| Channuka |
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Gedanken zum Feiertag von Raw Pardess Zu Chanukka feiern wir den Sieg der Juden über die Griechen, und das Wunder, dass im zerstörten Beit Hamikdasch ein versiegeltes Krüglein Öl gefunden wurde, das zum Entzünden des Leuchters im Tempel für acht Tage reichte. Dieser Feiertage wurde aber erst ein Jahr nach den Ereignissen als dauerhafter Feiertag festgesetzt. Dafür gibt es mehrere Erklärungen: Dem Sieg über die Griechen ging ein blutiger Kampf voraus, in dem viele gefallen sind. Dementsprechend war ein großer Teil des Volkes in Trauer, weshalb nicht sofort ein Feiertag festgesetzt wurde. Nach einem Jahr, als das Trauerjahr vorbei war, konnte dann ein Fest- und Feiertag für das ganze Volk eingeführt werden. Hätten die Chachamim bereits direkt nach dem Krieg gegen die Griechen den Feiertag eingeführt, hätte es passieren können, dass er vom Volk nicht richtig akzeptiert wird. Damit wäre aus einem großen Nutz ein großer Schaden entstanden. Ein Jahr nach dem Sieg und dem Wunder mit dem Ölkrüglein sahen die Chachamim aber, dass die Erinnerung an die Ereignisse, und das Bedürfnis, diese zu feiern, ungebrochen hoch sind. Dann erst konnten sie guten Gewissens einen Feiertag für das ganze Volk einführen. Im ganzen Talmud gibt es keinen eigenen Traktat über Chanukka, obwohl dieses Fest aus sehr vielen Mizwot und Gebräuchen besteht. Stattdessen sind alle Bestimmungen für Chanukka in anderen Teilen des Talmud beschrieben. Natürlich stellt sich die Frage, wieso ausgerechnet Chanukka keinen Traktat hat, und Purim zum Beispiel schon. Reb Salman Auerbach erklärt, dass das Wunder des Olivenöls (das acht Tage brannte, obwohl es nur ausreichend für einen Tag vorhanden war) gar nicht notwendig gewesen wäre: Einerseits kann der Dienst im Tempel in Zeiten, in denen die Mehrheit des Volkes unrein ist, wie es nach einem Krieg vorkommen kann, auch in unreinem Zustand vollzogen werden. Andererseits sind Flüßigkeiten im Beit Hamikdasch, wie zum Beispiel das Olivenöl für die Menora, im Zweifelsfall immer rein. Deshalb musste man nicht auf das vom Kohen Hagadol versiegelte Ölkrüglein zurückgreifen. Von den Weisen wurde aber angeordnet, dass man besser auf Öl zurückgreifen soll, das sicher rein ist. Dies ist Teil der mündlichen Tora. Nach den Bestimmungen nur der schriftlichen Tora hätte es genug Öl gegeben. Das bedeutet, dass das Wunder von Chanukka nur notwendig wurde, weil die Juden damals auch die Anordnungen der Weisen, und damit die mündliche Tora - trotz der Schwierigkeiten die es bereitete - einhalten wollten. Als Symbol für die Bedeutung der mündlichen Tora wurde kein schriftlicher Traktat für Chanukka eingeführt. Nach dem Kerzenzünden zu Chanukka sagt oder singt man "Hanerot halalu". Dort steht: "Und alle acht Tage Chanukka sind diese Kerzen heilig, und wir dürfen sie nur sehen und sonst nicht verwenden." Es ist eine Mizwa, acht Tage Chanukkakerzen zu zünden. Es ist daher eigentlich selbstverständlich, dass die Kerzen, wenn sie am ersten Tag heilig sind, auch an allen anderen heilig sind. Wieso wird trotzdem betont, dass die Kerzen "alle acht Tage" heilig sind? Man ist jeden Tag nur verpflichtet, eine Kerze zu zünden. Es ist ein "Hidur Mizwa", eine Verschönerung der Mizwa, dass wir jeden Tag eine Kerze mehr zünden. Am ersten Tag zünden wir nur eine Kerze, und diese ist heilig. Ab dem zweiten Tag ist jeweils immer nur eine Kerze die Mizwa, die anderen sind die Verschönerung. Man könnte daher denken: Nachdem außer dem Licht der ersten Kerze auch andere Lichter brennen, die nicht zur Mizwa gehören, sondern nur Verschönerung sind, können wir deren Licht verwenden. Heute Abend zum Beispiel wären sechs Kerzen, die eigentlich nicht zur Mizwa gehören, und man könnte denken, diese kann man doch verwenden! Deswegen haben unsere Weisen betont, dass an allen acht Tagen Chanukka die Kerzen heilig sind, und wir sie nicht verwenden dürfen. Daraus lernen wir, dass eine Verschönerung, die wir zu einer Mizwa dazugeben, zum Teil dieser Mizwa wird, und diese vergrößert. |
Dwar Tora