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Paraschat Bechukotaj

Gedanken zur Parascha 2010
von Raw Pardess

In der zweiten Parascha, die diese Woche gelesen wird, kommen Verfluchungen vor, die das Volk ereilen werden, wenn es sich nicht an den Weg der Tora halten wird. Unter anderem steht in der Parascha: "Ich lasse eure Heiligtümer zerstören und nehme eure Opferwohlgerüche nicht mehr auf." Der zweite Teilsatz scheint überflüssig zu sein: Wenn es keine Heiligtümer mehr gibt, gibt es auch keine Opferdarbringungen, also auch keinen Wohlgeruch.

In der Gemara steht, dass man an der Stelle des Tempels in Jerusalem an sich auch ohne einen Opferaltar Opfer darbringen könnte. Doch G'tt ergänzte im Fluch , dass die Opfer, beziehungsweise ihre Wohlgerüche, nicht angenommen werden würden. Es gibt allerdings ein Opfer, auf das dies nicht zutrifft: Das Pessach-Opfer. Bei diesem ging es vor allem um den Verzehr, und nicht so sehr um die Opferungszeremonie. Deshalb war es auch nicht von Wohlgerüchen begleitet, und kann daher auch ohne bestehenden Tempel dargebracht werden. Und tatsächlich geschah das noch Jahre nach der Zerstörung des Zweiten Tempels - so lange, wie es dem Volk noch möglich war, sich für eine Opferbringung entsprechend rituell zu reinigen.

Und so finden wir in diesem Vers des Fluches auch zwei tröstende Elemente:
1. Der Tempel wird zerstört werden, aber es wird weiterhin möglich sein, Opfer zu bringen.
2. Die Opfer werden von G'tt nicht angenommen werden - aber das Pessach-Opfer benötigt das nicht und kann weiterhin dargebracht werden.


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

Die Parascha dieser Woche beginnt mit den Worten: "Wenn ihr in meinen Vorschriften geht, und meine Gebote einhaltet..." Normalerweise würde man die Formulierung "in G'ttes Vorschriften gehen" als Einhalten der Gebote interpretieren. In diesem Vers steht aber direkt danach ausdrücklich, dass die Gebote eingehalten werden müssen. "Wenn ihr in meinen Vorschriften geht" muss daher eine andere Bedeutung haben.

Man soll die Religion nicht nur im Beit Knesset und am Schabbat-Tisch leben. Die Tora befiehlt uns mit diesem Satz: Auch wenn ihr in der Welt geht, und nicht in den Synagogen sitzt, sollt ihr euch an G'ttes Vorschriften halten. Wir können daraus lernen, dass korrektes Verhalten und Befolgen der Gebote keine örtlichen oder zeitlichen Grenzen kennt. Auch im Urlaub, am Arbeitsplatz oder auf der Universität müssen wir "in G'ttes Vorschriften gehen."


Gedanken zur Parascha 2007
von Raw Pardess

In Paraschat Bechukotaj steht ein Segen für das jüdische Volk, wenn es den Wegen G'ttes und der Tora folgt. Es wird Frieden im Land Israel herrschen, das Land wird fruchtbar sein und G'tt wird unter den Juden weilen. Anscheinend verspricht die Tora hier eine Belohnung für die Einhaltung der Mizwot. In der Gmara steht aber, dass es auf dieser Welt keinen Lohn für die Erfüllung von Mizwot gibt.

Es gibt einen Unterschied zwischen rein geistigen Mizwot, und solchen, die mit einer körperlichen Anstrengung verbunden sind. Für erstere erhalten wir auf dieser Erde tatsächlich keinen Lohn. Aber der Segen in unserer dieswöchigen Parascha will uns sagen, dass das jüdische Volk für körperliche Anstrengungen bei der Erfüllung von Mizwot bereits auf dieser Welt eine Belohnung erhält.


Gedanken zur Parascha 2006
von Raw Pardess

Die dieswöchige Parascha beginnt mit folgendem Segen: "Werdet ihr nach meinen Gesetzen gehen und meine Gebote halten und tun, so werde ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und das Land soll sein Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen. (...) Und ihr sollt genug Brot haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen. Ich will Frieden geben in eurem Lande. (...) Denn ich bin der Haschem, euer G'tt, der euch aus Ägypten geführt hat (...)."

G'tt beschreibt, wie er die Juden belohnen wird, wenn sie sich an seine Gebote halten. Doch in welchem Zusammenhang steht der letzte Satz, "denn ich bin Haschem, euer G'tt, der euch aus Agypten geführt hat"?

Raschi erklärt uns, dass G'tt uns damit sagen will: so wie Er uns aus Ägypten führen konnte, mit allen mit dem Auszug zusammenhängen Wundern, so kann er auch dieses Versprechen erfüllen, und uns diesen Segen zu teil werden lassen.

Eine andere Erklärung besagt, dass wir damit davor gewarnt sein sollen, bei allem Wohlstand, den wir bekommen, Haschem nie zu vergessen, denn er ist es, dem wir diesen Segen zu verdanken haben.

Man könnte die Frage stellen: Wann gab es denn schon so eine Situation? Wann konnte das Jüdische Volk das erleben? Der letzte Satz gibt uns auch darauf eine Antwort: Schon beim Auszug aus Ägypten lebten wir in Frieden und Sicherheit, wir brauchten uns nicht um Unterkunft und Verpflegung kümmern. Seit dieser Zeit gab es immer wieder Epochen des Segens.

Und so wird es auch zur Zeit des Maschiach sein!