziehen sollten: Es reicht nicht, sich Wort für Wort an den Buchstaben des Gesetzes zu halten. Jeder muss sich überlegen, inwieweit ein bestimmtes Verhalten für ihn oder allgemein angemessen und passend ist. Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
In den ersten sieben Tagen der Einweihung des Mischkan (Stiftszelt) führte Mosche den G'ttesdienst. Am achten Tag übergab er diese Aufgabe seinem Bruder Aharon, der von nun an Kohen Gadol sein sollte. Der Ba'al haturim sagt, dass Mosche zu Aharon sagte: "Weil ich mich in der Wüste beim Dornbusch sieben Tage weigerte, nach Ägypten zu gehen, habe ich es nur verdient, sieben Tage zu dienen." Dies bedarf einer Erklärung. Wenn Mosche dafür bestraft wurde, dass er nicht sofort gegangen ist, sollte er ja nicht für jeden Tag, an dem er sich geweigert hat, einen zusätzlichen Tag dienen dürfen. Dies lässt sich erklären, wenn man dazu bedenkt, dass sich Mosche sieben Tage weigerte, weil er als jüngerer Bruder eigentlich Aharon den Vorzug geben wollte: Nur diese sieben Tage, an denen er sich G'ttes willen widersetzte, um seinem Bruder nicht zu verletzen, verdiente er es, G'tt zu dienen.
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
Am Anfang der dieswöchigen Parascha beauftragt Mosche seinen Bruder Aharon, ein Sündenopfer für sich und anschließend eines für das Volk zu bringen. Später steht, dass Mosche zu Aharon sagt: "Bring dein Sündenopfer, um für dich und das Volk Buße zu tun. Dann bring das Opfer für das Volk, um für das Volk Buße zu tun." In diesen beiden Sätzen steckt doch ein Widerspruch. War das erste Sündenopfer nur für Aharon oder für ihn und das Volk?
Wenn man eine Sünde begeht, ist das schon schlimm. Aber es gibt etwas, das noch schlimmer ist: jemanden anderen dazu zu bringen, eine Sünde zu begehen. Aharon war an der Geschichte mit dem Goldenen Kalb beteiligt. Auch wenn er Gründe dafür hatte, oder es nicht absichtlich tat, hat er doch einen Teil der Sünde verursacht. Deshalb hat er sein Opfer auch für seinen Anteil an der Sünde des ganzen Volkes gebracht, und anschließend das Opfer für das Volk, um für dessen Sünden zu büßen.
Wir lernen daraus, wie schlimm es ist, bei jemand anderem eine Sünde zu begehen, und wie bedeutend auch der kleinste Anteil an einer Awera (Sünde) ist. Deswegen müssen wir uns bemühen, nicht nur selber keine Awerot zu begehen, sondern auch unsere Mitmenschen nicht dazu zu bringen.
Gedanken zur Parascha 2006 von Raw Pardess
Die Menschen halten es für selbstverständlich, dass sie Fleisch essen. Aber woher nimmt sich der Mensch als G'ttes Geschöpf das Recht heraus, andere G'ttesgeschöpfe zu essen? Die Antwort finden wir in unserer Parascha: Die Tora zählt darin die koscheren und die unkoscheren Tiere auf. Die Tora gibt dem Menschen dadurch das Recht dazu, Tiere zu essen, dass sie nicht nur schreibt, was zu Essen verboten ist, sondern auch explizit, was erlaubt ist. Denn es wäre eigentlich unnötig, das extra zu erwähnen, da ja eigentlich alle nicht verbotenen Tiere erlaubt sind. Die besondere Erwähnung der zum Essen erlaubten Tiere gibt dem Menschen das Recht, Tiere zu essen.
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