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Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess
Es ist bekannt, dass der Körper Essen und Trinken braucht, um zu funktionieren. Es ist auch eine Mizwa, auf den Körper und seine Gesundheit zu achten, damit man G'tt dienen kann.
Weniger bekannt ist, dass auch die Seele "Nahrung" braucht. Jedes physische Nahrungsmittel, das wir zu uns nehmen, hat auch eine geistige Kraft, da es, wie alle Gegenstände, durch G'ttes Wort geschaffen ist.
Wenn man nun isst oder trinkt, genießt der Körper diese Nahrung. Doch wie kann die Seele davon profitieren? Dies geschieht durch die Brachot, die wir sagen, bevor wir etwas essen. Dadurch genießen sowohl Körper als auch Seele das Essen, wodurch beide in eine Balance kommen.
Das wird auch in einem Passuk der dieswöchigen Parascha angedeutet, wo steht: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was dem Mund G'ttes entstammt". Damit sind die geistigen Elemente der Nahrung, die Brachot, gemeint. Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess
Am Anfang der dieswöchigen Parascha verspricht G'tt bei Einhaltung der Mizwot, dass er "jede Krankheit fernhalten" werde. Aus der Formulierung "jede Krankheit" statt "Krankheit" lernt die Gemara, dass dies auch "Ayin Hara" einschließt. Es wird auch erzählt, dass der Raw einmal auf einem Friedhof war und feststellte, dass 99 von 100 Toten an Ayin Hara gestorben sind, und nur einer zu seiner vorbestimmten Zeit.
Es ist wichtig, das Konzept von Ayin Hara richtig zu verstehen. Wenn jemand ein "böses Auge" auf jemand anderen wirft, kann das dem anderen alleine nicht schaden. Doch G'tt ist oft nachsichtig, wenn Menschen sünden begehen, und wartet lange Zeit mit der Bestrafung ab, um dem Sünder die Möglichkeit zu geben, Tschuwa zu machen. Ihm gebührt aber bereits eine Strafe. Wenn - angeregt durch einen neidischen Blick von anderen - überprüft wird, ob das Gute, das ihm widerfährt, gerechtfertigt ist, kann es geschehen, dass G'tt nicht mehr weiter auf seine Tschuwa wartet, sondern die Strafe, die schon seit längerem begründet war, sofort vollzieht.
Die Gemara beschäftigt sich auch mit der Frage, was mit den Lebensjahren derjenigen, die wegen Ayin Hara bzw. wegen ihrer Sünden vor ihrer Zeit sterben, geschieht: Diese Jahre werden Menschen gegeben werden, die ihren Mitmenschen verzeihen, im Streit nachgeben und anderen vergeben.
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
In der dieswöchigen Parascha wird uns die Mizwa des Birkat Hamason, des Tischgebets, gegeben. Im Passuk steht: "We'achalta, wesawata uwerachta" - "Du isst, du bist satt und du segnest". Daraus leitet man ab, dass man nach dem Genuss einer Speise eine Bracha sprechen muss. Aber woher nimmt man, dass man auch vor dem Verzehr eine Bracha sprechen muss?
Die Gmara erklärt, dass das ein Kal Wachomer, ein Größenschluss ist: Wenn man sogar nach dem Essen, wenn man satt ist, G'tt segnen muss, dann umso mehr, bevor man gegessen hat, wenn man noch hungrig ist. Doch dieser Größenschluss ist nicht unbedingt verständlich: Wenn man satt ist, ist es normal, sich bei G'tt dafür zu bedanken. Aber wieso kann man daraus schließen, dass man auch vor dem Essen, wenn man noch hungrig ist, eine Bracha sagen muss?
Für das Sprechen des Birkat Hamason gibt es zwei Gründe: Man bedankt sich bei G'tt, und man zeigt seinen Glauben, dass G'tt uns Essen gibt und ernähren kann. Und den Glauben kann man besser ausdrücken, bevor man gegessen hat. Deshalb sagen wir vor dem Essen eine Bracha, mit der wir unseren Glauben daran ausdrücken, dass G'tt uns ernähren kann, und nach dem Essen das Tischgebet, um uns bei G'tt zu bedanken.
Gedanken zur Parascha 2006 von Raw Pardess
In der Parascha der letzten Woche kam der erste Absatz des Schma Israel vor, und in der dieswöchigen Parascha finden wir den zweiten Absatz. Dessen letzter Satz lautet: "Damit eure Tage und die Tage eurer Kinder zahlreich werden in dem Land, von dem G'tt euren Vätern versprochen hat, es ihnen zu geben, wie die Tage des Himmels über der Erde."
Der letzte Teil, "wie die Tage des Himmels über der Erde", macht auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn. Doch die Erklärung zu diesem Passuk hat einen sehr aktuellen Bezug:
So wie es den Himmel über der Erde gibt, und so wie es Sonne, Mond und Sterne gibt, so wie jeder Tag gleichmäßig immer schon nach den Naturgesetzen verläuft, genau so selbstverständlich gehört das Land Israel, das G'tt unseren Vorvätern versprochen hat, uns.
Gerade in der heutigen Situation ist es deshalb besonders wichtig, diesen Passuk, den wir zweimal täglich im Schma Israel sagen, mit besonderer Konzentration zu sagen, denn wenn wir uns täglich daran erinnern, dass das Land uns gehört, werden auch die anderen Völker daran glauben, dass Erez Israel uns gehört.
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