Home Serviceleistungen der Misrachi Erklärung jüdischer Begriffe

Begriffe zum Judentum

Alle | 0-9 | B | C | E | H | J | L | M | N | P | R | S | T | W | Z

Alle

Begriff Definition
10. Tewet

Am 10. Tewet, im 4. Monat des jüdischen Jahres, begann die Belagerung von Jerusalem durch den babylonischen Herrscher Newukadnezar (586 v.). Es war dies ein Ereignis, dass letztlich zu der Zerstörung des Ersten Tempels führte. Der Fasttag beginnt in der früh und endet abends. Sowohl an diesem Fasttag, als auch am 17. Tamus, dem 3. Tischrej (Zom Gedalja) und dem 13. Adar (Ta’anit Ester) ist im Gegensatz zu Jom Kippur und dem 9. Aw das Waschen und Salben erlaubt, wie auch das Tragen von Lederschuhen und der Eheverkehr.

17.Tamus

Fasttag 17. Tamus Am 17. Tag des Monats Tamus werden fünf Tragödien gedacht und daher gefastet: Die ersten Bundestafeln, die Mosche vom Berg Sinai brachte wurden, auf Grund der Sünde eines Teil des Volkes mit dem goldenen Kalb, zerstört. Das tägliche Opfer im Ersten Heiligen Tempel in Jerusalem konnte nicht dargebracht werden, da die Belagerung schon zu lange anhielt und die Römer auch keine Opfertiere mehr zur Verfügung stellten. Die Mauern Jerusalems hielten während der Belagerung zur Zeit des Zweiten Tempels nicht mehr stand und Titus begann die Stadt zu verwüsten. Apustamus verbrannte eine Tora und eine Götze wurde ins Heiligtum gestellt.

9.Aw

Der 9. Tag des Monats Aw ist ein strenger Fasttag, an den Verboten gemessen Jom Kippur gleich zu setzen. An diesem Tag wurden sowohl der Erste, als auch der Zweite Heilige Tempel in Jerusalem zerstört. Jegliche Freude ist an diesem Tag verboten, selbst das Tora-Lernen ist auf ein Minimum eingeschränkt. Man verbringt die Nacht und den Großteil des Tages wie ein Trauender. An diesem Tag wollte das Jüdische Volk nach dem Bericht der Spione nicht in das Land Israel einziehen. Der 9. Aw ist eine daraus resultierende Strafe G’TTES und steht als jüdisch-nationaler Trauertag da.

Beth Knesset

= „Haus der Versammlung“= Synagoge. Basierend auf dem Vers in der Tora (Schmot 25,8): „und sie sollen mir machen ein Heiligtum, damit ich wohne in ihrer Mitte“, wurde die Institution der Synagoge gegründet. Sie war seit jeher Stätte des Gebets und auch der „Versammlung“. Männer, Frauen, Alte und Kinder beten drei Hauptgebete im Beth Knesset: Schacharit (Morgengebet), Mincha (Nachmittagsgebet) und Arawit/Maariw (Abendgebet). Ein Minimum von zehn Männern formt ein Quorum, den so genannten Minjan. In orthodoxen Synagogen sitzen Männer von Frauen getrennt, um sich intensiv dem Gebet widmen zu können. Der Beth Knesset ist ausgestattet mit einer Bima, einem erhöhten Lesepult in der Mitte der Synagoge zum Vorlesen der Tora, dem Aron HaKodesch, dem „Heiligen Schrein“ zur Aufbewahrung der Tora, dem Ner Tamid – einem dauerhaft brennendem Licht, sowie dem „Amud“, dem Pult für den Vorbeter.

Chamez

Dieses ist das erste der drei in der Tora vorgeschriebenen Wallfahrtsfeste. Es dauert sieben Tage (in der Diaspora acht Tage) und soll an den Auszug aus der ägyptischen Sklaverei erinnern. Dieser erfolgte unter dem Einfluss vieler Wunder, wie bspw. den Zehn Plagen. Es darf an diesem Feiertag nichts Gesäuertes (Chamez) besessen, gegessen oder genossen werden. Am ersten, bzw. auch am zweiten Abend hält der jüdische Haushalt einen „Seder“ ab, im Zuge dessen die Geschichte des Auszuges erzählt, gegessen und G’TT gepriesen wird. Man trinkt hierbei vier Becher Wein und isst jene Mazzot (ungesäuertes Brot) die auch während des gesamten Feiertages verzehrt werden. Pessach ist ein Fest der Befreiung und Erlösung.

Chanuka

Als der zweite Heilige Tempel in Jerusalem stand, eroberte Alexander der Große das Land Jehuda. Nachdem zuerst die Ptolomäer geherrscht hatten , eroberte es 198 v. der syrische Antiochus III. Sein Sohn Antiochus IV. begann mit einer grausamen Unterdrückung der gläubigen jüdischen Bevölkerung. Die Besatzer verboten die Ausübung jüdischer Gesetze und verunreinigten den Tempel. Eine kleine Gruppe von Kohanim (jüdische Priestern) vereinigte sich zu den Chaschmonaim und bekämpfte die feindliche Herrschaft erfolgreich. Dies war das erste Wunder dieses Feiertags. Als der Tempel wieder eingeweiht werden sollte, wurde kein reines Öl gefunden, um den Menora-Leuchter zu entzünden. Nur ein Krug mit reinem Öl und Menge für einen Tag ausreichend wurde entdeckt und mit ihm gezündet. Es geschah allerdings ein Wunder und das Licht brannte acht Tage lang, bis wieder reines Öl hergestellt werden konnte. In Gedenken an diese zwei Wunder feiert man Chanuka. Im Zuge dessen zündet man im Laufe von acht Nächten den Chanukia-Leuchter mit acht Armen und isst ölhaltige Speisen, spricht besondere Gebete und ist freudig.

Chol-Hamoed

Dies ist der Schabbat am Chol Hamoed, am Zwischenfeiertag. Ist für einen Feiertag die Zeitspanne für eine Woche, bzw. außerhalb Israels acht Tage, angedacht, so gelten die Tage zwischen drittem und siebentem Tag (außerhalb Israels) als Chol Hamoed. Dies ist zu Sukkot und Pessach der Fall. An diesen Zwischenfeiertagen gilt es auch freudig zu sein, gewisse Tätigkeiten zu unterlassen und besondere Ge- bzw. Verbote zu befolgen. Der Schabbat in dieser Zeitspanne wird Schabbat Chol Hamoed genannt.

Eruw Tawschilin

Am Jom Tov, dem Feiertag (hier anwendbar zu Rosch Haschana, Sukkot, Pessach, Schawuot) ist wohl die Vorbereitung der Speisen für denselben Tag („Ochel Nefesch“) erlaubt, nicht aber für den auf den Feiertag folgenden Tag. Fällt nun ein solcher Feiertag unmittelbar vor einen Schabbat, so ist die Vorbereitung von Speisen für den auf den Feiertag folgenden Schabbat nur dann erlaubt, wenn man mit der Vorbereitung von Essen für den Schabbat bereits vor dem Feiertag angefangen hat. Dieser Anfang geschieht in der Form des „Eruw Tawschilin“. Eruw Tawschilin bedeutet „Verbindung von Speisen“. Es werden dabei zwei Speisen (üblicherweise ein Leib Brot, bzw. Challa und ein Ei) genommen, ein Segenspruch und eine Erklärung gesprochen. Dieser Eruw Tawschilin wird im Rahmen der letzten Schabbat- Mahlzeit verzehrt.

Gedenktag des Holocaust

Gedenktag der Schoa (Jom Haschoa wehaGwura) Am 27. Nissan wurde die Vernichtung der Warschauer Ghettos nach dem heldenhaften Aufstand vollendet. Wir gedenken der Opfer der Schoa und insbesondere Jener, die im Widerstand gegen die Nazis umgekommen sind.

Gedenktag fuer Gefallene der Zahal

Jom Hasikaron Am Vorabend des Jom Haazmaut gedenken wir all Jener, die im Kampf um die Unabhängigkeit des Staates Israel und dessen Existenz im Verlaufe der mehr als 6 Jahrzehnte ihr Leben lassen mussten.

Haazmaut

Nach Jom Hasikaron, dem Gedenktag für die Gefallenen im israelischen Militär für den Staat Israel, wird Jom Haazmaut, der Unabhängigkeitstag des Staates Israel gefeiert, welcher am 5.Ijar 5708 (14.5.1948) vom ersten Ministerpräsidenten Ben-Gurion ausgerufen wurde.

Hachodesch

Paraschat Hachodesch Dieser Tora-Abschnitt wird immer am Schabbat vor Rosch Chodesch Nissan gelesen. Der Abschnitt beschreibt den Jahresanfang laut der Tora mit dem Monat Nissan. Das Vorlesen sollte die jüdische Gemeinde auch an das bevorstehende Pessachfest und zur Zeit des Heiligen Tempels an die damit verbundene Pilgerfahrt nach Jerusalem erinnern.

Hagadol

Schabbat Hagadol Der Schabbat vor Pessach wird Schabbat Hagadol – der Große Schabbat genannt. An diesem Schabbat - in jenem Jahr am 10. Nissan- wählte jedes Familienoberhaupt des noch in Ägypten versklavten Volkes Israel ein Lamm um es am 14. Nissan als erstes Pessachopfer darzubringen. Dies stellte eine immanente Gefahr für die Israeliten dar, da das Lamm in Ägypten als Gottheit verehrt wurde. Nichtsdestotrotz wurde den Kindern Israel kein Leid angetan, G’TT verhinderte das Eingreifen der Ägypter für volle vier Tage, an denen das Lamm erst beiseite genommen und zum Opfer erkoren wurde.

Hoschana Raba

Der siebte Tag des Sukkotfestes wurde von den Propheten Haggai, Sacharia und Maleachi mit besonderer Bedeutung versehen. Er ist bedeutend für die bevorstehende Regenzeit. Im synagogalen Ritus werden in Anlehnung an den Tempeldienst Weidenzweige zusammengenommen und im Gebet verwendet. Die zu Sukkot rezitierten „Hoschanot-Gebete“ werden zu Hoschana Raba vermehrt gesprochen.

Jom Jeruschalajim

An diesem Festtag, dem 28. Ijar, wird der Rückeroberung Jerusalems im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs im Juni 1967 gedacht und dieses Ereignis der Wiedervereinigung der Heiligen Stadt gefeiert.

Jom Kippur

Jom Kippur ist der letzte der Zehn Bußetage. An diesem Tag werden die Eingetragenen des dritten Buches gerichtet und ihr Verhalten während den Zehn Bußetagen gewertet. Sie werden dann für ein gutes oder ein schlechtes Leben und Jahr in eines der zwei anderen Bücher eingetragen. Als der Heilige Tempel in Jerusalem stand, war es dem Hohepriester nur am Jom Kippur gestattet, das Heiligste Zentrum des Tempels zu betreten um für das Jüdische Volk zu beten. Jom Kippur ist ein Fasttag, an dem Essen und Trinken, Salben, das Tragen von ledernen Schuhen, Waschen, und der Eheverkehr untersagt sind. Man widmet sich – den Engeln gleich – nur G’TT. Der Tag ist durch intensives Gebet geprägt, durch flehen, bitten und weinen. Höhepunkte der Gebetsverläufe sind das Kol Nidrej-Gebet am Beginn ein Aufheben der während des Jahres geleisteten Arten von Schwüren, welches bei Nichteinhaltung ein strenges Verbot darstellt) und das Ne’ila-Gebet am Ende des Fasttages. Letzteres gilt als intensivstes Gebet in Laufe des jüdischen Jahres, da die Himmelspforten sich schließen und nicht mehr viel Zeit bleibt, sich möglichst G’TT-gefällig zu bessern. Am Jom Kippur können nur Sünden zwischen Mensch und G’TT vergeben werden. Sünden zwischen Mensch und Mitmensch erfordern zuerst das Verzeihen des Mitmenschen.

Lag Baomer

Zwischen dem Abend des 2. Tages Pessach und Schawuot zählt man die 49 Omer-Tage, an denen man auf eine gute Ernte hofft. Das Gebot des Zählens ist in der Tora beschrieben. Auch gedenkt man der (132 - 135 n.) getöteten 24.000 Schüler Rabbi Akivas. Lag Baomer ist der 33. Tag dieser Omer-Zeit. An diesem Tag (lt. einer Meinung) hatte das Sterben sein Ende. Es ist außerdem ein Freudentag inmitten dieser ernsten Zeit, da Rabbi Schimon Bar Jochai an diesem Tag seinen Schülern tiefe Weisheiten im Judentum offenbarte und anschließend verstarb. Es war sein Wille, an seinem Todestag zu feiern.

Maariw

Als Maariw, oder Arawit, wird das Abendgebet bezeichnet. Wie auch die zwei weiteren Tagesgebete Schacharit und Mincha, sowie das am Schabbat und an Feiertagen gesprochene Mussaf steht das Maariw-Gebet stellvertretend für ein im Heiligen Tempel durchgeführter Dienst. Da der Bejt HaMikdasch allerdings nicht mehr steht, sind heute Gebete als im Sinne des religiösen Begriffs von „Awoda“ – Arbeit – stellvertretend für die Opfer. Angelehnt ist Maariw, das in der Nacht gesprochen wird, auch an den Urvater Ja’akow, der viele „dunkle“ Zeiten durchleben musste (Flucht vor seinem Bruder Esaw, Betrug bei Schwiegervater Lawan, Konfrontation mit seinem Bruder, Misshandlung seiner Tochter, Trauer um den frühen Tod seiner geliebteren Frau Rachel, Trauer um seinen totgedachten Sohn Josef, Hungersnot, Emigration nach Ägypten). Zentral steht das „Kriat Schma“, das Rezitieren des „Schma Israel“ in der Betordnung sowohl bei Schacharit und Maariw, da dies ein Gebot der Tora ist.

Maskir

Maskir, oder auch Jiskor genannt, was sich vom hebräischen Wort für Erinnern ableitet, ist ein Gebet zum Gedenken der verstorbenen nächsten Verwandten. Vier Mal im Jahr wird es in der Synagoge gesprochen. Auch für die Ermordeten in der Schoa gibt es ein spezielles Gebet. Kinder und andere Personen, die noch nicht nach einem nahe Verwandten trauern mussten, verlassen den Gebetsraum für diesen Teil, um kein schlechtes Omen wirken zu lassen.

Nachamu

Der Schabbat nach dem Fasttag zum 9. Aw wird „Trost-Schabbat“ (Schabbat Nachamu) genannt. Dies, weil in der Haftara der Trost des Propheten Jeschajahu (Kap. 40) nach der Zerstörung des Heiligen Tempels vorgetragen wird.

Parah

Paraschat Para Dieser Tora-Abschnitt wird am Schabbat vor dem Schabbat Paraschat HaChodesch gelesen. Es wird hier das in der Tora vorgeschriebene Ritual zur spirituellen Reinigung mit der „Roten Kuh“ verlesen. Dieses war nämlich von Nöten, wenn sich ein Jude durch die Berührung mit einem Toten spirituell stark verunreinigt hat. Um das bevorstehende Pessachopfer darbringen zu können musste man allerdings rein sein. Durch die Vorlesung dieses Tora-Abschnittes wurde die jüdische Gemeinde zur Zeit des Heiligen Tempels daran erinnert, sich gegebenenfalls durch das Ritual der „Para Aduma“ zu reinigen. Da die Bedeutung rund um diesen Dienst unserer Logik verschlossen bleibt, steckt in dem Akt der „Para Aduma“ auch ein tiefes Vertrauen in G’TT und eine Liebe für den Dienst an IHM.

Pessach

Dieses ist das erste der drei in der Tora vorgeschriebenen Wallfahrtsfeste. Es dauert sieben Tage (in der Diaspora acht Tage) und soll an den Auszug aus der ägyptischen Sklaverei erinnern. Dieser erfolgte unter dem Einfluss vieler Wunder, wie bspw. den Zehn Plagen. Es darf an diesem Feiertag nichts Gesäuertes (Chamez) besessen, gegessen oder genossen werden. Am ersten, bzw. auch am zweiten Abend hält der jüdische Haushalt einen „Seder“ ab, im Zuge dessen die Geschichte des Auszuges erzählt, gegessen und G’TT gepriesen wird. Man trinkt hierbei vier Becher Wein und isst jene Mazzot (ungesäuertes Brot) die auch während des gesamten Feiertages verzehrt werden. Pessach ist ein Fest der Befreiung und Erlösung.

Purim

Nach der Zerstörung des Ersten Jerusalemer Tempels wurde die jüdische Bevölkerung ins Exil in das Babylonische Reich vertrieben, welches etwa 40 Jahre später vom persischen Reich abgelöst wurde Achaschwerosch, einer der Könige und Haman, ein Minister des Königs, planten alle Juden zu ermorden. Die mutige Jüdin Ester und Mordechai der Weise aber retteten mit Hilfe G’TTES das jüdische Volk, welches sich erfolgreich gegen den Feind verteidigte. Im Andenken an diese Ereignisse wird Purim gefeiert. Man liest die Schriftrolle Ester zwei Mal, schenkt einander (Speise-) Gaben und unterstützt Bedürftige. Außerdem wird eine Festmahlzeit eingenommen, an der es ein Gebot ist, Alkohol (in Maßen) zu trinken.

Rosch Chodesch

Der jüdische Kalender besteht in der Regel aus zwölf Monaten, und im Schaltjahr aus 13 Monaten, jeder von diesen hat seinen eigenen Namen, welcher aber nicht hebräischen Ursprungs ist. Zur Zeit des Heiligen Tempels in Jerusalem bedurfte es zweier Zeugen, welche den Neumond gesehen haben, um diesen von der Großen Weisenversammlung auszurufen. Damit war der neue Monat angesetzt. Heutzutage kann Rosch Chodesch berechnet werden und ist der Gemeinde bereits im Vorfeld bekannt. Jeder Monat hat 29 oder 30 Tage. Rosch Chodesch wird als Halbfeiertag gehandhabt, an dem besondere Gebete gesprochen werden. Die praktische Bedeutung von Rosch Chodesch liegt darin, dass ohne das Wissen um den neuen Monat, das Volk die korrekten Zeiten für die Feiertage nicht einhalten kann. Daher die Freude, welche hier an den Tag gelegt wird, welche sich auch zu einem speziellen Gebet zur Heiligung des Neumonds (Kiddusch Lewana) wenige Tage nach Rosch Chodesch, äußert.

Rosch Haschana

Das jüdische Jahr beginnt mit dem Feiertag Rosch Haschana, was übersetzt soviel wie „Haupt des Jahres“ bedeutet. An diesem Tag wurde der Mensch geschaffen, er ist also sechster der sieben Schöpfungstage. Man bläst den Schofar, ein Widderhorn, als Anruf um Erbarmen vor G’TT und Aufruf an die Gemeinde, zu G’TT zurückzufinden. An diesem Tag nämlich wird jeder Mensch vor einem himmlischen Gericht entweder in ein Buch der Wohltat oder in ein Buch der Bestrafung eingetragen. Dies ist entscheidend für den Verlauf des weiteren Jahres jeder Person. In ein drittes Buch werden all Jene eingetragen, welche weder vollkommene Bösewichte, noch vollkommene Gerechte sind. Diese haben Zeit, sich in den Zehn Bußetagen zu bessern. An diesen ist jeder Jude besonders aufgerufen, mit G’TT und seinem Nächsten ins Reine zu kommen. Jom Kippur markiert den Höhepunkt des Jahres und auch der Zehn Bußetage. Spezielle Speisen werden am Rosch Haschana als Zeichen für ein gutes neues Jahr gegessen.

Sachor

Vor Pessach gibt es vier besondere Schabbatot, an denen man den Maftir (Abschluss der Toralesung) nicht aus dem laufenden Wochenabschnitt liest, sondern einen anderen Text, der uns an das Leben in Israel zur Zeit des Tempels erinnert. Der zweite dieser Schabbatot ist „Schabbat Sachor“, der Schabbat vor Purim . An diesem Schabbat liest man in der Tora den Abschnitt über den Befehl, das Volk Amalek zu zerstören (Dewarim Kap. 25,17 ff). Dieses griff das jüdische Volk aus reinem Atheismuswahn in der Wüste an. Es sind dies Nachfahren von Esaw, dem Bruder von Ja’akow. Man liest diesen Teil vor Purim, da auch Haman ein Amalekite war. Es ist ein Gebot diese Tora-Vorlesung zu hören.

Schabat Chason

Der Schabbat vor dem 9. Aw wird Schabbat Chason genannt, da die Haftara-Lesung (Jeschajahu, 1. Kapitel) sich schon auf die Katastrophen vom 9. Aw bezieht. Sie beginnt mit den Worten „Chason Jeschajahu“.

Schabbat

Der erste Schabbat war der Ruhetag des Ewigen nach den 6 Tagen der Schöpfung. So wie der Ewige nach Vollendung der Schöpfung ruhte, so sollen auch wir nach 6 Tagen der Arbeit und des Schaffens von schöpferischer Tätigkeit („Melechet Machschewet“) Abstand nehmen. Uns wurde die Einhaltung des Schabbat nach dem Auszug aus der ägyptischen Sklaverei anbefohlen, weswegen der Auszug aus Ägypten der zweite Angelpunkt des Schabbat ist. „Sachor“ – Gedenke durch Kiddusch und Hawdala , sowie „Schamor“ – Hüte, sind die Säulen unseres Schabbat. Dazu kommt die Freude („Oneg“) des Schabbat. Die Freude drückt sich im Einnehmen von drei Mahlzeiten, dem Besuch der Synagoge, dem Studieren Heiliger Texte, sowie dem Beisammensein von Familie und Freunden aus. Die Ruhe findet man durch den Verzicht von gezählten „39 Tätigkeiten“, welche einen gewissen Arbeitsverzicht implizieren. Keine Anstrengungen jeglicher Art sollen diesen Heiligen Tag schmälern.

Schabbatzeiten

Der Schabbat beginnt Freitag abends vor Sonnenuntergang und endet Samstag abends nach dem Sichtbarwerden von „drei mittelgroßen Sternen“. Um nun nicht eines der Verbote zu übertreten oder auch ein Gebot zu vergessen, sind die Beginn- und Endzeiten des Schabbats wichtig, welche heutzutage vorgerechnet und in der Gemeinde im so genannten „Schabbeszettel“ bekannt gemacht werden.

Schawuot

Das „Wochen“-Fest ist das zweite Wallfahrtsfest im jüdischen Jahr, lt. der Tora. An ihm wird die Tora-Gabe am Berg Sinai in der Wüste gefeiert. Teil dieses Festes ist es, die ganze Nacht hindurch Tora zu lernen. Dies rührt u.a. daher, dass viele Juden am Berg Sinai in der Nacht vor der Tora-Gabe schliefen und erst von G’TT geweckt werden mussten, die Tora zu empfangen. Außerdem gibt es den Brauch milchige Speisen zu essen, da (lt. einer Meinung) das jüdische Volk bei der Tora-Gabe am Berg Sinai auch die Gebote von Kaschrut bekommen hatte. Nun war es ihm verboten jegliche Tiere zu essen und selbst die nun koscheren, mussten rituell geschlachtet, sowie Geschirr gekaschert werden. Bis also all dies geschehen konnte, wurde auf milchige Speisen zurückgegriffen. Außerdem wird das Buch Rut gelesen, da die Geschichte rund um die zum Judentum übergetretene Moabiterin Rut zum einen zur Zeit der Ernte fiel, wie auch Schawuot heute und zweitens, Rut die Wahrheit im Judentum fand und die Tora annahm, wie auch das jüdische Volk es am Berg Sinai tat.

Schemini Azereth

Dies ist ein selbstständiger Feiertag, schließt aber nahtlos an den Feiertag von Sukkot an. In Erklärungen heißt es, dieser Feiertag symbolisiere die besondere Verbindung zwischen G’TT und seinem auserwählten Volk. In Israel wird Schemini Azeret und Simchat Thora zusammen gefeiert. Wie auch zu anderen Feiertagen sind bestimmte Ge- und Verbote zu befolgen, man verbringt die Zeit beisammen und freut sich, Teil des Auserwählten Volkes zu sein.

Schkalim

Vor Pessach gibt es vier besondere Schabbatot, an denen man den Maftir (Abschluss der Toralesung) nicht aus dem laufenden Wochenabschnitt liest, sondern einen anderen Text, der uns an das Leben in Israel zur Zeit des Tempels erinnert. Der erste dieser Schabbatot ist „Schabbat Schkalim“. An dem Schabbat vor Rosch Chodesch Adar liest man in der Tora den Abschnitt über das Beisteuern jedes Mannes über 20 Jahren von einem halben Schekel für die Kassa des Bejt HaMikdasch (der Heilige Tempel in Jerusalem). Mit diesem Geld wurden die täglichen Opfergaben (Olat Tamid) für den Heiligen Tempel finanziert. Und da es sich dabei um Opfergaben des gesamten Volkes handelte, war es auch wichtig, dass wirklich jeder Einzelne, ob reich oder arm, diesen Betrag von einem halben Schekel leistete. Der Arme sollte nicht weniger und der Reiche nicht mehr als diesen Betrag beisteuern, damit die Einheit des Volks gewahrt bliebe und keine soziale Kluft innerhalb der jüdischen Gemeinschaft aufgehen solle.

Schuwa

Der Schabbat Schuwa ist der Schabbat zwischen Rosch Haschana und Jom Kippur, also der Schabbat in den Zehn Bußetagen. Es ist hier üblich, dass die Rabbiner in ihren Reden die Gemeinde aufrufen, Buße zu tun in dieser kritischen Zeit. Denn das Volk wird darin G’TTLICH gerichtet und findet am Jom Kippur sein abschließendes Urteil. Es gilt also in dieser Zeit intensiv zu beten, sich G’TT wieder zuzuwenden und Wohltat am Nächsten zu üben. Denn das, so heißt es, weisen das böse Urteil ab.

Simchat Thora

Simchat Tora, am Ende des Sukkot- Festes ist jener Tag, an dem wir das Lesen der Tora mit dem letzten Abschnitt abschließen und das Lesen der Tora unverzüglich wieder von Anfang beginnen; wodurch unsere Liebe zur Tora und zum Lernen derer unterstrichen wird. Tänze bis spät in die Nacht finden in Synagogen weltweit statt, Männer und Kinder Torarollen im Arm tragend. Ein Höhepunkt ist sicherlich am Tag, da jeder Jude zur Tora aufgerufen wird und durch ihn ein Abschnitt vorgelesen wird. Selbst Kinder werden aufgerufen und sprechen gemeinsam die Segensprüche über die Tora auf der Bima.

Slichot

Slichot sind Gebete, welche zur Buße anregen sollen und G’TT um Verzeihung bitten. Sie werden in den Tagen vor Rosch Haschana in der früh, noch vor Tagesanbruch inniglich gesprochen. Kern der Slichot stellt die Rezitation der dreizehn „Attribute der Güte“ G’TTES dar, welche von Mosche an G’TT nach der Sünde des jüdischen Volkes rund um das goldene Kalb getragen wurden. Die Bedeutung dieser Wörter ist so heilig, dass sie nur in einem Minjan, einem Quorum von zehn Männern, vorgetragen werden dürfen.

Sukkot

Sukkot sind wörtlich übersetzt „Laubhütten“, in welchen das Jüdische Volk, nach dem Auszug aus Ägypten, in der Wüste umherzog. Dieser Feiertag enthält viele Gebote und wird sehr freudig zelebriert. Man isst, schläft, lebt sogar in gebauten Hütten für sieben Tage. Dies soll das Vertrauen auf G’TT symbolisieren. Laut der Tora nimmt man vier Pflanzenarten (einen Palmenzweig, den „Lulaw“; drei Myrtenzweige, die „Hadassim“; zwei Bachweidenzweige, die „Arawot“; sowie eine Zitronatzitrone, den „Etrog“) zusammen und benützt das Bündel beim Gebet. Das Fest soll den spirituellen Charakter in jedem Juden wecken. Sukkot ist eines der drei Wallfahrtsfeste, an dem Juden zur Zeit des Heiligen Tempels in Jerusalem dorthin pilgerten. Es finden unter der Festwoche Feiern statt, welche als „Simcha Bejt HaSchoewa“ bezeichnet werden und an die außergewöhnlichen Festivitäten zur Zeit des Heiligen Tempels erinnern sollen.

Taanit Ester

Dieser Fasttag fällt auf den Tag vor Purim, beginnt in der früh und endet am Abend nach dem Maariw-Gebet, nach dem Megilla-Lesen von Purim. Man gedenkt der jüdischen Bevölkerung des Persischen Reiches, welche sich erfolgreich – und fastend – dem Feind zu Purim widersetzte. Laut einer weiteren Meinung wird hier auch dem Fasten Esters gedacht, bevor sie unerlaubter Weise vor den König trat und für ihr Volk eintrat. Ihr Fasttag dauerte allerdings drei Tage und fiel auf den Monat Nissan. Der Fasttag trägt ihren Namen weiters, da Königin Ester es war, die zu fasten befahl.

Tu Bischwat

Seit Hillel und seinen Schülern gilt der 15. Tag im Monat Schwat als „Jahresbeginn für die Bäume“. Die agrarkulturellen Gebote der Tora geben nämlich genau vor, laut einigen Meinungen wann das Land brach liegen soll und wann Abgaben für Bedürftige geleistet werden müssen. Diese landwirtschaftlichen Jahresrechnungen beziehen sich auf den 15. Schwat. Die Regenzeit in Israel gilt mit diesem Tag für beendet und das Sprießen neuer Pflanzen und Früchte kann beginnen. Man feiert dieses Fest mit dem Verzehr von Früchten aus Israel.

Weten Tal Umatar

Weten Tal Umatar - „und gib Tau und Regen“ Dies ist in den Wintermonaten eine Einfügung in die Amida (Schmone Essre) ,das Achtzehn-Gebet des täglichen G’TTESDIENSTES. Es wird hier um Tau und Regen für die bevorstehende Saison gebetet. Begonnen damit –im Ausland- wird zu Maariw am 4. oder 5. Dezember und jährlich beendet am 1. Tag Pessach .

Wochenabschnitt

Das wöchentliche Lesen des Wochenabschnitts im Rahmen des G’ttesdienstes am Schabbat wurde durch Esra und die „Ansche Knesset HaGedola“, die „Männer der großen Versammlung“ im 5. Jahrhundert v. eingeführt. Demnach wird die Tora in 54 Wochenabschnitte eingeteilt, sodass im Verlaufe eines Jahres die schriftliche Tora zur Gänze gelesen wird.

Zom Gedalia

An diesem Fasttag gedenkt man der Ermordung Gedalia ben Achikams. Nach der Zerstörung des ersten Tempels in Jerusalem durch die Babylonier (586 v.) wurde er als Statthalter für die verbleibenden Juden in Jerusalem eingesetzt. Als er allerdings ermordet wurde, war das der letzte Schicksalsschlag der verbliebenen Juden, die das Land verließen.

Glossary 2.64 is technology by Guru PHP