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Paraschat Jitro

Gedanken zur Parascha 2010
von Raw Pardess

In der dieswöchigen Parascha Jitro kommen die Zehn Gebote vor. Die ersten beiden Gebote übermittelte G'tt dem Volk direkt, und zwar gleichzeitig. Das erste deklariert, dass Haschem unser G'tt ist, der uns aus Ägypten geführt hat, und das zweite verbietet uns, andere Götter zu haben oder ihnen zu dienen.
Obwohl beide Gebote auf den ersten Blick sehr ähnlich klingen, ergänzt das zweite Gebot ein wichtiges Detail: Zusätzlich zur Anerkennung Haschems als G'tt und Erschaffer der Welt schließt es die Verehrung irgendeiner anderen G’ttheit dezidiert aus.

Viele christliche Richtungen benutzen bei den Zehn Geboten eine andere Zählung: Das letzte Gebot wird geteilt, und unser zweites Gebot wird an das erste angehängt und besteht nicht als selbstständiges Gebot. In Wien wurde während des Zweiten Weltkriegs aber auch ein Parochet (Vorhang vor dem Aron Hakodesch) verwahrt, der diese Version aufgedruckt hatte. Dies lässt Platz für Interpretationen von zusätzlichen Gottfiguren, die neben Haschem existieren.

Es ist aber so immens wichtig, den ganz speziellen Aspekt des jüdischen Monotheismus zu betonen: Haschem ist der einzige G'tt, es gibt keinen neben ihm. Aus diesem Grund sagte G'tt diese beiden Gebote dem Volk gleichzeitig, während die anderen acht über Mosche vermittelt wurden.

 
Gedanken zur Parascha 2009
von Raw Pardess

In der Parascha dieser Woche befiehlt die Tora: "Und wenn du mir einst einen Altar aus Steinen errichten wirst, sollst du sie nicht behauen bauen; denn hast du dein Schwert über einen [Stein] geschwungen, so hast du ihn entweiht."
Raschi erklärt, dass diese Bestimmung daher rührt, dass der Altar dazu gedacht ist, menschliches Leben zu verlängern, während das Eisen (das Schwert) menschliches Leben verkürzt. Außerdem verursacht der Altar Frieden (zwischen G'tt und den Juden), deshalb soll nichts verletzendes ihn bearbeiten.

Es ist eigentlich klar und logisch, dass man zum Beispiel auf eine unkoschere Speise keine Bracha sprechen darf. Genauso so selbstverständlich ist es, dass man keinen Götzen dient, wenn man der unmittelbaren G'ttlichkeit sicher ist. Doch solche Dinge geschehen, wie zum Beispiel bei der Meerspaltung, als jedem Anwesenden der unmittelbare Eingriff G'ttes bewusst gewesen sein muss, und dennoch einer der Juden ein Götznebild mitnahm.

Die Tora will uns deshalb mit dem Verbot des behauenen Steins auch vermitteln, dass solche gegensätzlichen Positionen wie ein Symbol des Friedens und ein Symbol des Kriegs nicht zusammenpassen, genauso wie es nicht möglich ist, eine Mizwa mittels oder wegen des Übertritts eines Verbotes auszuüben


Gedanken zur Parascha 2008
von Raw Pardess

In der dieswöchigen Parascha erhalten die Juden die 10 Gebote am Berg Sinai. Es ist ein Minhag (Brauch), bei der Lesung der 10 Gebote aus der Tora aufzustehen. Dieser Brauch ist aus halachischer Sicht aber problematisch, denn es könnte so wirken, als wären die 10 Gebote wichtiger als der Rest der Tora. Man könnte glauben, dass die anderen Mizwot nicht so wichtig sind. Der Schulchan verbietet aus dem selben Grund einen früheren Brauch, die 10 Gebote vor der Tfila in der Früh laut zu lesen.
Würden wir nur zu den 10 Geboten aufstehen, und sonst immer beim Tora-Lesen sitzen, wäre das tatsächlich ein Problem! Aber da wir auch bei anderen Gelegenheiten, zum Beispiel beim Shirat Hajam (letzte Woche), stehen, stellt dieser Minhag kein halachisches Problem dar.