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Paraschat Pinchas

Gedanken zur Parascha 2010
von Raw Pardess

Die Töchter von Zlofchat, der in der Wüste verstorben ist ohne Söhne zu hinterlassen, verlangen von Mosche, den Anteil ihres Vaters am Land Israel zu erben. Bis dahin war nur das Gesetz bekannt, dass Söhne nach ihren Vätern erben. Das Volk wusste noch nicht, ob auch Töchter ihren Vater beerben können. Mosche brachte diese Frage vor G'tt, der entschied, dass in diesem Fall auch Töchter erben.

Die Töchter von Zlofchat werden im Talmud als weise und gerechte Personen beschrieben.  Doch was ist die große Weisheit daran, sich für das Erbe seines Vaters zu interessieren?
Dazu muss man wissen, dass das Volk nach der Episode mit den zwölf Kundschaftern gar nicht nach Israe wollte. Doch die fünf Töchter Zlofchats schlossen sich diesem Trend nicht an und bestanden auf einem Anteil am Land Israel.
Außerdem war Zlofchat vom Stamm Menasche, dessen Anteil sowohl im Land Israel, als auch auf der anderen Seite des Jordan lag. Obwohl die zugeteilten Portionen außerhalb Israel wesentlich größer waren, bestanden seine Töchter auf einem Anteil im Land Israel selbst, und bewiesen so die Liebe zu einem Land, die von den meisten anderen damals nicht geteilt wurde.
Eine Mizwa ist besonders groß, wenn man sie trotz eines Umfelds tut, dass die Mizwa nicht erfüllt, oder sogar dagegen handelt. Die meisten Leute denken nicht selber nach, was der richtige Weg ist, sondern schauen zuerst, was andere tun. Nicht so Zlofchats Töchter: sie haben bewiesen, dass sie Erez Israel besonders lieben, indem sie dort leben wollten, als es die Mehrheit des Volkes nicht wollte.

Es stellt sich die Frage, weshalb Mosche diesen Fall vor G'tt bringen musste, und die Antwort nicht bereits, wie die meisten anderen Halachot, vom Berg Sinai kannte.
In Wahrheit wusste Mosche, was die Halacha in diesem Fall ist. Doch Mosche befürchtete, dass man ihn Befangenheit vorwerfen könnte, und wollte jeden Zweifel darüber ausschließen. Denn die Töchter Zlofchats betonen bei ihrem Vorbringen an Mosche, dass ihr Vater nicht im Zuge des Aufstands von Korach, sondern wegen seiner eigenen Sünde verstorben ist. Mit anderen Worten: Er war nicht am Aufstand beteilgt, er war "auf Mosches Seite". Diese Tatsache hätte ihn parteiisch erscheinen lassen können. Um jeden Zweifel auszuschließen machte Mosche klar, dass das Urteil von G'tt und nicht von ihm selbst stammt.

 
Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

Am Ende der Parscha der letzten Woche tötete Pinchas, der Enkel Ahrons, den Fürsten des Stammes Schimon, der seine midjanitische Geliebte, die ihn zum Götzendienst verführte, in aller Öffentlichkeit in das Lager geführt hatte. Pinchas' Großvater mütterlicherseits war Mosches Schwiegervater Jitro, ein ehemaliger Götzendiener. Wie Raschi erklärt, wurde Pinchas vorgeworfen, dass er nur aufgrund seiner persönlichen Familiengeschichte besonders sensibel auf den Vorfall reagiert hatte. Deshalb führt die Tora an dieser Stelle besonders auf, dass er ein Nachfahre Ahrons ist. Ahron ist dafür bekannt, dass er den Frieden liebte. Doch diese Liebe hatte eine Grenze, nämlich wenn der Bund mit G'tt gebrochen wurde - dann bekämpfte er auch vermeintlich friedliches Verhalten, um den Frieden mit G'tt wieder herzustellen.
Pinchas handelte also ganz im Sinne seines Großvaters Ahron, und nicht etwas aufgrund unterdrückter Schuldgefühle wegen seines Großvaters Jitro. Für dieses mutige Agieren in G'ttes Namen wurde er mit dem vererblichen, also ewigen Priesteramt belohnt.

Ganz im Gegensatz dazu stehen die Midjaniterinnen, die die israelitischen Männer zur Sünde und zum Götzendienst verleiteten. Denn jemand, der einen anderen zur Sünde verleitet, ist in gewissem Sinn schlimmer als ein Mörder: Während ein Mörder jemanden das Leben auf dieser Welt nimmt, bringt einen ein Freund, der einen zu einer Sünde überredet, in extremen Fällen auch um Olam Haba, die kommende Welt, also um die ewige Existenz.


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

Die Töchter von Zlofchat, der in der Wüste verstorben ist ohne Söhne zu hinterlassen, verlangen von Mosche, den Anteil ihres Vaters am Land Israel zu erben. Bis dahin war nur das Gesetz bekannt, dass Söhne nach ihren Vätern erben. Das Volk wusste noch nicht, ob auch Töchter ihren Vater beerben können.
In der Tora steht daraufhin: "Und Mosche brachte ihren Rechtsanspruch vor G'tt."

Warum war die Frage an G'tt "ihr Rechtsanspruch"? Weshalb schreibt die Tora nicht zum Beispiel: "Mosche brachte diese Frage vor G'tt"?
In der Gmara steht, dass die Töchter von Zlofchat große Zaddikot waren. Es erhebt einen aber doch nicht zum Status eines Zaddik, wenn man Anspruch auf das Erbe seines Vaters erhebt!?

Das Verhalten der Töchter Zlofchats war etwas Einzigartiges: Zu dieser Zeit war die Stimmung - vor allem auch nach der Mission der 12 Kundschafter - dem Land Israel gegenüber sehr negativ. Dennoch verlangten die Töchter Zlofchats ihren Anteil. Offenbar brachte eine besondere Liebe zum Land Israel sie dazu, sich für das Land in einer Zeit zu interessieren, zu der das sonst keiner tat. Sie gelten daher als große Zaddikot, und deshalb wurde die Halacha bezüglich des Erbes von Töchtern auch durch sie bekannt und in ihrem Namen erwähnt.


Gedanken zur Parascha 2006
von Raw Pardess

Die fünf Töchter von Zlofchat, aus dem Stamm Menasche, beanspruchen nach dem Tod ihres Vaters, der keine Söhne hinterlies, die seinen Anteil am Land Israel erben könnten, dessen Anteil. Diesem Wunsch wird auch entsprochen. Die Gmara sagt, dass die Töchter das Land Israel besonders geliebt haben, weil sie wert darauf legten, einen Anteil am Land zu bekommen.

Aber das ist auf den ersten Blick nicht logisch: es kann auch sein, dass die Töchter von Zlofchat auf das Erbe besonderen Wert legen, damit sie ein Grundstück haben, auf dem sie leben können; es ist nicht zwigend, dass die speziell das Land Israel so liebten.

Es gibt dazu zwei Erklärungen. Erstens siedelte Menasche, der Stamm von Zlofchat, auf beiden Seiten des Jordan, also auch außerhalb Erez Israels. die Tatsache, dass die fünf Töchter auf einen Anteil im Land Israel wert legten, zeigt ihre besondere Liebe zu diesem Land.

Außerdem war der "Trend" zu dieser Zeit - das Volk befand sich noch in der Wüste - wieder nach Ägypten zurückzukehren, das Volk wollte nach der Episode mit den 12 Kundschaftern gar nicht nach Israel. Doch die fünf Töchter Zlofchats schlossen sich diesem Trend nicht an und bestanden auf einem Anteil am Land Israel.
Eine Mizwa ist besonders groß, wenn man sie trotz eines Umfelds tut, dass die Mizwa nicht erfüllt, oder sogar dagegen handelt. Die meisten Leute denken nicht selber nach, was der richtige Weg ist, sondern schauen zuerst, was andere tun. Nicht so Zlofchats Töchter: sie haben bewiesen, dass sie Erez Israel besonders lieben, indem sie dort leben wollten, als es die Mehrheit des Volkes nicht wollte.