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Gedanken zur Parascha 2010 von Raw Pardess Paraschat Ki Tawo wird immer am vorletzten Schabbat des Jahres gelesen. Dies ist so festgelegt, damit die Flüche, die in dieser Parascha vorkommen, vor Rosch Haschana gesagt werden. Denn die Kraft des gesprochenen Wortes ist stark, so stark, dass zum Beispiel nach der Zerstörung des Tempels die Opferungen durch Gebete ersetzt wurden. Wer heute betet, und dabei die richtige Absicht dabei hat, wird so behandelt, als hätte er das entsprechende Opfer gebracht. Genauso ist es auch, wenn wir die Flüche aus Paraschat Ki Tawo vor Rosch Haschana lesen, und dabei die richtige Absicht haben: Man wird so behandelt, als hätte man die erwähnten Strafen bereits erlitten, womit alle Sünden gebüßt sind und man von Sünden rein Rosch Haschana begehen kann.
Einer der Flüche lautet: "Deine Söhne und Töchter werden einem anderen Volk hingegeben, und deine Augen sehen es und schmachten nach ihnen den ganzen Tag, und deiner Hand fehlt die Kraft." Damit ist die vollkommene Machtlosigkeit gemeint, irgendetwas gegen das Unglück zu tun.
Wenn einem selbst oder einen anderen Person etwas Schlechtes geschieht, soll man sich zuerst an G'tt wenden, und sich nicht nur auf das eigene Handeln verlassen. In diesem Sinne kann man den Fluch auch anders verstehen, mit einer etwas anderen Übersetzung der letzten Worte: "Deine Söhne und Töchter werden einem anderen Volk hingegeben, und deine Augen sehen es und schmachten nach ihnen den ganzen Tag, und G'tt ist nicht in deinen Händen" ("We'ejn la'el jadecha"), d.h. deine Hände wenden sich nicht an G'tt. Manchmal geschehen schreckliche Dinge, aber die Leute interessieren sich nicht für die Ursachen. Sie verändern ihr Verhalten nicht, ziehen aus dem Unglück keine Schlüsse für sich. Und das ist der eigentliche Fluch, der gemeint ist: "Deine Söhne und Töchter werden [...] hingegeben", ein Unglück geschieht also, "und G'tt ist nicht in deinen Händen", und keiner interessiert sich dafür und wendet sich an G'tt.
Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess
In der dieswöchigen Parascha wird beschrieben, wie die Bikkurim, die Erstlingsfrüchte, von den Bauern zum Tempel nach Jerusalem gebracht wurden. Bei dieser Gelegenheit gab es eine Zeremonie, bei der der Bauer sehr kurz gefasst die Geschichte vom Auszug aus Ägypten und der Wüstenwanderung wiedergibt. Raschi ergänzt, dass dieser Text besonders laut gesprochen werden musste.
Nachdem die 12 Kundschafter das Land Israel bereisten, sprachen zehn von ihnen schlecht über das Land, und verursachten so schlussendlich die 40jährige Wanderung durch die Wüste. Worte, die einmal ausgesprochen wurden verschwinden nicht einfach; sie bleiben ausgesprochen und damit vorhanden. Deshalb haben die Wörter "Sache" und "Wort" auf Hebräisch auch die selbe Wurzel.
Ein Bauer, der das ihm von G'tt gegebene Land bewirtschaftet hat, und dann Erträge hat, die er nach Jerusalem bringt, muss seine Ansprache sehr laut sprechen, damit diese Worte auch bestehen bleiben, als Ausgleich für die vielen schlechten Worte, die die Kundschafter über Israel verloren hatten, und die seither im Raum stehen. Denn negatives Gerede bleibt zwar bestehen, aber das Gleiche gilt auch für positive Worte.
Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche werden die Bikkurim erklärt: Jeder Jude muss die Erstlinge der Ernte seiner Felder im Lande Israel nach Jerushalajim zum Tempel bringen, und dort eine bestimmte Stelle aus der Tora lesen, in der die Geschichte des Jüdischen Volkes rekapituliert wird. Es gibt aber zwei Fälle, in denen dieser Text nicht gelesen wird: Wenn die Früchte durch einen Gesandten gebracht werden, und wenn der Baum, von dem die Früchte stammen, inzwischen abgestorben oder seiner Wasserquelle verlustig gegangen ist. Man soll nämlich die "ersten" Früchte bringen. Wenn der Baum, von dem die Früchte stammen aber gar nicht existiert, sind es nicht die ersten sondern die einzigen Früchte.
Der Mensch darf sein Handeln nicht nur auf die Gegenwart richten, sondern muss immer auch im Blick haben, was seine Taten in der Zukunft für Auswirkungen haben. Wenn man sich nicht rechtzeitig darum kümmert, dass die Kinder erzogen werden, und einem im richtigen Weg folgen, ist man - wie die Früchte eines mittlerweile abgestorbenen Baums - der Einzige, aber nicht der Erste einer Reihe von Menschen, die dem Weg der Tora und der Mizwot folgen.
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
Am Tag, an dem die Kinder Israels den Jordan überquerten und Erez Israel betraten, befahl G'tt ihnen, 12 große Steine zu nehmen, sie mit Kalk zu verbinden und darauf dann die Tora zu schreiben.
Wenn mehrere Personen oder Gruppen eine Vereinbarung treffen, oder wenn gemeinsam an etwas gearbeitet wird, braucht man eine gemeinsame Basis, übereinstimmende Ziele, auch wenn die sonstigen Interessen verschieden sein mögen.
So war es auch bei den 12 Stämmen des Volkes Israel vor dem Betreten des verheißenen Landes: Jeder hatte seine persönlichen Pläne für das Leben in Israel, gemeinsam hatten aber alle die Tora als Grundlage ihres Seins und deshalb konnten sie im Land Israel bleiben.
Deshalb befahl G'tt Ihnen, die die 12 Stämme symbolisierenden 12 Steine zu einer großen Tafel zu vereinen und darauf ihre gemeinsame Basis, die Tora, zu meißeln.
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