Der Misbeach im Hof des Mischkan bestand aus Platten, das innere war jedoch hohl. Während den Lagerungen des Volkes in der Wüste jedoch wurde er jeweils mit Sand angefüllt. Was ist die Idee dahinter, dass der Misbeach nicht massiv gebaut wurde, sondern innen hohl war, und weshalb wurde er dann mit Sand gefüllt?
Ich möchte eine Erklärung meines Vaters s.A. zusammenfassen: Die Gemara in Masechet Brachot berichtet davon, dass Rabbi Akiva vor seiner Hinrichtung mit einem gewissen Papus im Gefängnis saß. Dieser erklärte Rabbi Akiva, dass er ihn beneide, da Rabbi Akiva wegen des Toralernens und -lehrens inhaftiert wurde, er selbst allerdings nur wegen nichtiger Dinge. In Masechet Bava Batra erläutert die Gemara, was diese "nichtigen Dinge" waren, wegen derer Papus verhaftet und schließlich hingerichtet wurde: Nachdem die Tochter des römischen Statthalters tot aufgefunden wurde, mussten die Bewohner einen Täter ausliefern, ansonsten würden alle getötet werden. Papus und sein Bruder übergaben sich den Römern, obwohl sie nichts mit dem Tod des Mädchens zutun hatten. Die Gemara erklärt, dass im Himmel niemand höher steht als diese beiden. Und doch sah Papus seine Tat als nichtig im Vergleich zu Rabbi Akiva. Dies erläutert die unglaubliche Bedeutung, die das Toralernen hat.
Aus diesem Grund musste das Tor zum heiligen Innenbereich des Mischkan immer offen sein, wenn geopfert wurde: Der Misbeach sollte mit dem Aron Hakodesch in Verbindung stehen, in dem die Tora aufbewahrt war.
Der leere und im Zeitpunkt des Dienstes nur mit Sand gefüllte Misbeach symbolisiert genauso die Tatsache, dass nichts, nicht einmal der heilige Misbeach, auf dem die Opfer dargebracht werden, eine Bedeutung hat im Vergleich mit der Bedeutung der Tora.


In der Parascha dieser Woche wird von den Spenden berichtet, die für den Bau des Mischkan gebracht wurden. Wörtlich sagt G'tt "bringt mir eine Spende" und Raschi erklärt, dass damit gemeint ist, dass die Spende "in G'ttes Namen", also um seiner Willen gegeben werden soll. Das bedeutet, dass man auch die Absicht haben musste, damit G'ttes Willen zu erfüllen, dass damit der Mischkan gebaut wird.
Bei der Mizwa der Zedaka, Wohltätigkeit, gilt grundsätzlich, dass keine Absicht erforderlich ist. Selbst wenn einem Geld aus der Tasche fällt und ein Armer es an sich nimmt, hat man die Mizwa damit erfüllt. Warum war für diese spezielle Spende doch eine Absicht, damit ein Gebot zu erfüllen notwendig?
In der Gemara wird berichtet, wie sich die Völker der Welt damit rühmen, dass sie Märkte, Straßen, Bäder und Brücken zum Wohle der Juden gebaut hätten. Doch G'tt stellt das richtig: Die Vöker, die dies behaupten, sind Narren, denn sie taten all dies zum eigenen Genuss und es ergab sich nur, dass die Juden ebenfalls davon profitierten. Der Brisker Raw merkt dazu an, dass sie eigentlich keine Narren, sondern Lügner sind. Sie haben die Dinge ja wirklich für sich selbst getan. Doch basierend auf dem vorher dargelegten ist der dieser Einwand nicht verständlich: Unabhängig von ihren Intentionen haben sie den Juden Gutes getan. Weshalb soll hier die Absicht eine Rolle spielen?
Wenn jemand Geld als Zedaka Bedürftigen gibt, gibt er eigentlich nicht von seinem Geld. G'tt hat ihm Geld anvertraut, damit er es Bedürftigen zukommen lässt. Das ist vergleichbar mit jemanden, der einem anderen etwas mit einem Boten schickt. Nicht der Bote ist Schenker, sondern dessen Auftraggeber. Dementsprechend "tut" man nicht wirklich etwas, wenn man ihm Zedaka gibt. Die Absicht, die dahinter steckt, ist das einzige relevante, das ein Mensch aktiv tut, um diese Mizwa zu erfüllen. Da alles Materielle auf der Welt G'ttes ist, haben die Völker nicht wirklich etwas für die Juden getan. Doch hätten sie die richtigen Absichten gehabt, hätte es insgesamt als Mizwa gegolten.
All dies verpackt Raschi in dem einen Ausdruck "um meiner Willen": Den Verdienst für diese Spende erhält man, wenn man es "in G'ttes Namen" tut. 


Eines der wichtigen Geräte für den Mischkan, das in der dieswöchigen Parascha beschrieben wird, ist der Leuchter. Die Art, wie dieser aufgebaut ist, bringt es mit sich, dass die äußeren Arme länger waren als die inneren, die näher zur Mitte lagen. Ein ähnliches Muster ergab sich auch bei der Durchquerung des Schilfmeeres: Das Volk betrat das Wasser an einem Ufer, ging dort in einem  Halbkreis am selben Ufer etwas versetzt wieder an Land. Dabei ergab es sich, dass diejenigen, die an G'tt und seinen Diener Mosche glaubten, wie Nachschon, der das Meer noch betrat, als es ihm buchstäblich bis zum Hals stand, oder die Stämme Jehuda und Binjamin, die darum stritten, wer es zuerst durchqueren dürfe, den kürzesten Weg nahmen. Andere, die weniger stark an G'tt und seine Kontrolle über das Meer glaubten, gingen einen längeren Weg in einem der äußeren Bögen. Dieser längere Weg diente dazu, ihren Glauben zu stärken. Die gleiche Symbolik trifft auch beim Leuchter zu: Das Hauptlicht ist das mittlere. Je kleiner man sich selbst macht, in dem man bescheiden ist und die eigene Bedeutung nicht überbetont, desto weiter in der Mitte ist man, desto näher ist man G'tt. Wenn man sich allerdings selbst sehr wichtig nimmt, entfernt man sich damit automatisch auch von G'tt.


Am Ende der Parascha der Vorwoche kommt das bekannte Versprechen des Jüdischen Volkes vor: "Wir werden machen, und wir werden hören." Raschi erklärt, dass die Abschnitte der Tora nicht notwendigerweise chronologisch geordnet sind. Im Konkreten wurde dieser Satz bereits vor der Toragabe, also in dem Zeitraum, über den ansonsten in Paraschat Jitro berichtet wird, geäußert. Doch weshalb wird er dann ausgerechnet am Ende von Paraschat Mischpatim zitiert?
In Megillat Eicha gibt es den Pasuk: "Lasst uns unser Herz zu Händen heben." Es kommt oft vor, dass man im Herzen ein Gefühl der Begeisterung für Tora und Mizwot spürt. Doch oft bleibt davon nicht viel übrig, und manchmal sogar gar nichts. Doch woran liegt es, dass von so heiligen Gedanken und Plänen manchmal so wenig übrig bleibt? Der Fehler liegt darin, dass man plant, "morgen", "Rosch Haschana", "nächsten Monat", etc. mit einem Vorsatz zu beginnen. In Wirklichkeit muss man einen Vorsatz sofort in die Tat umsetzen. Dies ist damit gemeint, dass man das "Herz zu Händen hebt." Ein Vorsatz im Herzen muss sofort mit den Händen umgesetzt werden. 
Dies ist der Grund für die Platzierung des genannten Pasuks: Sofort nach dem Versprechen, alles zu tun, was in der Tora steht, folgt in der Parascha dieser Woche der Bau des Mischkan, damit den heiligen Gedanken des Volkes sofort Taten folgen.


G'tt sprach zu Mosche: Sprich zu Jisraels Kinder, dass sie Spenden nehmen sollen (...)

Am ersten Pasuk der dieswöchigen Parascha, der von einer Spendensammlung erzählt, fällt auf, dass die Worte "Sprich zu Jisraels Söhnen" überflüssig wirken. Es reicht eigentlich zu schreiben: "G'tt sprach zu Mosche: Jisraels Kinder sollen (...) nehmen." Der Ba'al Haturim erklärt allerdings, dass Spenden immer von mindestens zwei Personen gesammelt werden müssen, was in dieser Wortfolge angedeutet wird: Mosche soll zu "Jisraels Kindern" sprechen, das sind in diesem Fall die Personen, die die Spenden einheben, und diese sollen dann die Spenden vom Volk (entgegen)nehmen. Der Kli Jakar ergänzt, dass die Spendensammler zumächst selbst für den Zweck, für den sie sammeln spenden sollen, wie es uns der Pasuk auch andeutet: Sprich (zunächst) zu Jisraels Kindern (den Spendensammlern), dass sie spenden und dann erst Spenden entgegennehmen sollen.


Sprich zu Israels Söhnen, dass sie für mich eine Spende in Empfang nehmen. Von jedermann, den sein Herz zur freiwilligen Abgabe bewegt, sollt ihr meine Spende in Empfang nehmen.

Es gibt mehrere Erklärungsansätze, weshalb im zweiten Satz nocheinmal steht, dass die Spende in Empfgang genommen werden soll, wenn das doch bereits im ersten Satz steht.
Eine Erklärung nimmt darauf Bezug, dass die Dinge, die wir spenden, uns gar nicht gehören. Wir nehmen etwas, das wir von G'tt bekommen haben und spenden es. Im konkreten Fall der Spenden für den Bau des Mischkan nahm das Volk Vermögen, das es von G'tt erhalten hatte und spendete es für das Heiligtum G'ttes. Deshalb betont die Tora hier, dass die Spende in Empfang genommen wird, denn sie wird nicht "gegeben", in dem Sinn, dass jemand etwas hergibt, das ihm gehört.
Es kann vorkommen, dass sich jemand bei einem Charity-Event befindet und von einer Rede so mitgenommen wird, dass er einen hohen Betrag, z.B. 1000 € spenden will. Doch noch während der Abend voranschreitet und der Eindruck der Rede nachlässt, reduziert er seine Spende in Gedanken immer weiter, bis er sich schlussendlich nur zu einem viel kleineren Betrag, z.B. 180 € verpflichtet. Doch auch diese Zusage bereut er möglicherweise schon am folgenden Tag. Deshalb sagt uns die Tora nach einer anderen Erklärung, dass man eine zugesagt Spende ("jedermann, den sein Herz zur freiwilligen Abgabe bewegt") sofort in Empfang nehmen soll, noch bevor der Spender seine großzügige Zusage eventuell bereut. In ähnlicherweise gibt es in den chassidischen Schriften die Erklärung zu einem Pasuk in Paraschat Matot: "Nach allem, was aus seinem Mund geäußert worden, hat er zu tun." Es ist selbstverständlich, dass man Zugesagtes tut, die Tora will uns mit dieser Anordnung sagen, dass wir etwas Versprochenes sofort tun sollen, um es später nicht zurückzunehmen.


Der Aron Hakodesch, in dem die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt wurden, bestand eigentlich aus drei Schichten - einer Holzkiste und einer Goldschicht jeweils Innen und Außen. Die Gemara erklärt, dass diese Tatsache die Grundlage für den Grundsatz ist, dass ein Gelehrter "Innen wie Außen" sein soll, dass er also auch im Inneren so sein soll, wie er nach Außen scheint. Aus diesem Grund stellte Rabban Gamliel einen Wächter vor sein Beit Midrasch, der nur den hinein ließ, dessen Inneres wie sein Äußeres war. Als Rabbi Elasar ben Asarja zum Leiter des Beit Midrasch ernannt wurde, schaffte er den Wächter ab. Noch an diesem Tag mussten 400, oder nach einer anderen Meinung sogar 700 neue Bänke herbeigeschafft werden, um allen neuen Schülern Platz zu bieten. Rabban Gamliel war sehr betrübt, er machte sich sorgen, dass er vielleicht Juden vom Toralernen abgehalten hatte.

Doch wusste er nicht, dass er Juden vom Toralernen abhalten wird, wenn er nicht jeden eintreten lässt? Der Kotzker Rebbe erklärt, dass Rabban Gamliel natürlich wusste, dass weniger Leute lernen, wenn er nicht alle einlässt. Doch er unterschätzte die Wirkung eines heiligen Ortes auf den Menschen und wusste nicht, dass auch diejenigen, deren Äußeres nur Schein war, sich im Beit Midrasch ändern konnten.
Rabban Gamliels Stütze in der Tora für seine Politik an der Pforte des Beit Midrasch ist der erwähnte Aron Hakodesch, dessen Inneres auch wie sein Äußeres war. Doch worauf bezog sich Rabbi Elasar Ben Asarja, als er auch andere einließ? Er nahm auf das Holz in der Mitte des Aron bezug, das zunächst nur einseitig beschichtet ist und sich dann noch ändert, sodass er schlussendlich Innen wie Außen goldbeschichtet ist.


Im Mischkan und im ersten Tempel befand sich im allerheiligsten Teil der Aron Hakodesch, ein Kasten, in dem die ersten, zerbrochenen Tafeln mit den Zehn Geboten, die zweiten Tafeln und das Sefer Tora von Mosche Rabbenu aufbewahrt wurden. 40 Jahre vor der Zerstörung des ersten Tempels wurden die Tafeln, das Sefer Tora und einige andere Dinge vom damaligen König zusammen mit dem Propheten Jirmijahu und den Lewi'im in einer Höhle unter dem Tempel verwahrt, damit sie bei der drohenden Zerstörung nicht in die Hände der Eroberer fallen. Als der Tempel 70 Jahre nach der Zestörung unter der Führung von Esra und Nechemja wieder aufgebaut wurde, wurden auch die Geräte wieder hergestellt, allerdings mit einer Ausnahme: Es wurde kein Aron Hakodesch hergestellt, sodass das Kodesch Kodaschim, der allerheilgste Teil des Tempels, leer blieb.
Die Gemara erzählt, dass Nichtjuden, die den Aron Hakodesch mit den Kruwim, zwei Engelsabbildungen, die sich auf dem Deckel des Aron Hakodesch befanden, sahen, sehr verwundert waren. Sie hielten diese Abbildungen für Götzen, die von der Tora eigentlich verboten sind. Doch von der Tatsache abgesehen, dass diese Figuren nicht angebetet wurden und von G'tt angeordnet wurden, übersahen sie vor allem eines: Die Kruwim schauten hinunter, auf den Aron Hakodesch, also direkt auf das Sefer Tora und die Tafeln mit den Zehn Geboten, in einer Art, in der man nie ein Gottesbild darstellen würde.
Genau das ist der Grund, weshalb es im zweiten Tempel keinen Aron Hakodesch gab: Da sich darin keine Tafeln und kein Sefer Tora befunden hätten (diese waren ja versteckt worden), hätten die Kruwim tatsächlich wie Götzen wirken können. Um das zu finden, ließ man das Kodesch Kodaschim lieber leer.


In der Parascha dieser Woche wird das Volk dazu aufgerufen, sich an einer Spendenaktion für den Mischkan, das Stiftszelt, zu beteiligen. Doch eigentlich ist es seltsam, dass G'tt für diesen Zweck sammeln lässt - immerhin gehört G'tt alles, was auf der Erde existiert, alles Geld, alle Rohstoffe. Er gibt uns also Vermögen, nur damit wir es ihm wieder zurückgeben.
Das lässt sich mit einem Kind vergleichen, das von seinen Eltern Geld bekommt, mit dem es dann seinen Eltern etwas schenkt, das diese vermutlich nicht brauchen, da sie es sich sonst jederzeit selbst kaufen könnten. Doch das Kind macht den Eltern mit diesem Geschenk trotzdem, oder gerade deshalb, eine Freude, denn es zeigt damit die Liebe und Zuneigung zu seinen Eltern.
Raschi übersetzte die Worte "für mich" in der Wendung "Nehmt für mich eine Spende" wörtlich mit "für meinen Namen". Damit kann einerseits gemeint sein, dass diese Mizwa der Spende für den Mischkanbau "leschem schamajim", also für G'tt, nur wegen der Mizwa, erfüllt werden soll. Zdakka, das Spenden für wohltätige Zwecke, ist nämlich eine der Mizwot, die ohne weiteres auch für einen bestimmten Zweck getan werden dürfen. Man darf also etwas spenden, damit jemand zum Beispiel gesund wird, einen Job erhält, etc. Das betrifft aber nur Spenden, bei denen man die Situation eines anderen Menschen verbessert. Wenn man aber G'tt etwas spendet, der, wie bereits erklärt, auf diese Spende natürlich nicht angewiesen ist, darf dies ausschließlich zum Erfüllen der Mizwa getan werden und darf nicht anderen Zwecken dienen.
Andererseits kann man Raschis Anmerkung aber auch wörtlich nehmen: Der wahre Name G'ttes durfte nur im Mischkan und im Beit Hamikdasch ausgesprochen werden. G'tt rief also dazu auf, Spenden zu sammen "für seinen Namen", also damit sein Name im zu errichtenden Mischkan ausgesprochen werden kann.


Auf dem Aron Hakodesch, der Bundeslade, in der die Tafeln mit den Zehn Geboten und das Sefer Tora aufbewahrt wurden, befanden sich zwei Kruwim, Figuren aus Gold in der Gestalt von Kindern mit Flügeln. In unserer Parascha wird beschrieben, dass die beiden Kruwim einander anschauten. Als der Prophet Jecheskel das Beit Hamikdasch beschrieb, in den der Aron Hakodesch später gestellt wurde, schreibt er, dass die beiden Kruwim in Richtung Tempel schauten, also einander nicht anschauten. Die Gemara erklärt, dass die beiden Kruwim G'tt und das Volk symbolisieren, so dass sie einander anschauten, wenn das Volk sich an G'ttes Gebote hielt, während sie wegschauten, wenn das Volk sich nicht an G'ttes Gebote hielt.
Als das Beit Hamikdasch zerstört wurde, betraten die Babylonier das Allerheiligste, in dem sich der Aron Hakodesch befand, und sahen dort, dass die Kruwim einander anschauten. Doch die Zerstörung des Tempels war doch der Höhepunkt der Zerstörung Jerusalems und der Vertreibung des Volks als Strafe dafür, dass sie sich von G'tt abwandten. Die Kruwim sollten einander also auf keinen Fall anschauen.
Bezüglich der Bestrafung durch bis zu 39 Schläge, die es für manche Vergehen in der Tora gibt, steht, dass man nicht mehr Schläge geben darf, damit "dein Bruder" nicht stirbt. Die Gemara fragt zu dieser Stelle, wieso man ihn noch "Bruder" nennt. Immerhin hat er vor zwei Zeugen, nach ausdrücklicher Vorwarnung, dass er sonst bestraft würde, zum Beispiel unkoscheres Fleisch gegessen. Jemand, der absichtlich nach Vorwarnung G'ttes Gebote übertritt kann man eigentlich nicht mehr als Bruder bezeichnen. Doch weil er bestraft wurde, heißt er wieder "dein Bruder", denn die Sünde ist damit gebüßt und wird nicht mehr in Betracht gezogen.
Das selbe ist beim Beit Hamikdasch passiert: Das Eindringen der Feinde in das Allerheiligste war der Höhepunkt der Bestrafung für das Volk, damit waren die Sünden, die zur Bestrafung geführt haben, gebüßt und die Kruwim schauten einander wieder an.
Wir lernen darauf, dass wir Menschen nicht an ihre früheren schlechten Taten erinnern können - die Tatsache, dass sie Tschuwa gemacht haben und sich jetzt richtig verhalten ermöglicht ihnen, neu zu beginnen, weshalb es keinen Grund gibt, an ihre Vergangenheit zu erinnern.


Bei den g'ttlichen Anweisungen, das Mischkan (Stiftszelt in der Wüste) und die Geräte zu bauen, wird immer das Wort "assita" verwendet, also "du sollst machen". Die einzige Ausnahme dazu ist der Aron, die Bundeslade, in der die Luchot Habrit, die Tafeln mit den Zehn Geboten, und das Sefer Tora von Mosche aufbewahrt wurden - dort steht "weassu", also "sie sollen machen".
Der Midrasch erklärt, dass das Bejt Hamikdasch, der Tempel in Jerusalem, wesentlich größer war als der Mischkan. Die Geräte hatten aber die gleiche Größe, mit Ausnahme des Aron, der im Tempel größer war als im Mischkan. Daher mussten mehrere gebaut werden, worauf die Tora anspielt, wenn sie sagt "sie sollen machen", da ja die verschiedenen Ausführungen von verschieden Leuten gebaut wurden.
Eine andere Erklärung besagt, dass jedes der Geräte im Mischkan eine bestimmte Bedeutung hatte. So stand der Schulchan, der Tisch für das Lechem Hapanim, für Parnassa, also für den Unterhalt des Menschen. Und der Aron stand für die Tora. Und so wie jeder Jude einen Anteil an der Tora hat, hat auch jeder Jude einen Anteil am Aron, weshalb die Tora uns als Volk befiehlt, dass "sie einen Aron machen" sollen. Denn jeder Jude hat eine Verantwortung für die Tora, und wer in seinem Leben nicht "seinen Anteil" Tora gelernt hat, hat seine Aufgabe auf dieser Welt nicht erfüllt.


In der Parascha dieser Woche wird der Befehl zum Aufbau des Mischkans in der Wüste gegeben. Dieser Befehl, ein Heiligtum aufzubauen, ist an sich heute noch in Kraft, er kann nur aus technischen Gründen nicht ausgeführt werden. In der Gmara steht aber, dass es zu jeder Zeit, in der das Bejt Hamikdasch nicht wiederaufgebaut wird, so ist, als würde es in diesem Moment zerstört werden. Denn wären die Gründe für die Zerstörung nicht mehr gegeben, würde es sofort aufgebaut werden.
Um uns an das Bejt Hamikdasch und die Zerstörung zu erinnern, sagen wir unter anderem an Wochentagen vor Birkat Hamazon "Al neharot Bawel", "An den Flüssen Babylons", ein Psalm, in dem über die Trauer über die Zerstörung Jerusalems und des Tempels gesprochen wird. Doch was ist der Zusammenhang dieser Erinnerung an den Tempel mit Birkat Hamazon?
Eigentlich hätte vom Tag der Zerstörung an, sobald keine Opfer gebracht und keine Weinzeremonien mehr stattfanden, der Genuss von Fleisch und Wein verboten werden müssen, genauso wie das in die Welt setzen von Kindern hätte verboten werden sollen, als den Juden die Mizwot von Brit Mila und Pidjon Haben verboten wurden. Doch es wird von der Halacha her keine Einschränkung auferlegt, die die Mehrheit der Leute nicht einhalten können. So ist es uns heute erlaubt, Fleisch zu Essen und Wein zu trinken. Doch anschließend sollen wir uns zumindest an den Tempel unds eine Zerstörung erinnern, und sagen des "Al neharot Bawel".


Für den Bau des Mischkan in der Wüste war eine größere Menge an Holz für den Bau der Pfeiler, die ihn umgaben, nötig. Der Midrasch Tanchuma beantwortet die Frage, woher das Volk mitten in der Wüste derartige Mengen an Holz hatte: Ja'akow hatte bei seiner Auswanderung nach Ägypten Zedern mitgenommen, die er dort einpflanzte. Er befahl seinen Söhnen und Nachfahren, dass sie diese Bäume mitnehmen sollen, wenn sie das Land verlassen werden.
Doch weshalb wurde dieser Baum in Ägypten erneut eingeplanzt? Bei guter Lagerung hätte das Holz die Zeit doch auch ohne erneutes Einpflanzen überstehen können.

Der Baum, den Ja'akow nach Ägypten mitnahm, war der selbe, den Awraham in Be'er Schewa eingeplanzt hatte, um in seinem Schatten Gäste zu bewirten und mit ihnen zu lernen. Später wurde dieser Baum auch von Jizchak und Ja'akow benutzt. Es war also wichtig, dass das Mischkan aus Holz gebaut wird, das aus Israel stammt und das Tora-Studium von großen Gelehrten unterstützt hat.
Doch der Baum wurde ja auch in Ägypten eingeplanzt. Dies war nötig, damit das Holz, das später den Grundpfeiler des Mischkan bilden sollte, nicht nur die Heiligkeit des Landes Israel und der Tora in sich trug, sondern auch die Leiden, die das Volk während der langen Zeit der Versklavung erlitten hat. So konnte es als Basis für das zentrale Heiligtum dienen.


In der dieswöchigen Parascha wird vom Bau des Mischkan (Stiftszelt) erzählt. Zu Beginn wird von der Spende erzählt, die das Volk gebracht hat, um die Bauarbeiten zu finanzieren. Dabei kommt das Wort Truma (Spende) dreimal vor, entsprechend der drei Spenden, die das Volk gebracht hat: Ein halber Schekel pro Person für die Grundpfeiler, ein halber Schekel pro Person als Beitrag für die öffentlichen Opfer, und eine freie Spende nach den finanziellen Möglichkeiten für die weiteren Materialien, die für den Bau nötig sind.
Wenn man sich den Wortlaut genauer ansieht, stellt man fest, dass die beiden Spendensammlungen, bei denen jeder einen gleichen Betrag gespendet hat, von G'tt als "meine Spende" bzw. "Spende für mich" bezeichnet werden, während die dritte Spende, bei der die Reichen viel und die Armen wenig gespendet haben, nur als "Truma", Spende, bezeichnet wird.

Wenn das ganze Volk gleich viel spendet, gibt es keine Basis für Hochmut, denn jeder hat gleich viel beigetragen. Deshalb musste für die Grundpfeiler, also die Basis des Mischkan, und für die öffentlichen Opfer jeder einen hakben Schekel spenden - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Um dennoch genügend Mittel für den Bau des restlichen Heiligtums aufzubringen, wurden auch weitere freie Spenden zugelassen. Doch diese bezeichnete G'tt nicht mehr als "seine" Spenden, denn bei diesen war die Gefahr für Missgunst, Hochmut und Arroganz gegeben.


In der Parascha dieser Woche befiehlt G'tt den Juden, Wertgegenstände für den Aufbau des Mischkan (Stiftszelt) zu spenden: "Ihr sollt mir eine Truma (Spende) nehmen." Raschi erklärt, dass das Wort "mir" in dem Fall "für meinen Namen" bedeutet. Normalerweise bedeutet der Ausdruck "für G'ttes Namen", dass man etwas mit dem Gedanken tut, eine Mizwa oder einen g'ttlichen Befehl zu erfüllen, und nicht etwa, um für sich persönlich einen Vorteil daraus zu gewinnen.
Es gibt aber eine Ausnahme vom Grundsatz, dass man Gebote "für den Namen" erfüllen muss: Wenn man Geld spendet, ist es erlaubt, dies mit einem persönlichen Hintergedanken zu tun. Dann stellt sich aber die Frage, wieso G'tt dann anordnet, dass man die Spende "für seinen Namen" erfüllen soll.

Eine Erklärung besagt, dass diese Spende eine Ausnahme war, weil sie dazu diente, die Sünde vom Goldenen Kalb zu sühnen. Dort waren die Juden bereit, ihre Wertgegenstände herzugeben, also sollten sie es ebenfalls mit der Spende von Wertgegenständen sühnen. Deshalb waren in diesem Fall keine persönlichen Motive für die Spende erlaubt.

Der "unaussprechliche" Name G'ttes durfte nur im Tempel in Jerusalem und im Stiftszelt in der Wüste ausgesprochen werden. In diesem Sinne gibt es eine zweite Erklärung, die besagt, dass Raschi in diesem Fall wörtlich zu nehmen ist: Die Juden sollen eine Spende bringen, damit das Stiftszelt aufgebaut werden kann, damit dort dann G'ttes Name ausgesprochen werden kann; sie sollen also "für meinen Namen" spenden.


Die dieswöchige Parascha beginnt mit diesem Befehl G'ttes: "Sie sollen für mich eine Spende nehmen. Von jedem Menschen, dessen Herz sich damit beschäftigt nehmt meine Spende."
Weshalb steht zuerst "Spende" und dann "meine Spende"?

"Eine Spende" wird nach diesem Vers also zu "G'ttes Spende", sobald sich jemandes Herz damit beschäftigt. Wir lernen daraus, dass man etwas, das man für Zdaka oder für eine Spende bestimmt sofort ins Eigentum der Person übergeht, der man spenden wollte. Es ist nicht nötig, dass man es der Person übergibt - das gedankliche Bestimmen reicht aus.

Nach dem selben Prinzip wird einem eine ehrlich geplante gute Tat angerechnet, als ob man sie tatsächlich ausgeübt hätte, wenn man dann verhindert war. So wie die Spende schon mit der Bestimmung dem Unterstützten gehört, genauso wird einem eine Mizwa schon angerechnet, wenn man sich vornimmt, sie zu erfüllen.


Die Parascha handelt von den heiligen Geräten. Das erste beschriebene Gerät ist der Aron Hakodesch, in dem sich das von Mosche geschriebene Sefer Tora, die zerbrochenen Steintafeln mit den zehn Geboten und die zweiten Steintafel befinden.
Die Tora befiehlt, dass auf zwei Seiten des Aron Hakodesch je zwei Ringe angebracht werden, durch die man einen Stock steckt, damit er getragen werden kann. Die Tora befiehlt weiter, dass die Stöcke nie entfernt werden dürfen.

Weshalb sollen die beiden Stöcke im Aron Hakodesch bleiben, wenn es bereits einen fixen Platz im Tempel in Jeruschalajim gibt, und der Aron nicht mehr getragen werden muss?
Es gibt Juden, die jeden Tag den ganzen Tag ihr ganzes Leben lang Tora lernen. Diese erhalten das jüdische Volk, denn es muss immer Tora gelernt werden. Aber die Mehrheit des Volkes kann nicht so leben; sie arbeitet. Wenn aber jemand mit seinem Geld jemanden unterstützt, damit dieser Tora lernen kann, hat er einen Anteil an dieser Mizwa.

Der Chafez Chajim sagt, dass der Aron Hakodesch die Tora-Lernenden symbolisiert, und die Stöcke symbolisieren jene, die das Tora-Lernen unterstützen, sowie die Stöcke das Tragen des Aron Hakodesch unterstützen. Man soll nicht glauben, dass die zweite Gruppe weniger wichtig ist, oder einen kleineren Anteil an der Mizwa hat. Deshalb dürfen die Stöcke, also die Unterstützenden, nicht aus dem Aron Hakodesch genommen, also beiseite gestellt werden.