| Paraschat Ki Tize |
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Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess In der Parascha, die diese Woche gelesen wird, wird vom "Ben Sorer uMore", dem "missratenen und aufmüpfigen Sohn" erzählt. Dies ist ein fast 13jähriger Sohn, der nicht auf seine Eltern hört, und stiehlt, um sich die Unmengen an Fleisch und Wein, die er täglich verschlingt, finanzieren zu können. Auch Bestrafungen seiner Eltern und des Gerichts bringen ihn nicht von seinem Verhalten ab. Die Tora sagt uns, dass so jemand früher oder später zum Mörder wird. Deshalb soll er bereits bevor es soweit kommt getötet werden. Die Gmara sagt uns, dass viele Bedingungen erfüllt sein müssen, damit jemand als "Ben Sorer uMore" getötet werden kann. Diese Bedingungen sind nie alle eingetreten, sodass es nie zu einer Hinrichtung eines solchen Sohnes kam. Wieso gibt es diese Bestimmung dann überhaupt? Wir sollen dieses Gesetz lernen, damit wir uns der Konsequenzen bewusst werden, die unser Verhalten haben kann. Die Parascha dieser Woche beginnt mit den Regelungen, wann ein Krieger eine Frau des Feindes mitnehmen und heiraten darf. Anschließend wird der Fall beschrieben, dass ein Mann zwei Frauen hat, von denen er eine liebt und eine hasst. Als dritte Szene in dieser Geschichte taucht nun der missratene Sohn auf: Die Tora warnt uns, dass nichts ohne Konsequenzen bleibt. Wenn ein Mann sich im Krieg von seinen Trieben überwältigen lässt, und eine Frau nach Hause bringt, die er schlussendlich hasst, führt das unweigerlich zu Problemen in der Erziehung der Kinder - im schlimmsten Fall zu einem Ben Sorer uMore. Doch sich dann darüber zu beschweren, wenn es so weit ist, ist zu spät. Man hätte schon viel früher nachdenken müssen. An der polnisch-russischen Grenze gab es einmal ein Dorf, das von einem Tag auf den anderen in der Mitte zwischen den beiden Ländern geteilt wurde. Die Stadt hatte natürlich nur einen jüdischen Friedhof, und die Bewohner des Stadtteils, der nun ohne Friedhof blieb handelten schnell mit der Grenzwache aus, dass sie zu Begräbnissen den Begräbniszug begleiten dürfen. Bald kamen sie auf die Idee, dass sich dieses Übereinkommen ideal zum Schmuggel eignet, und schon bald gab es fast wöchentlich ein Begräbnis. Einem Grenzbeamten fiel auf, dass die Begleiter gar nicht traurig oder gefasst wirkten, sondern im Gegenteil, eine sehr gelöste Stimmung herrschte. Er wurde misstrauisch, und der Sarg, in dem das Schmuggelgut transportiert wurde, sollte geöffnet werden. Nun begannen die Leute zu klagen und zu weinen. Der Grenzbeamte, der die große Menge an Schmuggelgut entdeckte sagte ihnen: "Jetzt weint ihr? Hättet ihr vorher geweint, dann hättet ihr jetzt gar keinen Grund zu weinen." Genauso verhält es sich auch mit dem Ben Sorer uMore: Wenn man immer wieder den richtigen Weg ingoriert, ist es irgendwann zu spät. Deshalb finden wir in der Tora diese Bestimmungen, damit wir sie lernen, darüber nachdenken, und damit es gar nicht soweit kommt, dass wir sie anwenden müssen. Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess In der Parascha, die diese Woche gelesen wird, wird vom "Ben Sorer uMore", dem "missratenen und aufmüpfigen Sohn" erzählt. Dies ist ein fast 13jähriger Sohn, der nicht auf seine Eltern hört, und stiehlt, um sich die Unmengen an Fleisch und Wein, die er täglich verschlingt, finanzieren zu können. Auch Bestrafungen seiner Eltern und des Gerichts bringen ihn nicht von seinem Verhalten ab. Die Tora sagt uns, dass so jemand früher oder später zum Mörder wird. Deshalb soll er bereits bevor es soweit kommt getötet werden. Die Gemara im Traktat Sanhedrin erklärt aber, dass dafür sechs Bedingungen erfüllt sein müssen. Darunter fällt unter anderem, dass die Eltern keine körperliche Behinderung haben dürfen, und dass es im Ort weise Gelehrte gibt, die sich um die Bildung und Erziehung der Jugend kümmern. Wenn allerdings eine der Bedingungen nicht zutrifft, gilt der Sohn nicht als "Ben Sorer uMore", und darf daher nicht getötet werden. Aber weshalb hängt dies von diesen sechs Bedingungen ab? Das Umfeld eines Menschen beeinflußt ihn, und gesunde Eltern und eine gute Erziehung der Jugend in einem Ort halten normalerweise jeden davon ab, sich zu einem "Ben Sorer uMore" zu entwickeln. Wenn aber die Eltern aufgrund ihrer körperlichen Beinträchtigungen ihren Sohn vielleicht nicht im gleichen Maße erziehen können wie gesunde Eltern, oder wenn eine Erziehung der Jugend fehlt, da es keine geeigneten Lehrer gibt, kann dies der Grund für das Verhalten des Sohnes sein - dann ist er daran nicht alleine schuld, und kann deshalb auch nicht bestraft werden. Wir lernen daraus, dass wir immer daran denken müssen, dass wir nicht nur für uns selbst verantwortlich sind, sondern auch unser Umfeld beeinflussen. Gerade vor Rosch Haschana und Jom Kippur müssen wir nicht nur für unsere eigenen Sünden um Verzeihung bitten, sondern auch für das, was wir bei anderen durch unser Verhalten verursacht haben. Wir müssen uns nicht nur bemühen, selber gute Taten zu vollbringen, sondern auch, bei anderen gute Taten zu verursachen. Gedanken zur Parascha 2006 von Raw Pardess Paraschat Ki Teze beinhaltet das Thema "Ben sorer umore", den störrischen und widerspenstigen Sohn, der auf die Stimme seines Vaters und auf die Stimme seiner Mutter nicht hört. Sie züchtigen ihn, er aber hört nicht auf sie. Darunter ist ein Sohn zu verstehen, der keine Autorität kennt, der macht, was er will, und von niemandem beherrscht werden kann. Einen solchen Sohn befiehlt die Tora zu töten. Der Grund ist, dass so ein Sohn die Anlage hat, einmal ein Mörder zu werden. Deshalb tötet man ihn, bevor er zum Mörder werden kann. Seine Sünden sind noch "im Rahmen", aber wenn keine Erziehungsmaßnahme hilft, und man nicht einschreitet, wird es zu schlimmerem kommen. Wenn man sich die Worte, mit der die Tora von diesem Sohn spricht, genau anschaut, merkt man, dass es sich um einen Sohn handelt, der einen Vater und eine Mutter hat. Warum beginnt der entsprechende Abschnitt dann aber mit dem Satz: "Wenn ein Mann einen Sohn hat...", und nicht, "Wenn Eltern einen Sohn haben"? Die Antwort finden wir einen Absatz weiter vorne in der Tora: Um die jüdischen Soldaten abzulenken, schickten die Feinde gutaussehende Frauen vor. Die Tora erlaubt, eine solche Frau zu heiraten, wenn sie zum Judentum übertritt. Doch die Tora erlaubt dies zwar, warnt aber gleich vor den Folgen einer solchen Beziehung: der Geburt eines "Ben sorer umore". Denn die Mutter, auch wenn sie übertreten ist, wurde selber nicht im Weg von Tora und Mizwot erzogen, und wurde vom Vater des Kindes aus ihrer Umgebung und Kultur gerissen. Und wer ist schuld an dieser Entwicklung? Der Vater! Und deswegen beginnt der Absatz auch mit dem Satz: "Wenn ein Mann einen Sohn hat...". |
Dwar Tora