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Gedanken zum Feiertag 2009 von Raw Pardess
Manche haben den Brauch, zu Sukkot vor der Tefila in der Sukka den Lulaw zu schütteln. Prinzipiell gilt aber der Grundsatz, dass man die häufigere Mizwa zuerst erfüllt, wenn man zur selben Zeit mehrere Gebote erfüllen könnte. Deshalb geht zum Beispiel der Tallit den Tefilin voran, die am Schabbat und Feiertagen nicht gelegt werden. Da jeden Tag gebetet wird, der Lulaw aber nur zu Sukkot verwendet wird, sollte man zuerst Schacharit beten, und danach erst den Lulaw benutzen.
Das Schütteln des Lulaws zu Sukkot gilt aber als eine Form des Gebets. Genauso, wie man durch Worte beten kann, kann man es auch mittels der "Arba Minim". Das selbe gilt auch für das Schofarblasen zu Rosch Haschana, das einem Gebet entspricht. Da das Lulawschütteln also als Gebet gilt, kann es der Tefila in der Früh auch vorgezogen werden.
Im Talmud gibt es eine Diskussion zwischen Rabbi Jehuda und den anderen Weisen, ob eine Sukka, die höher als ca. 12 Meter ist eine gültige Sukka ist, oder nicht. Im Konkreten geht es um die Frage, ob eine Sukka eine "provisorische Wohnung" sein muss, oder nicht. Denn ab der genannten Höhe erfordert sie eine derart stabile Konstruktion, dass nicht mehr von einer provisorischen Wohnung die Rede sein kann, weshalb die Weisen es als feste Wohnung, und damit als ungültige Sukka einstufen.
Doch wie lassen sich diese beiden so konträren Meinungen vereinbaren? Der Kozker Rebbe meinte dazu, dass Rabbi Jehuda und die anderen Weisen eigentlich das selbe meinen. Denn es ist klar, dass eine Sukka eine "provisorische Wohnung" sein muss. Man muss sein (fixes) Haus verlassen, und die Sukka betreten. Doch eigentlich sollen wir uns das ganze Jahr über so fühlen, als ob wir nur provisorisch in unseren Häusern leben. Diesen Gedanken finden wir auch bei Ja'akow, über den in der Tora steht: "Und Ja'akow baute sich ein Haus, und nannte den Ort Sukkot." Er baute sich also ein offensichtlich fixes Haus, benannte es aber dennoch nach den provisorischen Sukkot.
Deshalb ist der Gedanke bei Rabbi Jehuda und den Weisen der selbe: Beide verlangen, dass die Sukka "provisorisch" ist. Sie unterscheiden sich nur in der Frage, ob eine normale Wohnung überhaupt als fixe Behausung zählt, oder auch nur provisorisch ist.
Gedanken zum Feiertag 2008 von Raw Pardess
Eine Sukka ist bereits verwendbar, wenn sie vier Wände und ein Dach aus den richtigen Materialien hat. Das sind die Bedingungen, die die Tora für eine koschere Sukka vorgibt. Trotzdem ist der Schmuck der Sukka ein großes Thema, und auch die Gmara beschäftigt sich sehr ausführlich mit der richtigen Schmückung der Sukka. Weshalb wird so eine Betonung auf den Schmuck der Sukka gelegt?
Die Sukka ist ein Symbol für die "Ananej Hakawod", die Wolken, die das jüdische Volk während der Wanderung durch die Wüste begleiteten. Es gab aber noch zwei andere Einrichtungen, die die Juden während der Wanderung belgeiteten: Das Man zum Essen, und der Brunnen zum Trinken. Wenn an die Ananej Hakawod heute durch ein Symbol gedacht wird, wieso gilt das für das Man und den Brunnen nicht?
Die Antwort auf beide Fragen liegt in der Bedeutung der einzelnen Institutionen: Nachdem G'tt die Juden aus Ägypten herausgebracht hat, war er für sie verantwortlich. Es war seine Verantwortung, für Essen und Trinken in der Wüste zu sorgen. Die Ananej Hakawod dagegen waren ein zusätzlicher Schutz, ein Luxus sozusagen, der aber zum Überleben nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Weil die Ananej Hakawod eine nicht unbedingt erforderliche zusätzliche Wohltat G'ttes waren, gedenken wir ihrer durch das Symbol der Sukka, und deshalb schmücken wir die Sukka auch, um genauso wie G'tt mehr zu tun als unbedingt notwendig wäre. Auch wenn eine Sukka aus vier Wänden und einem Dach ausreichend ist, sorgen wir mit zusätzlichem Schmuck auch für einen besonderen Luxus bei dieser Mizwa, damit wir uns, wie es die Tora befiehlt, "an unserem Feiertag freuen" können.
Gedanken zum Feiertag 2007 von Raw Pardess
"In Laubhütten sollt ihr wohnen sieben Tage (...) damit eure Generationen wissen, dass ich die Kinder Israels in Laubhütten habe wohnen lassen, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte."
Weshalb beginnt der Satz mit der direkten Anrede ("sollt ihr wohnen"), spricht dann aber in der dritten Person von den "Kindern Israels"? Es wäre doch logischer, wenn der Satz mit "dass ich euch in Laubhütten habe wohnen lassen" endet.
Es ist bei jeder Mizwa - insbesondere bei der Mizwa der Sitzens in der Sukkah - wichtig, dass auch die Nachfahren sie erfüllen, und zwar nicht nur zusammen mit ihren Eltern, sondern auch nach deren Ableben, mit deren Kindern und Enkeln. Die einzige Möglichkeit, das zu erreichen ist es, selbst mit den Kindern eine Sukkah zu bauen, oder zumindest mit ihnen in eine Sukkah zu gehen.
So erklärt der Chafez Chaim diesen Passuk: Ich sage euch, dass ihr in Laubhütten sitzen sollte, damit die Kinder Israels, eure Nachfahren, sich erinnern, dass ihre Vorfahren in Laubhütten gesessen sind.
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