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Gedanken zur Parascha 2009 von Raw Pardess Nach dem Ende der Sintflut schickt Noach zuerst einen Raben aus. Als dieser zurückkehrt schickt er zweimal eine Taube aus, bis diese ein Olivenblatt mitbringt, um vom nächsten Ausflug schließlich gar nicht mehr zurückzukehren. Anschließend deckt er die Planen der Arche ab, und sieht, dass das Land getrocknet ist und wieder bevölkerbar ist. Nun wartet er den g'ttlichen Befehl ab, die Arche zu verlassen, und erst dann verlassen Noach samt Familie und alle Tiere das Schiff.
Weshalb musste Noach auf G'ttes Befehl warten, wenn er doch wusste, dass die Sintflut vorbei war? Die Tora will uns damit die absolute Gültigkeit von g'ttlichen Befehlen demonstrieren. Noach erhielt den Befehl, die Arche zu betreten - bis er den Befehl zum Verlassen erhält, bleibt er deshalb auch. Doch diese Erklärung birgt einen Widerspruch: Wenn Noach sowieso auf den Befehl G'ttes wartete, wären die Erkundungsflüge des Raben und der Taube doch nicht nötig gewesen?
Einerseits zeigte Noach damit seine Bereitschaft, nach der Katastrophe der Sintflut und einem beschwerlichen Jahr in der Arche seine Aufgaben wieder aufzunehmen, und die Erde wieder neu zu bevölkern und G'tt zu dienen.
Das Land Israel war von der Sintflut nicht betroffen. G'tt hätte also Noach und seine Familie nach Israel schicken können, um sie zu beschützen. Der Bau der Arche und das gemeinsame Leben auf engem Raum für ein Jahr war trotzdem notwendig, um Noach die Möglichkeit zu geben, ein Jahr lang Wohltätigkeit mit den Menschen und Tieren zu üben - und im Verdienste dieser Wohltätigkeit konnte er dann die Arche am Ende auf G'ttes Befehl hin auch wieder verlassen. Gedanken zur Parascha 2008 von Raw Pardess
Der Midrasch erzählt von der Diskussion zwischen Awraham und Nimrod über die Existenz G'ttes. Zum Abschluss der Diskussion beschließt Nimrod, Awraham in eine Löwengrube zu werfen. Wenn G'tt tatsächlich, wie Amram behauptet, existiert, würde er ihn ja retten. Tatsächlich überlebt er diese erste Prüfung auch vollkommen unbeschadet. Nach ihm wurde sein Bruder Haran zu den Löwen geworfen. Da Haran aber keinen vollständigen Glauben an G'tt hatte, wie sein Bruder, sondern sich nur zu G'tt bekannte, als er sah, wie sein Bruder überlebte, rettete G'tt ihn nicht.
Weshalb hat Nimrod ihn aber überhaupt in die Löwengrube geworfen, nachdem G'ttes Existenz durch Awrahams Überleben schon bewiesen war? Nachdem Awraham aus der Lebensgefahr befreit wurde, gab es unter den Götzendienern solche, die argumentierten: Awrahams Vater, der mit Götzenstatuen handelte, ist ein großer Förderer von Götzendienst. Awraham wurde vermutlich nicht von G'tt, sondern von einer Götze im Verdienste seines Vaters getötet. Als aber Haran, der die selbe Abstammung wie Awraham hatte, die selbe Prüfung nicht überlebte, war damit endgültig bewiesen, dass G'tt und keine Götze Awraham gerettet hat.
Wir sollten aber niemals wie Nimrod G'ttes Existenz oder seine Führung aller Geschehnisse auf der Welt bezweifeln, sondern stattdessen wie Awraham jedes kleine Wunder als Beweis für die umfassende Führung G'ttes betrachten.
Gedanken zur Parascha 2007 von Raw Pardess
In der Parascha dieser Woche steht, dass Noach ein "gerechter Mann in seiner Generation" war. Raschi beschäftigt sich mit der Frage, wie es zu verstehen ist, dass Noach "in seiner Generation" ein Zaddik (gerechter Mann) war. Es gibt dazu zwei Meinungen: Die eine Meinung besagt, dass er sogar in seiner Generation ein Zaddik war, und umso mehr wäre er in einer Generation voller guter und gerechter Leute gerecht gewesen. Die andere Meinung besagt, dass er zwar in seiner Generation gut war, aber "hätte er zu Zeiten von Awraham gelebt, hätte er keine Bedeutung gehabt." Dazu stellt sich aber eine Frage: Noach hat noch über 60 Jahre zu Awrahams Lebzeiten gelebt. Wieso sagt Raschi dann: "hätte er ... gelebt"? Er hat doch zu dieser Zeit gelebt! Awraham hieß ursprünglich Awram. Erst als er und Sarah (damals Saraj) Kinder bekamen, und sich damit sein gutes Wirken auch begann, auf die Zukunft auszuwirken, nannte G'tt ihn Awraham und seine Frau Sarah. Und erst seit damals war er auf einer so hohen Stufe, zu der Noach im Vergleich keine Bedeutung gehabt hätte.
Gedanken zur Parascha 2006 von Raw Pardess
Die dieswöchige Parascha beginnt mit der Erzählung von der Sintflut. Anschließend wird vom Turmbau zu Babel berichtet. Damals wollten die Leute eine Stadt und einen Turm bauen, der bis zum Himmel reichen sollte. G'tt vereitelte die Pläne, in dem er die Sprachen der Leute verwirrte, die davor noch alle die selbe Sprache gesprochen hatten. So waren sie gezwungen, auf die ganze Welt zerstreut zu leben, und konnten nicht mehr weiter an diesem Turm bauen.
Die Welt stand damals kurz nach der Sintflut, die für die, die sie erlebten, zweifellos etwas g'ttliches gewesen sein muss: Die ganze Welt wurde überflutet, nur eine kleine Gruppe von Menschen überlebte auf einem Schiff. In Anbetracht dessen war es doch für Menschen ein verrückter Plan, einen Turm zu G'tt bauen zu wollen.
Aber die Motivation hinter dem Turmbau war eigentlich eine andere: Durch die Sintflut war G'ttes Existenz offensichtlich. Aber die Leute wollten nicht an G'tt glauben. Daher deuteten Sie die Sintflut in eine Naturerscheinung um. Sie überlegten: Der Himmel ist schwach. Nach 1556 Jahren ist er eingestürzt und hat die Welt zerstört. Bauen wir einen Turm, um ihn zu stützen, damit er in 1500 Jahren nicht wieder einstürzt.
Für die meisten sind Tatsachen, wie dass die Sonne in der Früh aufgeht, oder dass sie Sehen und Hören können, selbstverständlich, natürlich. Aber so wie auch die Sintflut sind alle diese Dinge Wunder - wir haben uns nur an sie gewöhnt. Das war auch das Ziel der Turmbauer zu Babel: Ein Wunder zu einer Naturerscheinung zu machen, damit man nicht an G'tt glauben muss.
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