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Im Zusammenhang mit Sukkot steht in der Tora: "und du sollst nur fröhlich sein." Das entsprechende hebräische Wort ist "ach", welches normalerweise eine Einschränkung andeutet. Hier erklärt die Gemara aber, dass es ausdrücken soll, dass man sich durchgehend freuen soll.
Mein Vater erklärt in seinem Buch über die Tehilim, basierend auf kabbalistischen Schriften, dass das Wort "Ach" in der Formulierung "ach tov le'israel" einer der Namen G'ttes ist. Entsprechend dieser Erklärung kann man den Pasuk über Sukkot auch anders verstehen: Wenn du dich am Feiertag freust, wird "ach", also G'tt, sich mit dir freuen. Dies pass auch gut zur Erklärung des Abarbanel, laut der man es verdienen wird, das ganze Jahr froh sein, wenn man sich zu Sukkot freut: Wenn wir zu Sukkot froh sind, wie G'tt uns helfen, mit uns das ganze Jahr über fröhlich zu sein.


Die Gemara wirft die Frage auf, weshalb die Bracha, die wir über die Arba'at haMinim sprechen "al netilat Lulaw" lautet, und nicht etwa nach einer der anderen Sorten benannt ist. Die Rischonim erklären, dass schließlich Arawot und Hadassim an den Lulaw gebunden werden, dass also drei der vier Sorten in diesem vereint sind. Die Gemara hat eine andere Erklärung, die aber einer Erläuterung bedarf. Sie sagt nämlich, dass die Bracha über den Lulaw gesprochen wird, weil er der höchste ist. Doch wo gibt es sonst Dinge, die nach der Höhe eines Gegenstandes entschieden werden? Dieses Kriterium wirkt zumindest sehr ungewöhnlich.
Der Lulaw wird von der Dattelpalme genommen. Für diese ist charakteristisch, dass sie einen langen Stamm hat, von dem keine Äste oder Blätter weggehen. Nur in der Krone gibt es dann diese Verzweigungen. Die Gemara sagt deshalb, die Dattelpalme habe nur ein "Herz." Und so wie die Palme ein Herz hat, also einen Ursprung für die Äste, so hat auch das jüdische Volk nur ein Herz, das zu seinem Vater im Himmel gerichtet ist. Der Lulaw steht also für das Herz und damit die Basis des Glaubens des jüdischen Volkes.
Das ist es, was die eingangs erwähnte Gemara ausdrücken will: Der Lulaw ist am höchsten, sein Stamm steht einzeln empor, was als "ein Herz" bezeichnet wird, so wie wir Juden wie mit einem Herzen an G'tt glauben. Er symbolisiert den vollständigen Glauben, ohne den auch die Mizwot nicht vollständig erfüllt werden können.
Eine bekannte Erklärung stellt die Arawot mit dem Mund, die Hadassim mit den Augen, den Etrog mit dem Herz und den Lulaw mit der Wirbelsäule in Verbindung. Ohne die Wirbelsäule, für die der Lulaw steht, könnten wir nicht aufrecht bleiben, so wie wir gerade im G'ttesdienst auch im übertragenen Sinn "Rückgrat" zeigen und einen klaren Weg gehen müssen, denn wenn das Fundament richtig ist, werden auch die Augen das richtige sehen, der Mund das richtige Sprechen und das Herz die richtigen Gedanken bewirken. Aus diesem Grund wird über den Lulaw, das Symbol für die Wirbelsäule, die Bracha der Arba'at Haminim gesprochen. 


In einer der Hoschanot, die zu Chol Hamo'ed gesagt wurden, wird "Kwuscha bagola" erwähnt. In erster Linie ist damit das jüdische Volk gemeint, dass in der Diaspora gefangen ist.

Doch "Kwuscha" kann statt gefangen auch mit "eingelegt" übersetzt werden. Ein Gericht, das in einem fleischigen Topf gekocht wurde, kann dadurch unter Umständen den Geschmack des Topfes annehmen und ebenfalls fleischig werden. Doch es gibt eine weitere Halacha, wonach auch ein Gericht, das sich während 24 Stunden in einem Topf mit zum Beispiel Essig befand, den Geschmack annehmen und fleischig werden kann. Dieses Prinzip heißt: "Kawusch kemewuschal" - "Eingelegt (zählt) wie gekocht." Auch das jüdische Volk, das sich nun bereits sehr lange in der Diaspora befindet, müsste den "Geschmack der Völker" annehmen und ihnen ähnlich werden. Doch obwohl das Volk bereits solange in der Diaspora "eingelegt" ist, ist es weiter g'ttesfürchtig, wie wir auch gleich im folgenden Ausdruck bei den Hoschanot, "deine (G'ttes) Furcht lernend", sehen. Im S'chut, dass wir die G'ttesfurcht auch in der Zerstreuung nicht verlieren möge G'tt uns erlösen!

 


In der Gemara werden die genauen Anweisungen zum Aufbau einer Sukka erläutert. Eine der Bedingungen für eine korrekte Sukka ist ein ausreichendes dickes "S'chach" (Sukka-Dach). Dieses soll mehr Schatten bieten, als es Sonne durchlässt. Andererseits ist es nicht gut, das S'chach so dicht zu gestalten, dass gar keine Sonne durchkommt - in diesem Fall wäre eine Sukka nach der Schule von Beit Schamai ungültig. Was ist die Bedeutung dieser genauen Anweisungen bezüglich des Sonneneinfalls und des Schattens in einer Sukka?

Die Sukka wird in der Kabbala "Schatten des Glaubens" genannt. Eine Erklärung dafür ist, dass sie die Himmelskörper vor uns versteckt, da wir sonst bei deren Anblick und beim Verinnerlichen ihrer Größe und Macht auf die Idee kommen könnten, dass diese Gott seien. Die Sukka verdeckt also die Himmelskörper, sodass wir unseren Glauben stärken können. Nach dieser Erklärung ist einerseits verständlich, wieso der Schatten den Sonneneinfall überwiegen muss. Andererseits wird aber auch klar, weshalb doch etwas Sonne durchdringen muss: Würde man die Sonne und die anderen Himmelskörper gar nicht mehr wahrnehmen, wüsste man gar nicht, dass die Sukka einen vor etwas beschützt. Wir sehen etwas Sonne und entdecken dann, dass der Schatten der Sukka diese verdecken kann, dass diese also nicht allmächtig ist und nicht Gott sein kann.

Die Deutung der Sukka als "Schatten des Glaubens" hat aber noch eine andere Bedeutung: Vor einem Schatten kann man nicht weglaufen. Man kann den Winkel des Sonneneinfalls und damit die Richtung ändern, aber entkommen wird man ihm nie. Genauso verhält es sich mit dem Glauben. Wir können ihn verstecken oder in eine andere Richtung lenken, aber entkommen kann man nicht. Auch wer denkt, dass er nicht glaubt, glaubt im tiefsten Inneren. Mögen sich alle in der Sukka ihres Glaubens bewusst werden!


Eine der Hoschanot, die zu Sukkot gesagt werden, "Hoschana Ewen Schtia", beschäftigt sich mit Jeruschalajim und dem Beit Hamikdasch. Neben verschiedenen Begriffen für die Stadt, den Berg und den Tempel erwähnen wir auch das "Feld von Arnan". Arnan ist ein Name für den jewusitischen König, dem König David das Gebiet abgekauft hat, auf dem später der Tempel stand und so G'tt will bald wieder stehen wird. Doch weshalb nennen wir das Feld in diesem Zusammenhang nicht zum Beispiel "das Feld Davids"?

Ganz am Ende des Buches Schmuel II im Tanach werden die Verhandlungen zwischen König David und König Arnan beschrieben. Arnan erwies König David nicht nur den höchsten Respekt, sondern wollte zunächst jegliche Bezahlung verweigern, als er den Zweck des Erwerbs erfuhr. Er wollte sogar Tiere zusammen mit dem Feld schenken, damit diese G'tt als Opfer dargebracht werden können. König David verweigerte dies, denn er wollte keine Opfer auf Kosten anderer bringen, denn die Kosten für die Erfüllung einer Mizwa muss man selbst zahlen und sollte man sich nicht schenken lassen. Aufgrund seines respektvollen und gläubigen Verhaltens verdiente Arnan es, in unsere jährlichen Hoschanot-Gebete aufgenommen zu werden.

Wir können aus diesem Verhalten Arnans und seinem Lohn dafür lernen, wie wichtig nicht nur das Lernen und Halten der Tora ist, sondern auch das Ehren und Respektieren der Tora und derjenigen, die sie lernen und sie uns lehren. Zu Jom Kippur haben wir unter anderem für die Sünden um Verzeihung gebeten, die wir durch das Geringschätzen unserer Eltern und Lehrer begangen haben. Nun haben wir die Gelegenheit ein Jahr des Respekts und der Ehrerbietung für die Tora und ihre Lehrer zu beginnen.


Zu Sukkot sitzen wir in Hütten, weil G'tt uns in Hütten gesetzt hat. Es gibt in der Gemara eine Meinungsverschiedenheit, ob damit die Wolken gemeint sind, die unsere Vorfahren von allen Seiten umgeben und beschützt haben, oder ob tatsächliche Hütten gemeint sind. Im Schulchan Aruch, dem jüdischen Gesetzeskodex, stehen wie in der Gemara diese beiden Meinungen. Normalerweise wiederholt der Schulchan Aruch aber nicht alle Meinungen, die es zu einem Thema gibt, sondern sagt nur, was die Halacha ist.

Die Mizwa des Sitzens in der Sukka hat eine Besonderheit, die nur wenige andere Mizwot haben: Die Tora sagt uns, welche Kawana, also welche Gedanken, wir beim Erfüllen der Mizwa haben sollen: Wir sollen daran denken, dass G'tt uns in Hütten gesetzt hat. Es ist daher wichtig, beide Meinungen, was diese Hütten waren, zu erwähnen, denn auch sie gehören zum Erfüllen der Mizwa. Wir müssen also sieben Tag lang, immer wenn wir Brot essen (nicht nur am ersten Abend!) in der Sukka sitzen und an beide Versionen der Hütten denken, in denen unsere Vorfahren gesessen sind.

Es gibt aber auch eine weitere Erklärung für das Sitzen in der Sukka: Wir stehen kurz nach Jom Kippur, und hoffen, dass alle unsere Sünden verziehen sind. Doch manchmal reicht nicht, was wir bisher getan haben. Es kann sein, dass ein Teil unserer Sünden noch gesühnt werden muss. Ein Weg für eine solche "Kappara" ist Galut, also das Exil. Deshalb gehen wir jetzt, einige Tage nach Jom Kippur, in bescheidene Hütten, essen und schlafen unter beschwerlichen Umständen, und hoffen, dass so alle Sünden, die noch auf uns lasten, verziehen werden.

Doch wer sagt, dass G'tt dieses Galut überhaupt akzeptiert, und uns daraufhin verzeihen wird? Vielleicht reicht das gar nicht?

Die Gemara erzählt die Geschichte von einem Schaf, das geschlachtet werden sollte und das mitbekommen hat. Es geriet in Panik und floh. Schließlich kam es zu Rabbi Jehuda Nassi und versteckte sich unter seinem Mantel. Doch dieser schickte es mit den Worten "Dafür wurdest du doch erschaffen!" weg. Dafür wurde er mit jahrelangen Zahnschmerzen bestraft. Erst als er einer Angestellten gegenüber Mitleid zeigte wurde er von seinen Schmerzen erlöst. Doch was war sein Fehler? Das Schaf wurde doch tatsächlich zum menschlichen Verzehr erschaffen!

Tatsächlich muss man aber jedem, der zu einem flüchtet und um Erbarmen bittet, helfen, auch wenn er im Unrecht ist. Deshalb hätte Rabbi Jehuda Erbarmen haben müssen, und dafür sorgen müssen, dass das Schaf zu einem anderen Zeitpunkt geschlachtet wird, und deshalb flüchten wir in die Sukka und bitten G'tt um Erbarmen, denn wir wissen, dass er uns dann helfen muss.


In der Tora wird uns befohlen, dass wir sieben Tage in Hütten leben sollen, "damit eure nachfolgenden Generationen wissen, dass ich euch in Hütten gesetzt habe." Anders als bei vielen anderen Mizwot erfahren wir also bei der Sukka auch ihren Zweck. Doch ist es wirklich notwendig, eine Sukka zu bauen, und dann sieben Tage in ihr zu sitzen, um uns wissen zu lassen, dass unsere Vorfahren in Hütten gesessen sind? Hätte es nicht gerecht, sieben Tage lang zu sagen: "Erinnere dich, dass ich euch in Hütten gesetzt habe"?

Eine naheliegende Erklärung besagt, dass wir uns etwas viel leichter merken, mit dem wir uns auch durch Taten beschäftigt haben, als etwas, das wir nur gelesen und auswendig gelernt haben. Deshalb ist es notwendig, dass wir unsere Routine brechen, und tatsächlich eine Woche lang in einer Hütte essen, wohnen und schlafen, denn so bleibt uns wirklich in Erinnerung, dass unsere Vorfahren in Hütten gesessen sind.

Eine etwas tiefgehendere Erklärung berücksichtigt, dass die Tora als Grund gibt, dass unsere "(nachfolgenden) Generationen wissen" sollen, dass wir in Hütten gesessen sind. Ein Mensch weiß vielleicht, was er gelernt hat, doch damit auch seine Kinder wirklich begreifen und fühlen, und es sich so langfristig merken, ist es notwendig, das theoretische Wissen auch praktisch auszuleben. Deshalb soll man auch kleinste Kinder schon erziehen, in der Sukka zu sitzen, damit sie diese Erfahrung machen, und ganz allgemein, mit ihnen die Mizwot aktiv zu leben.


In der Gmara steht, dass eine Sukka maximal 20 Amot (ca. 12 Meter) hoch sein darf. Es wird weiter erklärt, dass der Mensch über dieser Höhe nicht sehen würde, dass er in einer Sukka sitzt. Das ist vergleichbar mit der Chanukia, die nur bis zu dieser Höhe aufgestellt werden darf, damit sie von Passanten gesehen wird.

An einer anderen Stelle wird aber gesagt, dass ein Viehhirte sein Vieh über mehrere Kilometer weiter hüten kann, da er es so weit im Auge behalten kann. Für diesen scheinbaren Widerspruch gibt es zumindest zwei Erklärungen:

Zum einen ist das Sichtfeld in der Ebene nicht das selbe, wie in der Höhe. Es ist also denkbar, dass man Dinge über 20 Amot Höhe nicht wahrnimmt, und Dinge, die kilometerweit entfernt sind, sich aber auf gleicher Höhe befinden, schon.

Der Ritwa erklärt, dass sich die beiden Fälle nicht wirklich vergleichen lassen: Der Viehhirte weiß, dass er das Vieh hüten muss, und hält danach Ausschau. So sieht er es natürlich auch schon aus weiter Entfernung. Sitzt man in der Sukka, soll einem das Dach auffallen, auch wenn man nicht danach Ausschau hält. Das selbe trifft auf die Chanukkia zu, die von Passanten gesehen werden soll, auch wenn sie nicht danach ausschaut halten.


Im Talmud gibt es eine Diskussion zwischen Rabbi Jehuda und den anderen Weisen, ob eine Sukka, die höher als ca. 12 Meter ist eine gültige Sukka ist, oder nicht. Im Konkreten geht es um die Frage, ob eine Sukka eine "provisorische Wohnung" sein muss, oder nicht. Denn ab der genannten Höhe erfordert sie eine derart stabile Konstruktion, dass nicht mehr von einer provisorischen Wohnung die Rede sein kann, weshalb die Weisen es als feste Wohnung, und damit als ungültige Sukka einstufen.

Doch wie lassen sich diese beiden so konträren Meinungen vereinbaren?

Der Kozker Rebbe meinte dazu, dass Rabbi Jehuda und die anderen Weisen eigentlich das selbe meinen. Denn es ist klar, dass eine Sukka eine "provisorische Wohnung" sein muss. Man muss sein (fixes) Haus verlassen, und die Sukka betreten. Doch eigentlich sollen wir uns das ganze Jahr über so fühlen, als ob wir nur provisorisch in unseren Häusern leben.

Diesen Gedanken finden wir auch bei Ja'akow, über den in der Tora steht: "Und Ja'akow baute sich ein Haus, und nannte den Ort Sukkot." Er baute sich also ein offensichtlich fixes Haus, benannte es aber dennoch nach den provisorischen Sukkot.

Deshalb ist der Gedanke bei Rabbi Jehuda und den Weisen der selbe: Beide verlangen, dass die Sukka "provisorisch" ist. Sie unterscheiden sich nur in der Frage, ob eine normale Wohnung überhaupt als fixe Behausung zählt, oder auch nur provisorisch ist.


Manche haben den Brauch, zu Sukkot vor der Tefila in der Sukka den Lulaw zu schütteln. Prinzipiell gilt aber der Grundsatz, dass man die häufigere Mizwa zuerst erfüllt, wenn man zur selben Zeit mehrere Gebote erfüllen könnte. Deshalb geht zum Beispiel der Tallit den Tefilin voran, die am Schabbat und Feiertagen nicht gelegt werden. Da jeden Tag gebetet wird, der Lulaw aber nur zu Sukkot verwendet wird, sollte man zuerst Schacharit beten, und danach erst den Lulaw benutzen.

Das Schütteln des Lulaws zu Sukkot gilt aber als eine Form des Gebets. Genauso, wie man durch Worte beten kann, kann man es auch mittels der "Arba Minim". Das selbe gilt auch für das Schofarblasen zu Rosch Haschana, das einem Gebet entspricht. Da das Lulawschütteln also als Gebet gilt, kann es der Tefila in der Früh auch vorgezogen werden.


Im Talmud gibt es eine Diskussion zwischen Rabbi Jehuda und den anderen Weisen, ob eine Sukka, die höher als ca. 12 Meter ist eine gültige Sukka ist, oder nicht. Im Konkreten geht es um die Frage, ob eine Sukka eine "provisorische Wohnung" sein muss, oder nicht. Denn ab der genannten Höhe erfordert sie eine derart stabile Konstruktion, dass nicht mehr von einer provisorischen Wohnung die Rede sein kann, weshalb die Weisen es als feste Wohnung, und damit als ungültige Sukka einstufen.

Doch wie lassen sich diese beiden so konträren Meinungen vereinbaren?
Der Kozker Rebbe meinte dazu, dass Rabbi Jehuda und die anderen Weisen eigentlich das selbe meinen. Denn es ist klar, dass eine Sukka eine "provisorische Wohnung" sein muss. Man muss sein (fixes) Haus verlassen, und die Sukka betreten. Doch eigentlich sollen wir uns das ganze Jahr über so fühlen, als ob wir nur provisorisch in unseren Häusern leben.
Diesen Gedanken finden wir auch bei Ja'akow, über den in der Tora steht: "Und Ja'akow baute sich ein Haus, und nannte den Ort Sukkot." Er baute sich also ein offensichtlich fixes Haus, benannte es aber dennoch nach den provisorischen Sukkot.

Deshalb ist der Gedanke bei Rabbi Jehuda und den Weisen der selbe: Beide verlangen, dass die Sukka "provisorisch" ist. Sie unterscheiden sich nur in der Frage, ob eine normale Wohnung überhaupt als fixe Behausung zählt, oder auch nur provisorisch ist.


Eine Sukka ist bereits verwendbar, wenn sie vier Wände und ein Dach aus den richtigen Materialien hat. Das sind die Bedingungen, die die Tora für eine koschere Sukka vorgibt. Trotzdem ist der Schmuck der Sukka ein großes Thema, und auch die Gmara beschäftigt sich sehr ausführlich mit der richtigen Schmückung der Sukka. Weshalb wird so eine Betonung auf den Schmuck der Sukka gelegt?

Die Sukka ist ein Symbol für die "Ananej Hakawod", die Wolken, die das jüdische Volk während der Wanderung durch die Wüste begleiteten. Es gab aber noch zwei andere Einrichtungen, die die Juden während der Wanderung belgeiteten: Das Man zum Essen, und der Brunnen zum Trinken. Wenn an die Ananej Hakawod heute durch ein Symbol gedacht wird, wieso gilt das für das Man und den Brunnen nicht?

Die Antwort auf beide Fragen liegt in der Bedeutung der einzelnen Institutionen: Nachdem G'tt die Juden aus Ägypten herausgebracht hat, war er für sie verantwortlich. Es war seine Verantwortung, für Essen und Trinken in der Wüste zu sorgen. Die Ananej Hakawod dagegen waren ein zusätzlicher Schutz, ein Luxus sozusagen, der aber zum Überleben nicht unbedingt notwendig gewesen wäre.
Weil die Ananej Hakawod eine nicht unbedingt erforderliche zusätzliche Wohltat G'ttes waren, gedenken wir ihrer durch das Symbol der Sukka, und deshalb schmücken wir die Sukka auch, um genauso wie G'tt mehr zu tun als unbedingt notwendig wäre. Auch wenn eine Sukka aus vier Wänden und einem Dach ausreichend ist, sorgen wir mit zusätzlichem Schmuck auch für einen besonderen Luxus bei dieser Mizwa, damit wir uns, wie es die Tora befiehlt, "an unserem Feiertag freuen" können.


"In Laubhütten sollt ihr wohnen sieben Tage (...) damit eure Generationen wissen, dass ich die Kinder Israels in Laubhütten habe wohnen lassen, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte."

Weshalb beginnt der Satz mit der direkten Anrede ("sollt ihr wohnen"), spricht dann aber in der dritten Person von den "Kindern Israels"? Es wäre doch logischer, wenn der Satz mit "dass ich euch in Laubhütten habe wohnen lassen" endet.

Es ist bei jeder Mizwa - insbesondere bei der Mizwa der Sitzens in der Sukkah - wichtig, dass auch die Nachfahren sie erfüllen, und zwar nicht nur zusammen mit ihren Eltern, sondern auch nach deren Ableben, mit deren Kindern und Enkeln. Die einzige Möglichkeit, das zu erreichen ist es, selbst mit den Kindern eine Sukkah zu bauen, oder zumindest mit ihnen in eine Sukkah zu gehen.

So erklärt der Chafez Chaim diesen Passuk: Ich sage euch, dass ihr in Laubhütten sitzen sollte, damit die Kinder Israels, eure Nachfahren, sich erinnern, dass ihre Vorfahren in Laubhütten gesessen sind.