| Deutschkreutz |
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Die Jüdische Gemeinde Deutschkreutz (Zelem) „Wenatati lahem… jad waschem“ (Jeschajahu 56,5) Jeder Mensch hat einen Namen In diesen Monaten wurde der jüdische Friedhof in Deutschkreutz mit Mitteln aus der Vereinbarung unserer Gemeinde mit der Republik Österreich in Ordnung gebracht. Dabei fällt auf, dass von den etwa 1.800 Gräbern in diesem Friedhof nur 38 Grabsteine erhalten sind. Im Rahmen der Beschäftigung mit dem Thema bin ich von Prof. Shlomo Spitzer auf das Friedhofsbuch der Chewra Kadischa Zelem aufmerksam gemacht worden, das die Begräbnisse von 1849 bis 1938 beinhaltet. Ich bin der Ansicht, dass die Dokumentation dieser Namen, sei es im Internet, sei es auch materiell (Liste der Namen im Friedhof, je nach Maßgabe der Mittel auf Metall) zur „Instandsetzung“ des Friedhofs Deutschkreutz gehört. Schließlich sind Grabsteine Zeugnisse von Menschen. Da es diese nicht gibt, ist es unsere Aufgabe, dieser Menschen im Rahmen unserer Möglichkeiten, wenigstens durch Bewahrung ihrer Namen, zu gedenken. Wir haben bereits mit dieser Dokumentation begonnen und wollen sie hier veröffentlichen. Das „Judenlager“ Deutschkreutz Prof. Shlomo Spitzer hat mir aber auch eine Liste mit 284 Namen gegeben, ungarische Juden, die im Schafferhof in der Nähe des Schlosses von Deutschkreutz untergebrachten Zwangsarbeiterlager der Nazis zwischen 26. November 1944 und 31. Dezember 1944 zu Tode gebracht wurden und auf dem Jüdischen Friedhof Deutschkreutz in einem Massengrab verscharrt wurden (5). Diese Namen sind Eichmann hatte vom ungarischen Pfeilkreuzler-Regime Szalasi verlangt, 50.000 ungarische Juden für Zwangsarbeit in das Reich zu „verleihen“. Zwischen 20. und 22. Oktober wurden in Budapest tatsächlich 25.000 Männer zwischen 16 und 60 Jahren und 10.000 Frauen zwischen 16 und 40 Jahren verhaftet und Ende des Monats ohne Essen zu Fuß Richtung Grenze Hegyeshalom getrieben (1). Ihre Arbeit bestand aus landwirtschaftlicher Arbeit, aus dem Bau des „Ostwalls“ und aus dem Transport der Grabsteine aus dem jüdischen Friedhof zur Ausgestaltung einer Tanzfläche im Wer das Lager betrieben, geleitet, bewacht, den materiellen Nutzen der Sklavenarbeit gezogen, und dann Ende 1944 die Überlebenden weiter nach Westen getrieben hat, ist derzeit nicht klar und sollte erforscht werden. Laut Yad washem (4) war er wahrscheinlich die SS. Einheimische SA-Männer waren daran beteiligt (6). In diesem Zusammenhang ist das Schreiben des österreichischen Innenministeriums vom 31.3.1955 aufschlussreich und fügt sich nahtlos in die diesbezügliche Nachkriegspolitik Österreichs (7). Daraus ergibt sich, dass die Formulierung auf der derzeitigen Gedenktafel („(…)die während des NS- Regimes durch Deutschkreutz transportiert wurden (…) “) inhaltlich nicht zutrifft. Wir verlangen, dass die Tafel der historischen Wahrheit gemäß zu korrigieren ist. Die Dokumente aus Bad Arolsen ( Abschrift 1, Abschrift 2 und Bericht Dr. Kohut) und die hier abrufbar. Der Text der Gedenktafel ist hier abrufbar.(1) Raul Hilberg: Die Vernichtung der europäischen Juden, Band 2, Seite 923 (2) Shlomo Spitzer (3) Dr. Adalbert Putz: Zelem – Zentrum jüdischer Kultur S 179 im Rahmen des Buches der Gemeinde Deutschkreutz. (4) Mail von Prof. Dan Michman (5) Aussage gegenüber Dr. Putz, ITS Bad Arolsen (6) Aussage gegenüber Dr. Putz (7) Aus den Unterlagen des ITS Bad Arolsen |
Abschrift 1