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Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess
In der dieswöchigen Parascha werden die verschiedenen Aufgaben der Lewi'im-Familien beschrieben. Eine der Aufgaben nennt sich "Dienst des Dienstes." Raschi erklärt, dass damit der Gesang der Lewi'im während des G'ttesdienstes im Tempel gemeint ist, der ein Dienst ist, der einem anderem Dienst (dem Opferdienst) dient. Die Lewi'im begleiteten nämlich die meisten Opferungen und anderen Zeremonien im Tempel mit Liedern. In Erinnerung daran sagen wir bis heute in der Früh beim Gebet "Schir schel Jom", das Lied des Tages. Doch wieso wird Singen, genauso wie das Tragen der Geräte und des Stiftszeltes, als "(Gottes-)Dienst" bezeichnet?
Viele Gebote, wie zum Beispiel das Fasten zu Jom Kippur, erfüllt man ausschließlich aufgrund des g'ttlichen Befehls. Man empfindet kein Vergnügen an der Ausübung des Gebotes, außer eben der Tatsache, dass man einen g'ttlichen Befehl erfüllt. Es gibt aber andere Gebote, die wir auch persönlich genießen. Beispiele dafür sind die Freude an Feiertagen, "Oneg Schabbat", das Vergnügen am Schabbat, sowie einige andere Mizwot, die mit einem angenehmen Aspekt verbunden sind. Es ist eine besondere Herausforderung, auch diese Mizwot "leschem schamajim", zur Erfüllung der Pflicht, auszuüben, und nicht, weil sie einem Spaß machen. Das Singen der Lewi'im ist ein Beispiel für so eine Mizwa, die einem Vergnügen bereitet, und trotzdem in erster Linie wegen der Mizwa erfüllt werden soll. Deshalb wird sie von der Tora auch "Dienst" genannt. Wir sollten uns auch bemühen, die angenehmen Gebote genauso wie diejenigen, die uns schwer fallen, "leschem schamajim" zu erfüllen, auch wenn das nicht immer leicht ist. Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche kommt der Priestersegen, Birkat Kohanim, vor. Dabei stellen sich die Kohanim vor das Volk, bedecken sich mit einem Tallit, und segnen das Volk, das sein Gesicht ebenfalls mit dem Tallit bedeckt. Zur Zeit des Tempels haben die Kohanim beim Priestersegen den Namen G'ttes ausgesprochen. Jemand, der dabei zusah, hätte dabei blind werden können. Das ist der Grund, weshalb ursprünglich vorgeschrieben wurde, die Augen zu bedecken. Doch seit der Zerstörung des Tempels wird dieser Name G'ttes nicht mehr ausgesprochen, sodass dieser Grund nicht mehr zutrifft. In Tosfot wird aber ein anderer Grund erwähnt, weshalb wir auch heute noch das Gesicht bedecken: Solange wir etwas sehen, gibt es viele Dinge, die uns ablenken können. Sobald wir aber die Augen schließen, und nicht durch optische Reize abgelenkt werden, können wir uns voll auf den Segen konzentrieren. Raw Schimschon Rafael Hirsch präzisiert diesen Gedanken noch: Die Kohanim sprechen zwar den Segen, aber wie auch in der Tora steht: Im Endeffekt segnet G'tt uns, die Kohanim sind nur Mittler dieses Segens. Wenn wir uns die Kohanim beim Priestersegen ansehen würden, könnten wir das vergessen und denken, dass die Kohanim uns segnen.
Daraus lernen wir auch, dass uns sehr stark beeinflussen kann, was wir sehen. Deshalb müssen wir immer gut nachdenken, wenn wir etwas sehen, um festzustellen, ob die Dinge wirklich so sind wie sie scheinen.
Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche wird unter anderem von zwei Ritualen berichtet: Das Nasir-Gelübde und der Segen der Priester
1) Ein Nasir gelobt während einer bestimmen Zeit, keinem Toten nahezukommen, keine Traubenprodukte zu sich zu nehmen und seine Haare nicht zu schneiden. Offensichtlich will die Tora nicht, dass wir unser ganzes Leben so leben, es bedarf zu dieser Lebensweise eines besonderen Gelübdes. In welchen Fällen ist ein solches Gelübde von der Tora also vorgesehen?
Direkt vor der Beschreibung der Bestimmungen des Nasirs wird über die Prozedur berichtet, mit der festgestellt werden kann, ob eine Frau, der Ehebruch vorgeworfen wird, diesen wirklich begangen hat. Raschi erklärt, dass jemand, der diesen Prozess mitverfolgt hat, abgehärtet werden könnte; in Zukunft würde ihn ein ähnliches Ereignis nicht mehr so stark bewegen. Genauso wie man sich an andere schreckliche Ereignisse wie Unfälle und Tod gewöhnt, wenn man ihnen nur oft genug ausgesetzt ist.
Um solch eine Reaktion zu verhindern, soll man eine starke Gegenaktivität setzen, wie zum Beispiel intensives Gebet, Lernen oder in biblischen Zeiten durch das Nasir-Gelübde.
2) G'tt beauftragt die Kohanim, das jüdische Volk mit einer bestimmten Formel zu segnen. Bei diesem Priestersegen wenden wir unser Gesicht von den Priestern, die den Segen durchführen, ab. Eine der Erklärungen dafür besagt, dass man beim Anblick der Priester beim Segnen zum Schluss kommen könnte, dass sie selber den Segen spenden. In Wirklichkeit steht aber in der Tora: "Sie legen meinen Namen auf Jisraels Söhne; und Ich, Ich segne sie." Würde man die Priester beim Segnen ansehen, könnte man leicht vergessen, von wem der Segen eigentlich ausgeht.
In beiden Fällen hat das Sehen eine sehr starke Bedeutung, und es müssen jeweils Maßnahmen ergriffen werden, um den negativen Konsequenzen vorzubeugen.
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
In der dieswöchigen Parascha wird das Opfer jedes Stammes zur Einweihung Stiftszelts, das jeweils der Fürst des Stammes darbrachte, beschrieben. Dabei wird jedem Namen eines Fürsten der Titel "Fürst" vorangestellt. Nur bei den Fürsten von Issachar und Jehuda steht zuerst der Name und dann der Titel.
Ein Mensch kann aufgrund seines Amtes geehrt werden. Diese Ehre wird ihm nur solange zu Teil, solange er das Amt ausübt. Ein Mensch kann aber auch aufgrund seiner Person, aufgrund seiner persönlichen Eigenschaften, geehrt werden. So eine Ehre ist von einem Amt unabhängig - sie bleibt auch bestehe, wenn man ein Amt nicht mehr ausübt. Das ist es, was uns die Tora mit der Nachstellung des Titel bei zwei Fürsten sagen will: Beide waren aufgrund ihrer Person ehrenwert, weswegen sie auch in erster Linie mit ihrem Namen genannt wurden - ihr Amt war nebensächlich. Der Fürst von Jehuda war derjenige, der genug G'ttvertrauen hatte und als erster ins Meer ging, woraufhin es sich spaltete, und das ganze Volk folgen konnte. Der Fürst von Issachar war ein großer Torahgehlehrter, und war deshalb auch sehr geschätzt. Beide haben es verdient, bei ihrem Namen, und nicht bei ihrem Amt genannt zu werden.
Gedanken zur Parascha 2006 von Raw Pardess
Die Parascha dieser Woche ist die längste Parascha der Tora. Interessanterweise wiederholen sich in den letzten 60 Psukim zwölf Mal die selben fünf Sätze. Bei der Einweihung des Mischkans bringen innerhalb von zwölf Tagen die Fürsten der zwölf Stämme jeden Tag dasselbe Opfer. Es wäre eigentlich nicht nötig, ein und dasselbe Opfer zwölf Mal aufzuzählen. Es würde reichen, es einmal zu beschreiben und zu erwähnen, dass alle zwölf Fürsten dieses Opfer gebracht haben.
Es wird erklärt, dass die Opfer für jeden der Fürsten etwas anderes bedeuteten, sie hatten einen anderen Zugang zum Opfer. Deshalb wird es bei jedem gesondert beschrieben. Daraus lernen wir, dass es nicht dasselbe ist, wenn man die selbe Sache mit verschiedenen Intentionen tut. Die Gedanken, die man bei einer Tat hat, verändern ihre ganze Bedeutung. Deswegen sollte uns bei unseren Handlungen auch immer die Bedeutung der Absichten, die wir dabei haben, bewusst sein.
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