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Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess In der Parascha dieser Woche ruft der König von Moaw, Balak, den Propheten Bilam ben Beor zu Hilfe. Dieser soll das jüdische Volk verfluchen. Auf dem Weg nach Moaw weicht die Eselin Bilams einige Male vom Weg ab, weil sie einen bewaffneten Engel sieht, den Bilam nicht sehen kann. Schließlich beginnt die Eselin zu sprechen und weist Bilam auf seinen Fehler hin.
Die letzten Zeilen der Tora berichten vom Tod Mosches und stellen eine Art von Nachruf auf Mosche dar. Einer dieser letzten Sätze (in Paraschat Wesot Habracha) lautet: "Und es stand in Israel kein Prophet wie Mosche mehr auf." Damit ist gemeint, dass es im Volk Israel keinen größeren Propheten als Mosche gab oder geben wird - bei den anderen Völkern aber schon. Dieser Prophet war Bilam ben Beor, der auf derselben geistigen Stufe stand wie Mosche.
Würde dieser Satz, der Bilam auf eine Stufe mit Mosche setzt, nicht viel besser in die dieswöchige Parascha passen, um die Bedeutung von Bilam zu erklären? Der Sinn eines Nachrufs ist es auch, dass die Zuhörer daraus eine Botschaft mitnehmen können. Deshalb wird dieser Satz, der Mosche und Bilam von der geistigen Stufe her gleichstellt, dort erwähnt. Uns wird damit klar gemacht, dass beide die gleichen Voraussetzungen hatten, diese aber unterschiedlich genutzt haben. Mosche wurde zu einem großen Führer des Volkes, der mit vielen Wundern im Zusammenhang stand, während Bilam versagte und seine Anhänger zur Unzucht und zum Götzendienst anstiftete.
Diesen Abstieg des Propheten Bilam erkennen wir auch an der Geschichte mit der Eselin: G'tt lässt Bilam unter das Niveau eines Tieres sinken, indem die Eselin wie ein Mensch spricht, während dieser sie nur schlägt. Die Eselin erkennt die Gefahr und reagiert entsprechend, während der große Prophet blind geradeaus geht. Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess In Paraschat Balak engagiert Balak, König von Moaw, den Propheten Bilam, damit er das jüdische Volk verfluche. Da G'tt ihm diese Mission nicht erlaubt, richtet er den Boten Balaks aus, dass er den Befehl G'ttes nicht übertreten könne, selbst wenn er "ein Haus voll Silber und Gold bekäme."
Im letzten Kapitel von Pirkej Awot wird die Geschichte von Rabbi Jossi ben Kisma erzählt, dem auf der Straße ein Mann begegnete, der ihn überreden wollte, von seiner Stadt "von Weisen und Schriftgelehrten" in eine andere Stadt als Rabbiner zu kommen. Er bot ihm dafür neben Edelsteinen und Perlen auch eine Million Golddinar an. Doch Rabbi Jossi ben Kisma lehnte das Angebot mit den Worten ab: "Auch wenn du mir alles Silber und Gold und alle Edelsteine und Perlen der Welt gäbest, würde ich nur an einem Ort des Torastudiums wohnen."
Rabbi Jossi hat genauso wie Bilam, der dafür kritisiert wird, gemeint, dass er auch für reichliche Bezahlung nicht kommen würde. Doch Rabbi Jossi wurde tatsächlich eine große Summe Geld angeboten, und so musste er klarstellen, dass er die angebotene Stelle nicht wegen schlechter Bezahlung sondern aus anderen Überlegungen ablehnte. Bilam hingegen wurde nie Gold oder Silber angeboten, und trotzdem hielt er es für nötig, reiche finanzielle Vergütung ins Spiel zu bringen.
Doch weshalb hat Rabbi Jossi die Stelle eigentlich abgelehnt? Die Antwort findet sich im genauen Wortlaut des Angebots: "Rabbi, wäre es dein Wille, mit uns an unserem Ort zu wohnen? Ich werde dir eine Million Golddinar (...) geben." Es ging dieser Stadt also nur darum, dass ein so angesehener Gelehrter in der Stadt lebt. Rabbi Jossi hat verstanden, dass sie nach ihren eigenen Regeln, "an unserem Ort", leben wollen, und sich von ihm nichts sagen lassen wollten. So einer Stelle, wo es tatsächlich nur um Geld und einen Repräsentationsposten ging, wollte er nicht gegen seine Stadt voller Gelehrter eintauschen. Hätte er aber ein ehrliches Angebot bekommen, Rabbiner einer Gemeinde zu werden, die sich nach seinem Rat und seinen Entscheidungen richten, hätte er das Angebot unter Umständen angenommen.
Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
Balak, der König von Moaw, hat Angst vor den Juden und schickt Boten zum Propheten Bila'am, die diesen engagieren sollen, das jüdische Volk zu verfluchen. Nachdem er zweimal darum gebeten hat, erlaubt G'tt ihm, mit den Boten mitzugehen. Allerdings darf er nur sagen, was G'tt ihm in den Mund legt.
Bil'am beschreitet den Weg auf einer Eselin. Diese beginnt auf der Reise plötzlich störrisch zu werden. Bil'am schlägt sie und setzt die Reise fort. Doch die Eselin ist weiter störrisch. Schließlich beginnt die Eselin zu sprechen und offenbart Bil'am, dass der Weg von einem Engel blockiert wurde. Nun sieht auch Bil'am den Engel. Dieser fragt ihn: "Warum hast du die Eselin dreimal geschlagen?" Bil'am entgegnet: "Ich habe gesündigt." Er bietet außerdem an, umzukehren.
Es stellt sich die Frage, welche Sünde Bil'am meint, begangen zu haben. Der Sforno erklärt, dass G'tt jeden Augenblick mit den Menschen spricht. Wir können das Gespräch aber nicht mit den Ohren hören, sondern brauchen dazu unsere Augen und den Verstand. Durch jede Kleinigkeit, die im Alltag geschieht, spricht G'tt zu uns. Wir müssen uns bei allem, was passiert, fragen, was das zu bedeuten hat. Bil'am hat das nicht getan. Seine Eselin, die sich schon lange Zeit nie störrisch verhalten hat, reagiert nun dreimal hintereinander sehr seltsam. Bil'am hätte eigentlich merken müssen, dass etwas nicht stimmt, und hätte darüber nachdenken müssen. Erst als er den Engel sieht, versteht er, und bietet deshalb auch sofort an, umzukehren. Gedanken zur Parascha 2007
Auf Wunsch von Balak macht sich der Prophet Bil'am auf den Weg, das jüdische Volk zu verfluchen. Unterwegs stellt sich ein Engel in seinen Weg, um ihn aufzuhalten. Diesen Engel beschreibt die Tora als "Satan", also als bösen Engel. Raschi sagt zu dieser Stelle, dass es ein "Engel der Barmherzigkeit" war, denn obwohl ihn der Engel stören wollte, also böse war, war es sein Ziel, Bil'am davon abzubringen, eine Sünde zu begehen, für die er bestraft würde, nämlich das jüdische Volk zu verfluchen, er übte also Barmherzigkeit.
Wir können daraus lernen, dass wir Probleme und Hindernisse, die sich uns in den Weg stellen, verstehen müssen. Manchmal gelingt uns etwas nicht, weil es für uns besser ist, dass es nicht gelingt. Oder es soll uns dazu veranlassen, über unsere Taten nachzudenken, um festzustellen, ob wir nicht eine Sünde beganen haben, und uns bessern sollten.
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