In der Parascha dieser Woche wird von der Einweihung des Stiftszelts (Mischkan) berichtet. Diese freudige Feier wurde aber durch den tragischen Tod von zwei Söhnen Aharons, Nadaw und Awihu, überschattet. Sie starben im Mischkan, direkt nachdem sie dort ein Opfer dargebracht haben. Diese beiden übertrafen an Heiligkeit und spiritueller Reinheit sogar Mosche und Aharon. Die Tora begründet ihren plötzlichen Tod damit, dass sie einen fremdes Feuer zum Altar brachten, das G'tt ihnen nicht befohlen hatte.In der Parascha dieser Woche wird von der Einweihung des Stiftszelts (Mischkan) berichtet. Diese freudige Feier wurde aber durch den tragischen Tod von zwei Söhnen Aharons, Nadaw und Awihu, überschattet. Sie starben im Mischkan, direkt nachdem sie dort ein Opfer dargebracht haben. Diese beiden übertrafen an Heiligkeit und spiritueller Reinheit sogar Mosche und Aharon. Die Tora begründet ihren plötzlichen Tod damit, dass sie einen fremdes Feuer zum Altar brachten, das G'tt ihnen nicht befohlen hatte.
Doch die Gemara und der Midrasch haben auch andere Erklärungen für die Todesstrafe, die Nadaw und Awihu erhielten: Sie haben ein Opfer dargebracht, nachdem sie Wein getrunken hatten. Ein Kohen darf keinen Dienst verrichtet, nachdem er eine bestimmte Menge Wein getrunken hat. Aus diesem Grund machen wir Birkat Kohanim (den Priestersegen) nur am Vormittag und nicht auch zu Mincha, denn nach dem Morgengebet können wir uns nicht mehr sicher sein, ob die Kohanim nüchtern sind oder schon Wein getrunken haben. Anderen Erklärungen zufolge haben sie nicht die richtigen Kleider getragen oder andere technische Details des Tempeldienstes nicht befolgt. Doch es gibt eine Erklärung, die in Wahrheit die Wurzel für alle anderen Verfehlungen ist, die sie ansonsten möglicherweise begangen haben: Sie haben sich nicht beraten. König Schlomo in Kohelet sagt: "Die Erlösung liegt in der Menge der Personen, die einen beraten." Auch wenn man die Entscheidungen für sich im Endeffekt selbst treffen muss, ist es ratsam, sich ausreichend Rat zu holen. Deshalb holen wir uns in halachischen Fragen den Rat von Toragelehrten, aber auch in anderen Bereichen sollten wir aktiv den Rat von älteren und erfahrenener Leuten suchen.Der Tod von Nadaw und Awihu wird in der Tora insgesamt vier Mal erwähnt, damit diese wichtige Botschaft, die uns die Tora mit dieser Episode beibringen will, gehört wird.


Ein Merkmal des Zara'at-Ausschlags, der in den Parschiot dieser Woche besprochen wird, sind sich weiß färbende Haare. Die weiße Farbe steht in diesem Kapitel geradezu symbolisch für die Unreinheit. Dies ist verwunderlich, da weiß sonst die Farbe von Zaddikim ist, die für Reinheit steht. Auch im Tanach und im Talmud wird an verschiedenen Stellen weiße Farbe mit Reinheit und Sündenfreiheit assoziiert. 
Die Gemara sagt, dass jemand, dessen Trieb ihn zu überwältigen droht, sich dagegen wehren soll. Wenn das nicht klappt, soll er lernen. Hilft auch das nicht, soll er Kriat Schma sagen, und wenn er sonst nicht weiter weiß, soll er an seinen Todestag denken. Dieser Gedanke wird ihn zurück zum richtigen Weg bringen. Der selbe Gedanke steht hinter dem Tragen des weißen Kittel, eigentlich ein Totengewand, zu den Hohen Feiertagen. Das Gewand soll uns an unseren Tod denken lassen und uns damit der Tschuwa näher bringen. 
Der Zara'at-Ausschlag befiel unter anderem Leute, die Laschon Hara gesprochen und damit Zwitracht unter ihren Mitmenschen gesäht haben, weswegen sie abgesondert von der Gesellschaft leben sollen. Doch die weißen Zeichen seiner Unreinheit sollen ihn, ähnlich wie der Kittel, an seinen Todestag erinnern und ihn so zum Bereuen seiner Sünden und zur Rückkehr zu G'tt führen.
In diesem Sinne kann auch erklärt werden, weshalb weiß überhaupt die Farbe der Zadikkim ist. Sie haben nämlich permanent ihren Tod vor Augen und erreichen so ein sündenfreies Leben. 
Es stellt sich die Frage, weshalb man sich nicht gleich, wenn einen der Trieb überkommt, seines Todes bewusst werden soll. Weshalb der "Umweg" über das Lernen und Kriat Schma? Wenn man diesen Gedanken immer vor sich hat, könnte man leicht in eine Depression verfallen. Außerdem hilft er nicht bei jedem. Nur wer sich schon zuvor mit heiligen Dingen beschäftigt hat, den wird dieser Gedanke zur Rückkehr bringen. Jemand anderer könnte sich aber zum Beispiel denken, dass er gerade in Anbetracht des unvermeidbaren Todes die Sünde ruhig begehen könne. Daher soll man zuerst lernen und Kriat Schma sagen. Wenn das nicht hilft, wird einen das anschließende Bewusstmachen des eigenen Todes sicher auf den richtigen Weg bringen


 "(...) und das Aussehen (des Ausschlags) ist tiefer als die Haut (...)"

Raschi erklärt hier, dass der Ausschlag tatsächlich nur tiefer aussah, als die Haut, in Wirklichkeit aber in einer Höhe mit dieser war. Um die Bedeutung der Bestimmungen in dieser Parascha im Allgemeinen und dieses Satzes mit der Erklärung von Raschi im Besonderen zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass die Zara'at-Ausschläge nicht einfach eine Strafe waren, zum Beispiel für die Sünde der üblen Nachrede, sondern dem Betroffenen auch einerseits die Bedeutung seiner Tat verdeutlichen und und ihm andererseits den Weg zurück weisen sollten. Hinter dem ganzen Konzept der Ausschläge, die in der Tora beschrieben werden steht eine tiefer gehende Idee. So steht die weiße Farbe des Ausschlags beispielsweise für das erbleichte Gesicht des Opfers, über das zum Beispiel hinter seinem Rücken schlecht gesprochen wurde.
Meistens gründet sich üble Nachrede und Geschwätz darauf, dass jemand glaubt etwas zu sehen, obwohl sich der Umstand in Wahrheit anders verhielt. Man glaubt jemanden an einem Ort erkannt zu haben, wenn es eigentlich jemand anderer war, oder es gibt dem Beobachter unbekannte Gründe, die ein eigentlich verbotenes oder unpassendes Verhalten rechtfertigen. Darauf will uns der zitierte Satz nach Raschis Erklärung hinweisen: Es sieht tiefer als die Haut aus, doch in Wahrheit ist es das nicht. Das soll dem Betroffenen darauf hinweisen, dass er eine sehr schwere Sünde begangen hat, die schon einmal zur Zerstörung des Tempels geführt hat, weil er er etwas annahm, das nur so schien.
Die Parascha dieser Woche spricht von Nega Zarat, einem besonderer Ausschlag, den zum Beispiel jemand bekommt, der Laschon Hara (Üble Nachrede) über einen anderen spricht. Er muss dann zum Kohen gehen, der ihn für unrein erklärt. Dieser Ausschlag kann aber auch Kleidung und sogar Häuser befallen. Auch der Hausbesitzer soll im Falle eines Ausschlages am Gebäude (Nega) zum Kohen kommen und sagen: "Ich sehe am Haus etwas wie ein Nega."
Das gilt sogar, wenn der Hausbesitzer ein Talmid Chacham ist, der sich mit den Regeln von Nega Zarat ausführlich beschäftigt hat und sich sicher ist, dass der Schaden am Haus tatsächlich ein "Nega" ist. Weshalb darf er ihn nicht selbst diagnostizieren?
Raschi erklärt, dass dieser besondere Ausschlag erst durch die Diagnose des Kohen zu einem Nega wird. Solange er das nicht getan hat, handelt es sich um einen gewöhnlichen Schaden. Das bedeutet, dass ein Hausbesitzer, der sich selber anmaßen würde zu entscheiden, dass auf seinem Haus ein Nega ist, lügen würde, denn vor der Festsetzung durch den Kohen trifft es gar nicht zu.


Im Vorhinein weiß man nie, wie ein bestimmtes Ereignis zu bewerten ist. Es kann einem gut oder schlecht erscheinen, doch das heißt nicht automatisch, dass es auch gut oder schlecht ist. Es gibt immer wieder Situationen, die einem sehr negativ erscheinen. Nach einiger Zeit kommt es dann oft vor, dass man erkennt, dass das scheinbar negative Ereignis zu sehr positiven Ergebnissen geführt hat, oder dass das gewünschte positive Ereignis zu viel schlimmeren Konsequenzen geführt hätte. Man kann also anlässlich der Situation nur sagen, dass es wie eine schlechte Nachricht wirkt, genauso, wie man zunächst nur sagen kann, dass der Ausschlag wie ein Nega Zarat wirkt.
Ein sehr gutes Beispiel für dieses Prinzip finden wir ebenfalls in der Parascha dieser Woche: Ist ein Haus von Zarat befallen, muss die betreffende Mauerpartie entfernt werden. Raschi erklärt, dass dies geschah, da die Emoriter, die zuvor in den Häusern lebten, ihr Vermögen in den Wänden ihrer Häuser versteckten. Durch den Befall des Hauses, der zuerst wie eine schlechte Nachricht wirkte, erhielt der Hausbesitzer das Vermögen.
Wir befinden uns in der Zeit nach Jom Haschoa, nach Jom Hasikaron, einer schweren Zeit für unser Volk. Wir trauern um Opfer der Shoa, um gefallene Soldaten, und wir verstehen nicht, weshalb das alles passiert ist.
In der Haftara nach Tischa Be'aw beauftragt G'tt die Propheten damit, das Volk zu trösten - " Nachamu, nachamu ami!" Doch das Volk ließ sich von den Propheten nicht trösten. In einer späteren Haftara tröstet G'tt das Volk dann selbst - und diesmal findet es trost.
Der Unterschied liegt darin, dass die Propheten das Volk nur aufmuntern konnten, aber die Frage nach dem Warum blieb. Nur G'tt selber konnte diese Frage dem Volk beantworten, konnte bestätigen, dass er uns nicht verlassen hat, dass das Unglück nur ein scheinbares war und einen Zweck verfolgte.


Zara'at, ist der Ausschlag, den eine Person für die Sünde von Laschon Hara (Üble Nachrede) erhalten kann. Ein Teil des Reinigungsprozesses einer Person, die davon betroffen ist, ist das Darbringen eines Opfers, das aus zwei Vögeln besteht. Einer der beiden wird geschlachtet, während der andere, nachdem er im Blut des ersten gebadet wurde, in die Freiheit geschickt wird.
Die Regeln betreffend Laschon Hara verbieten es dem Menschen nicht, zu sprechen, sondern regeln nur, was, wem und unter welchem Umständen gesagt werden darf. Dies wird auch durch die beiden Vögel symbolisiert. Die Vögel, die den ganzen Tag zwitschern, stehen hier symbolisch für den Menschen, der redet. Es gibt Fälle, in denen das Reden verboten ist - dem entspricht der Vogel, der getötet wird. Es gibt aber durchaus auch Dinge, die gesagt werden dürfen, was durch den Vogel, der freigelassen wird, symbolisiert wird.
Das Opfer mit den beiden Vögeln bildet den Abschluss des Reinigungsprozesses des Sünders, der Laschon Hara gesprochen hat und deshalb mit einem Ausschlag bestraft wurde. Nach einer anderen Erklärung soll diesem mit dem Opfer noch einmal eine wichtige Botschaft vermittelt werden: Als er Laschon Hara gesprochen hat, hat er sich im übertragenen Sinn im Blut seines nächsten gebadet. Laschon Hara wird mit Mord verglichen, denn etwas einmal gesagtes kann nicht mehr zurückgenommen werden und kann schlimme, existenzbedrohende Auswirkungen auf den Betroffenenhaben. Der Sünder selbst genießt die Situation, in der er zum Beispiel durch eine spannende Geschichte glänzen kann, und lebt dann unbeschwert weiter, wie der freigelassene Vogel. Der Betroffene jedoch erleidet unter Umständen schlimme Konsequenzen, wie der getötete Vogel.


In der Parascha dieser Woche wird der Tzara'at-Aussatz beschrieben. Das ist besonderer Ausschlag, der, wie uns die Gemara erklärt, Leute befällt, die Laschon Hara sprechen. Die Merkmale des Ausschlags geben dem Sünder dabei Hinweise für seine Sünde: Die weiße Farbe der Haare symbolisiert die erblasste Haut derjenigen Person, über die der Sünder Laschon Hara gesprochen hat und der sich daraufhin beschämt und bloßgestellt fühlt. Die Tora beschreibt außerdem, dass die Haut an der Stelle des Ausschlags vertieft wirkt. Das symbolisiert die Dinge, die der Sünder über andere Leute gesprochen hat: Er hat Dinge gesehen, gehört oder erfahren, die so wirken, als wären sie negativ und hat das anderen Leuten erzählt. In Wirklichkeit kann sich die Sache aber ganz anders verhalten, so wie die Haut des Betroffenen gar nicht wirklich eine Vertiefung hat, sondern nur so wirkt. Diese Symbole sollen dem Sünder also seine Sünde, das Problem dahinter und ihre Auswirkungen bewusst machen
Daher sagt der Passuk auch: Sein Mund und seine Zunge hüten den Menschen.


In den Paraschot dieser Woche wird Zara'at, ein besonderer Ausschlag, den man erhielt, wenn man Laschon Hara (üble Nachrede) gesprochen hat, beschrieben. Obwohl fast jeder versteht, weshalb Laschon Hara verboten ist, fällt es manchen schwer, dieses Verbot einzuhalten. Man könnte sich denken: Um nicht Laschon Hara zu sprechen, müsste ich komplett schweigen, denn sonst klappt das nicht. Ich werde das aber sowieso nicht schaffen, also brauche ich es gar nicht zu versuchen. Der Jezer Hara (böser Trieb) versucht den Menschen mit solchen Argumenten vom Einhalten der Mizwot abzuhalten.
Die Schüler und Familienmitlieder des Chafez Chaim, der ein beteutendes Werk über Laschon Hara geschrieben hat, berichten, dass dieser keineswegs ein schweigsamer Mensch war, obwohl er sehr bedacht auf Laschon Hara war. Das ist auch ganz logisch: Als Rosch Jeschiwa und Oberrabbiner von Radin hatte er tagtäglich vieles zu besprechen und viel zu reden. Doch er schaffte es, dabei nichts verbotenes zu sagen. Er behielt deshalb auch bis zu seinem Tod alle 32 Zähne, denn so wie er seinen Mund gehütet hat, hat G'tt ihn auch gehütet.
Sprechen und das Einhalten von Laschon Hara sind also miteinander vereinbar. Das ist auch in einem Satz in der Parascha angedeutet: Nach der Reinigung vom Za'arat-Aussatz, wenn die Sünde verziehen wurde, musste der "Mezora" zwei Vögel als Opfer bringen. Der eine wurde geschlachtet, der andere wurde schließlich freigelassen. Die Vögel, die den ganzen Tag ununterbrochen zwitschern, symbolisieren das Sprechen von Laschon Hara. Durch das Schlachten des Vogels wird dem Menschen klar gemacht, dass er nicht mehr Laschon Hara sprechen darf. Damit er aber versteht, dass das nicht heißt, dass er aufhören soll zu reden, wir der andere zwitschernde Vogel freigelassen.


Die beiden Paraschot, die diese Woche gelesen werden, beschäftigen sich hauptsächlich mit Za'arat, einem Ausschlag, der Häuser, Kleidung und Menschen befallen kann. Ein Mensch kann diesen besonderen Ausschlag bekommen, wenn er Laschon Hara, Üble Nachrede, spricht.
In der Tora steht, dass ein Mensch, der Za'arat bekommt, zum Kohen gebracht wird, damit dieser feststellen kann, ob die Person unrein geworden ist. Es stellen sich dazu zwei Fragen: Weshalb musste er hingebracht werden? Und warum entschied der Kohen über diesen Ausschlag und nicht, wie es normalerweise bei halachischen Fragen der Fall ist, ein Rabbiner oder ein Talmid Chacham? Es geht sogar soweit, dass ein ungelernter Kohen, der die Regelungen für Za'arat nicht kennt, sich mit einem Gelehrten beraten, dann aber selber aussprechen muss, ob die betreffende Person rein oder unrein ist.
Wir können aus diesen beiden Umständen wichtige Lehren über die Gründe, warum Laschon Hara gesprochen wird, ziehen. Jemand, der schlecht über einen anderen spricht, ist sich oft nicht bewusst, was er damit anrichtet. Die Kraft des gesprochenen Wortes ist den meisten Menschen nicht klar. Deshalb bringt man sie, wenn sie Laschon Hara gesprochen und in der Folge einen Ausschlag bekommen haben, zum Kohen. Er, und nur er, kann dann mit dem Ausspruch nur eines Wortes entscheiden, ob die Person rein oder unrein ist. Dadurch soll diese Person lernen, wie stark die Kraft des Wortes ist.
Eine andere Rechtfertigung für Laschon Hara ist es, dass man ja nur die Wahrheit sagt, die ja bekannt gemacht werden müsse. Aharon, der erste Kohen und Stammvater aller späteren Kohanim, war bekannt dafür, dass er Frieden zwischen zerstrittenen Menschen schuf, indem er ihnen einredetete, der jeweils andere wolle Frieden schließen, sodass schließlich beide tatsächlich einverstanden waren. Er tat sie, ohne jeweils zu berichten, was der andere in Wahrheit über seinen Gegner gesagt hat. Von diesem Verhalten soll derjenige, der wegen Laschon Hara Za'arat bekommen hat, lernen, dass man nicht immer alles erzählen muss, auch wenn es der Wahrheit entspricht. Deshalb wird er zum Kohen, zu Aharons Nachfahren, gebracht, der ihn als einziger für rein oder unrein erklären kann.


Die Parascha dieser (und auch der kommenden) Woche handelt von einer besonderen Art von Ausschlag, die den Menschen, seine Kleidung und sein Haus befallen können. Dieser Ausschlag (Za'arat) ist die Strafe für einige Sünden, zum Beispiel Laschon Hara (üble Nachrede). In der Tora werden die Ausschläge in der Reihenfolge Mensch - Kleidung - Haus beschrieben. Doch tatsächlich folgten die Ausschläge einander in der umgekehrten Reihenfolge: Zuerst befiel Za'arat das Haus einer Person, die zum Beispiel Laschon Hara gesprochen hatte. Falls das die Person nicht zur Besserung führte, folgte der Befall der Kleidung, und schließlich des Menschen. In der Tora wird der Ausschlag am Menschen vorgezogen, um den Menschen zu warnen, was im Endeffekt geschehen könnte, wenn er die Warnungen ignoriert.
Auch heute sehen wir dieses Muster, auch wenn dieser besondere Ausschlag seit der Zerstörung des Beit Hamikdasch nicht mehr existiert. Es kommt vor, dass ein Mensch Schäden in seiner Wohnung feststellen muss. Dies kann ein Warnsignal sein. Wird es ignoriert, kann es vorkommen, dass ein schöner neuer Anzug eingerissen wird, und schließlich kann auch der Mensch selber betroffen sein. Es ist deshalb unsere Pflicht, darüber nachzudenken, was uns geschieht, und welche Gründe es dafür geben könnte, und allenfalls danach zu handeln.


Die Parscha dieser Woche spricht von Nega Zaarat, einem besonderer Ausschlag. Es steht diesbezüglich in der Tora: "Und sieht der Kohen den Fleck auf der Haut, [...] dann ist es ein Zara'at-Ausschlag. Und sieht ihn der Kohen, dann soll er ihn für unrein erklären." Wieso muss der Kohen den Fleck zweimal sehen?
Den Zara'at-Ausschlag bekommt jemand, der Laschon Hara (Üble Nachrede) über einen Anderen spricht. Das heißt, er hat etwas, das er über eine Person wusste, jemand anderem erzählt, ohne alle Umstände der Handlung und alle Beweggründe der Person zu kennen.
Deshalb muss der Kohen im Rahmen der Prozedur zu ihm kommen, und zuerst den Ausschlag, dann aber auch den ganzen Menschen anschauen und beobachten. Erst dann kann er sich ein vollständiges Bild machen. Und das soll er damit auch dem Betroffenen beibringen: So wie er, der Kohen, sich ein genaues Bild macht, bevor er jemanden für unrein erklärt, indem er zweimal schaut - einmal auf den Ausschlag, dann auf den Menschen, so soll sich auch der Betroffene in Zukunft ein genaues Bild machen, damit er nicht mehr Laschon Hara spricht.


Die Parscha dieser Woche spricht von Nega Zaarat, ein besonderer Ausschlag, den jemand bekommt, der Laschon Hara (Üble Nachrede) über einen Anderen spricht. Er muss dann die Stadt verlassen, und alleine außerhalb der Stadt leben. Doch warum gibt es speziell für Laschon Hara diese Bestrafung? Da er durch seine Worte Schlimmes bewirkt hat, zum Beispiel Streit zwischen anderen Leuten, soll er eine Zeit lang niemanden zum Sprechen haben, damit er versteht und fühlt was er getan hat, bis der Kohen sagt, dass er wieder rituell rein ist.
Es gibt diesen Ausschlag auch bei Häusern. Dieser befällt ein Haus, wenn der Hausbewohner behauptet, etwas nicht zu haben, wenn jemand es ausborgen will. Als Strafe wird sein Haus von einer besonderen Unreinheit befallen, wegen der er alle seine Gegenstände aus dem Haus entfernen muss. Dann sehen aber alle seine Nachbarn, dass er die erbetenen Gegenstände eigentlich hat.

Es steht auch, dass jemand, der den Ausschlag hat, erst tame (rituell unrein) ist, wenn der Kohen es gesagt hat, auch wenn alle Zeichen und Symptome vorhanden sind, und eigentlich kein Zweifel besteht. Daraus soll der Betroffene lernen, wieviel das gesprochene Wort ausmachen kann. Anders als einer, der Sachen beschädigt oder jemanden verletzt versteht nämlich jemand, der Laschon Hara spricht, oft gar nicht, dass er etwas falsch gemacht hat. Deshalb zeigt man ihm, dass das gesprochene Wort sehr viel ändern kann.

Auch der Hausbesitzer soll im Falle eines Ausschlages am Gebäude (Nega) zum Kohen kommen und sagen: "Ich sehe am Haus etwas wie ein Nega."
Wehalb kann der Hausbesitzer, wenn er sich sicher ist, dass der Schaden am Haus tatsächlich ein "Nega" ist, das nicht direkt sagen?
Raschi erklärt, dass dieser besondere Ausschlag erst durch die Diagnose des Kohen zu einem Nega wird. Solange er das nicht getan hat, handelt es sich um einen gewöhnlichen Schaden.
Das bedeutet, dass ein Hausbesitzer, der sich selber anmaßen würde zu entscheiden, dass auf seinem Haus ein Nega ist, lügen würde, denn vor der Festsetzung durch den Kohen trifft es gar nicht zu.