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Paraschat Dwarim
Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

Das Volk ist kurz davor, das Land Israel zu betreten, da gibt Mosche ihm noch einiges mit auf den Weg. Unter anderem steht in der Parascha dieser Woche: "Mosche begann die Tora mit diesen Worten zu erklären (...)" Raschi erläutert, dass Mosche ihnen die Tora in 70 Sprachen erklärte.

Als sie dann tatsächlich mit der Eroberung des Landes beginnen, schickt Jehoschua bin Nun, Mosches Nachfolger, Briefe an die ansässigen Völker, in denen er sie aus drei Alternativen wählen lies: Das Land zu verlassen, den Israeliten Tribut zu zahlen oder gegen sie zu kämpfen. Mit welchem Recht nahm es sich das Volk unter Jehoschua heraus, die seit langem ansässigen Völker zu vertreiben, oder ihnen Tribut abzuverlangen?

Es gibt mehrere Meinungen, welchen Teil der Tora Mosche in 70 Sprachen erklärte. Nach einer Meinung eklärte er ihnen das erste Kapitel, die Beschreibung der Erschaffung der Welt. Denn daraus geht hervor, dass G'tt die Welt erschaffen hat, und daher ihr einziger Besitzer ist. Daher hat auch G'tt allein das Recht, Land Völkern zu geben, und es ihnen wieder wegzunehmen. Damit diese wichtige Botschaft alle Völker verstehen, erklärte Mosche sie in allen 70 Weltsprachen. Und dies erklärt auch, woher sich Jehoschua das Recht nehmen konnte, über den Verbleib anderer Völker im Lande Israel zu bestimmen.


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

Mosche zählt in der Parascha dieser Woche die Orte auf, an denen die Juden während der 40jährigen Wüstenwanderung sündigten. Es werden nur die Orte und nicht die Sünden selbst erwähnt, um das Volk nicht unnötig zu beschämen. Die Andeutung darauf sollte uns aber dazu bringen, über diese Vergehen nachzudenken, und zu versuchen, sie in Zukunft zu vermeiden.
Die Orte werden dabei in chronologischer Reihenfolge aufgezählt. Als letztes in der Aufzählung steht "Di Sahaw", das für das Egel Hasahaw, das Goldene Kalb, steht. Das Goldene Kalb war aber die erste Sünde, und müsste daher am Anfang der Aufzählung stehen.

Nach der Sünde des Goldenen Kalbes verteidigte Mosche das Volk. Er hielt G'tt vor: Bei der Verkündung der Zehn Gebote vierzig Tage zuvor sprach G'tt in der Einzahl zum Volk: "Ich bin dein G'tt." Strenggenommen hatte das Volk also gar nicht gesündigt, denn G'tt hatte sich mit seinem Gebot nur an Mosche gewendet. G'tt akzeptierte diese Verteidigung und verzieh dem Volk.
Doch ein Jahr später kam es zur Revolte von Korach und seinen Anhängen. Sie argumentierten: Wir standen alle zusammen am Berg Sinai, wir haben alle G'ttes Gebote bekommen, also sind wir auch alle gleich heilig. Damit widersprach er natürlich Mosches Argumentation ein Jahr zuvor - und deshalb hatte das Volk rückwirkend doch gesündigt. Chronologisch betrachtet erfolgte die Sünde aber wie gesagt erst nach der Revolte Korachs, weshalb sie in der Aufzählung in unserer Parascha auch erst am Schluss aufscheint.
 

Gedanken zur Parascha 2007
von Raw Pardess

In der Parascha dieser Woche sagt G'tt zu den Juden: "Siehe, ich habe euch dieses Land gegeben." Zuerst wird das Volk in der Einzahl, dann aber in der Mehrzahl angesprochen. Da, wie wir wissen, jeder Buchstabe und jedes Detail in der Tora eine Bedeutung hat, muss es auch dafür eine Erklärung geben.

Zuerst wird das Volk als ganzes angesprochen, es soll das Land, das vor ihm liegt, sehen. Und darin sind alle gleich, alle sehen das gleiche Land. Dann sagt G'tt, dass er das Land den Juden gegeben hat, und hier unterschieden sie sich. Jeder hatte andere Motive, wieso er einen Teil des Landes will und sich darüber freut. Für den einen war es ein gutes Grundstück, der andere sah darin eine gute Einnahmequelle, und wieder andere freuten sich vor allem darauf, das Heilige Land zu betreten, um die Mizwa, in Israel zu leben zu erfüllen, und alle Mizwot, die nur in Israel erfüllt werden können, wie zum Beispiel die landwirtschaftlichen Bestimmungen von Schmitta, Ma'asser und Truma.


Gedanken zur Parascha 2006
von Raw Pardess

Da er die Leitung des jüdischen Volkes nicht mehr alleine bewältigen kann, sucht sich Mosche Rabbenu Unterstützung. Er trägt den Stammesfürsten auf, sich Leute zu suchen, die ihnen Richter und Verwaltungsorgane sein sollen. Weshalb beauftragt er die Stammesfürsten, die Leute auszusuchen? Weshalb tut er das nicht selber, er kennt doch das ganze Volk, und weiß, wer für das Amt würdig ist und wer nicht.
Raschi erklärt, dass Mosche nicht erkennen konnte, wer würdig ist und wer nicht, da alle in ihren Tallit gehüllt zu ihm kamen. Aber die Fürsten der Stämme, die die Leute seit ihrer Kindheit kennen, wissen genau wer auszuwählen ist und wer nicht.

Kann es wirklich sein, dass Mosche sich von Äußerlichkeiten so blenden ließ, und nur wegen eines Tallits nicht mehr erkannte, wer als Richter geeignet war und wer nicht?

Alles, was ein Mensch tut, beeinflusst ihn. Wenn jemand eine Mizwa erfüllt, dann heiligt sie ihn. Wenn jemand ins Bet Knesset kommt, auch wenn er nicht alle Mizwot einhält, verändert ihn das. Die Mizwa heiligt ihn.
Daher konnte Mosche die Leute nicht auswählen, da sie alle in ihren gehüllt Tallit zu ihm kamen, und dadurch geheiligt wurden. Sie haben ihn nicht getäuscht, aber das Erfüllen der Mizwa hat sie geheiligt und anders aussehen lassen.

Wir lernen daraus, dass man sich heiligt, wenn man eine Mizwa erfüllt. Ein Mensch, der eine Mizwa erfüllt kann sich soweit verändern, dass nicht einmal Mosche Rabbenu ihn mehr richtig beurteilen kann.