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Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche wird der Dienst im Tempel zu Jom Kippur beschrieben. Ein Teil dieses Dienstes des Kohen Hagadol war es, zwei sehr ähnliche Böcke zu nehmen, und jedem mittels eines Loses ein Schicksal zuzuweisen. Einer der beiden wurde G'tt geopfert, der andere wurde zum Abhang des Berges Asasel geführt und dort hinuntergestoßen. Diese Prozedur sühnt die Sünden des Volkes.
In den ersten 370 Jahren des ersten Tempels erhielt immer der Bock auf der rechten Seite des Kohen Hagadol das Los zur Opferung für G'tt, und jenes auf der linken Seite das Los für den Asasel. In den letzten vierzig Jahren des Bestandes des ersten Tempels war das nicht mehr so. Dies war eine Folge der abnehmenden religiösen Observanz in der Bevölkerung. Das deutliche Zeichen G'ttes hätte die Leute eigentlich dazu bringen sollen, Tschuwa zu tun und zu G'tt zurückzukehren. Stattdessen wurde das Zeichen aber ignoriert. Als in den folgenden Jahren wiederholt der Bock auf der linken Seite das Los zur Opferung erhielt, konnte es das Volk nicht mehr aufrütteln, da es sich schon an diesen Zustand, den es zuvor 370 jahre nicht gab, gewöhnt hatte.
Da die beiden Böcke sehr ähnlich sein mussten, wurde derjenige "für den Asasel", um ihn nach der Zulosung noch unterscheiden zu können, mit einem Farbstrich markiert. Er wusste natürlich nichts von diesem Schicksal. Aber hätten er gewusst, dass er einen Farbstrich auf dem Rücken hat, und was dieser bedeutet, hätten er sofort alles getan, um sich irgendwie zu waschen, um diesen Strich loszuwerden. Auch wir Menschen haben einen "Farbstrich am Rücken". Wir sehen diese Markierung zwar nicht, aber wir müssen uns ihr und ihrer Bedeutung bewusst sein, und uns "reinigen" und heiligen. Denn dass man nicht merkt, dass ein schlechtes Urteil über einen gefällt wurde, heißt noch lange nicht, dass ein solches nicht besteht. Genauso wie der Bock sind viele Menschen ahnungslos. Doch wüssten sie, was für ein Schicksal ihnen droht, und wie ernst das drohende Urteil ist, würden sie sofort reagieren, und alles mögliche tun, um ein besseres Urteil zu erreichen. Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess
Diese Woche werden zwei Paraschot aus der Tora gelesen. In der zweiten, Paraschat Kedoschim, steht das Gebot: "Stehlt nicht!". Das Gebot ist im Plural formuliert. Rabbi Awraham Ibn-Esra lernt daraus, dass nicht nur der Diebstahl verboten ist. Die Tatsache, dass der Befehl im Plural steht, zeigt uns, dass auch ein anderer als Dieb betrachtet wird, nämlich derjenige, der einen Diebstahl beobachtet und nichts dagegen tut (wenn er dazu die Möglichkeit hat). Und auch derjenige, der Diebesgut von einem Dieb kauft, wird als Dieb betrachtet, denn könnte der Dieb seine Beute nicht verkaufen, würde er gar nicht stehlen.
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