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Paraschat Tasria-Mezora
Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

Die Parscha dieser Woche spricht von Nega Zaarat, einem besonderer Ausschlag. Es steht diesbezüglich in der Tora: "Und sieht der Kohen den Fleck auf der Haut, [...] dann ist es ein Zara'at-Ausschlag. Und sieht ihn der Kohen, dann soll er ihn für unrein erklären." Wieso muss der Kohen den Fleck zweimal sehen?
Den Zara'at-Ausschlag bekommt jemand, der Laschon Hara (Üble Nachrede) über einen Anderen spricht. Das heißt, er hat etwas, das er über eine Person wusste, jemand anderem erzählt, ohne alle Umstände der Handlung und alle Beweggründe der Person zu kennen.
Deshalb muss der Kohen im Rahmen der Prozedur zu ihm kommen, und zuerst den Ausschlag, dann aber auch den ganzen Menschen anschauen und beobachten. Erst dann kann er sich ein vollständiges Bild machen. Und das soll er damit auch dem Betroffenen beibringen: So wie er, der Kohen, sich ein genaues Bild macht, bevor er jemanden für unrein erklärt, indem er zweimal schaut - einmal auf den Ausschlag, dann auf den Menschen, so soll sich auch der Betroffene in Zukunft ein genaues Bild machen, damit er nicht mehr Laschon Hara spricht.


Gedanken zur Parascha 2007
von Raw Pardess

Die Parscha dieser Woche spricht von Nega Zaarat, ein besonderer Ausschlag, den jemand bekommt, der Laschon Hara (Üble Nachrede) über einen Anderen spricht. Er muss dann die Stadt verlassen, und alleine außerhalb der Stadt leben. Doch warum gibt es speziell für Laschon Hara diese Bestrafung? Da er durch seine Worte Schlimmes bewirkt hat, zum Beispiel Streit zwischen anderen Leuten, soll er eine Zeit lang niemanden zum Sprechen haben, damit er versteht und fühlt was er getan hat, bis der Kohen sagt, dass er wieder rituell rein ist.
Es gibt diesen Ausschlag auch bei Häusern. Dieser befällt ein Haus, wenn der Hausbewohner behauptet, etwas nicht zu haben, wenn jemand es ausborgen will. Als Strafe wird sein Haus von einer besonderen Unreinheit befallen, wegen der er alle seine Gegenstände aus dem Haus entfernen muss. Dann sehen aber alle seine Nachbarn, dass er die erbetenen Gegenstände eigentlich hat.

Es steht auch, dass jemand, der den Ausschlag hat, erst tame (rituell unrein) ist, wenn der Kohen es gesagt hat, auch wenn alle Zeichen und Symptome vorhanden sind, und eigentlich kein Zweifel besteht. Daraus soll der Betroffene lernen, wieviel das gesprochene Wort ausmachen kann. Anders als einer, der Sachen beschädigt oder jemanden verletzt versteht nämlich jemand, der Laschon Hara spricht, oft gar nicht, dass er etwas falsch gemacht hat. Deshalb zeigt man ihm, dass das gesprochene Wort sehr viel ändern kann.

Auch der Hausbesitzer soll im Falle eines Ausschlages am Gebäude (Nega) zum Kohen kommen und sagen: "Ich sehe am Haus etwas wie ein Nega."
Wehalb kann der Hausbesitzer, wenn er sich sicher ist, dass der Schaden am Haus tatsächlich ein "Nega" ist, das nicht direkt sagen?
Raschi erklärt, dass dieser besondere Ausschlag erst durch die Diagnose des Kohen zu einem Nega wird. Solange er das nicht getan hat, handelt es sich um einen gewöhnlichen Schaden.
Das bedeutet, dass ein Hausbesitzer, der sich selber anmaßen würde zu entscheiden, dass auf seinem Haus ein Nega ist, lügen würde, denn vor der Festsetzung durch den Kohen trifft es gar nicht zu.