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Paraschat Emor

Gedanken zur Parascha 2010
von Raw Pardess

Für den Kohen Gadol, den Hohepriester, gelten strengere Bestimmungen in Bezug auf Eheverbote und die rituelle Verunreinigung für Tote. Im Passuk, in dem dies vorgeschrieben wird, steht: "Der Kohen aber, der von seinen Brüdern der größte ist, auf dessen Haupt das Salböl gegossen sein soll und den man ermächtigt hat, sich mit den Gewändern zu bekleiden, (...) "

Es stellt sich die Frage, weshalb hier so genau darauf eingegangen wird, dass der Kohen Gadol gesalbt wurde, und die priesterlichen Gewänder tragen durfte.

Wie bereits letzte Woche erwähnt wurde, kam es in den letzten 40 Jahren des ersten Tempels, und während der ganzen Zeit des zweiten Tempels aufgrund der Sündhaftigkeit des Volkes zu einigen Einschränkungen im Tempeldienst. Unter anderem wurden in dieser Zeit die Kohanim Gedolim nicht mehr mit dem Salböl gesalbt, sondern nur noch mit den Gewändern bekleidet. Der Passuk erwähnt beide Ernennungsrituale, und deutet damit einerseits diese Periode an, in der nicht mehr gesalbt wurde, und legt andererseits explizit fest, dass diese  Kohanim Gedolim, die nur durch das Anlegen der Kleider ernannt wurden, trotzdem vollwertige Hohepriester sind, auf die alle entsprechenden Regelungen anzuwenden sind.
Dabei darf aber nicht unbeachtet bleiben, dass selbstverständlich der Status der ersteren Kategorie nicht zu vergleichen ist mit der zweiteren, obwohl auch diese wie gesagt vollwertige Hohepriester mit allen Rechten und Pflichten waren.


Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

In der Parascha dieser Woche wird von einem Mann erzählt, dessen Vater Ägypter und dessen Mutter vom Stamm Dan war. Dieser hatte einen Streit mit einem anderen Juden. Raschi erzählt, dass es dabei darum ging, dass sich der Sohn des Ägypters über das Schaubrot, das Lechem Hapanim wunderte. Dieses wird eine Woche am Schulchan im Tempel aufgestellt, und erst am folgenden Schabbat von den Kohanim gegessen. Er meinte: "Ein König ist es gewohnt, täglich warm zu essen. Würde ein König kaltes, neun Tage altes Brot essen?"
Dieser Mann verfluchte später G'tt, nachdem er in einem Prozess vor Mosches Gericht unterlag. Er wollte sein Zelt im Lager des Stammes Dan aufschlagen, doch dieser verweigerte ihm dies, da die Stammeszugehörigkeit sich nach dem Vater richtet, und der Vater dieses Mannes war nicht vom Stamm Dan.

Es stellt sich die Frage, weshalb der Stamm Dan diesen Mann unter keinen Umständen in seinem Lager haben wollte. Einerseits stammte er ja wirklich von diesem Stamm ab, und es kann bei mehreren Tausend Bewohnern doch nicht auf einen Zeltplatz angekommen sein?
Tatsächlich hatte der Stamm aber einen guten Grund, diesen Nachbarn nicht zu akzeptieren: Der Grundsatz "Wehe dem Bösewicht, und wehe seinem Nachbarn" bedeutet, dass ein schlechter Mensch seine Umgebung und seine Nachbarn negativ beeinflusst, genauso wie ein Gerechter und guter Mensch seine Umgebung im Positiven beeinflussen kann.

Dieser Mann, dessen Mutter vom Stamm Dan war, hätte einen sehr schlechten Einfluss auf seine Umgebung gehabt. Nicht nur, dass er ein g'ttliches Gebot in Frage stellte, er ging soweit, G'tt in aller Öffentlichkeit zu verfluchen. Verständlicherweise fürchtete sich der Stamm Dan vor diesem negativen Einfluss und wollte ihn nicht im Lager akzeptieren.


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

Heute, Freitag und morgen, Schabbat, ist Pessach Scheni (zweiter Pessach). Zur Zeit, als der Tempel in Jerusalem noch stand, konnten an diesem Tag jene, die am ersten Pessach tame (rituell unrein) waren, oder zu weit von Jerusalem entfernt waren, ein Pessach-Opfer bringen. Und auch nach der Zerstörung des Tempels ist es Brauch, am 14. und 15. Ijar, also einen Monat nach Pessach, Mazzot zu essen, in Erinnerung an das Pessach-Opfer.
Diese besondere Möglichkeit gab es aber nur zu Pessach. Zu allen anderen Feiertagen gibt es keine zweite Chance, die Mizwa zu erfüllen, auch wenn man aus wichtigen Gründen verhindert war. Der Grund dafür ist, dass die Juden nur zu Pessach darum gebeten haben.

Die Tora erzählt, dass eine Gruppe von Leuten, die unrein waren, weil Sie einen Toten begraben hatten, sich bei Mosche beschwerten, dass sie nicht mit allen anderen das Pessach-Opfer bringen konnten. Mosche wandte sich an Haschem, der den Juden daraufhin die Möglichkeit gab, einen zweiten Pessach zu feiern, wenn sie beim ersten unrein oder zu weit vom Tempel entfernt waren. Hätten die Juden auch bei den anderen Feiertagen um diese zweite Chance gebeten, hätte Haschem ihnen diese Möglichkeit auch da geboten.

Daraus lernen wir, dass Haschem uns hilft, wenn wir eine Mizwa erfüllen wollen. Es wäre den Menschen gar nicht möglich, die Mizwot zu erfüllen, wenn G'tt ihnen nicht helfen würde. Wenn ein Mensch aber die Mizwot wirklich erfüllen will, wird Haschem ihn dabei unterstützen.