Ein Absatz von Birkat Hamason, dem Tischgebet, behandelt diverse Dinge, für die wir G'tt dankbar sind, zum Beispiel für das Land Israel, den Auszug aus Ägypten, die Brit Mila, den Bund mit G'tt, die Tora, die Gesetze, das Leben, das er uns geschenkt hat und auch unsere Nahrung. Der folgende Absatz beginnt dann mit "Und für alles, Haschem unser G'tt, danken wir dir." Die naheliegende Frage ist, was noch übrig bleibt, wofür wir danken müssen, wenn wir uns davor bereits so detailliert für so vieles bedankt haben? Eine Antwort auf diese Frage bezog sich auf die Parascha der Vorwoche, Wa'etchanan, eine andere soll hier beschrieben werden.
Als König David auf der Flucht vor seinem Schwiegervater und Vorgänger König Scha'ul war, ließen er und seine Mitstreiter ihre Familien im Gebiet von Amon, wo diese von Amalekitern entführt wurden. In der Folge gab es einen Aufruhr unter Davids Mitstreitern, die diese Situation nicht mehr ertragen konnten. Doch dann "stärkte sich David mit Haschem, seinem G'tt." Die Kommentatoren erläutern, dass er sich mit dem Gedanken gestärkt hat, dass G'tt mit ihm war. Und tatsächlich wird in der Folge ein Knecht von einem der Entführer gefunden, der den Aufenthaltsort preisgibt; alle Gefangenen können in der Folge befreit werden. 
So wie in dieser Episode gemeint ist, dass David sich durch die Tatsache stärkt, dass Haschem sein G'tt ist, so ist auch im Birkat Hamason mit der besprochenen Stelle gemeint, dass wir, nach der Erwähnung diverser Wohltaten, dafür danken, dass G'tt unser G'tt ist.?

 


In der dieswöchigen Parascha stellt Mosche die rhetorische Frage: "Und nun, Israel, was verlangt G'tt (...) von dir?" um gleich zu antworten: "Nichts als G'tt (...) zu fürchten (...)." Doch kann man die Aufgabe, G'tt zu fürchten, wirklich als etwas so selbstverständliches betrachten, das leicht zu erfüllen ist? Immerhin segnete Rabbi Jochanan ben Sakaj seine Schüler an seinem Totenbett damit, dass ihre G'ttesfurcht zumindest ihrer Furcht vor anderen Menschen entsprechen soll, denn bereits das hielt er für seine eigenen Schüler für eine beachtenswerte Herausforderung.

Für Mosche selber, der direkt mit G'tt kommunizierte war dies vielleicht eine geringfügige Angelegenheit, aber er sprach hier doch zum Volk, für welches das eine große Sache war.

Der Keduschat Lewi erklärt, dass man sich immer zuerst über die Ursprünge einer Person erkundigt, denn diese prägen am stärksten. Mosche wurde als Sohn von Jochewed geboren, die einem direkten Befehl Pharos zuwiderhandelte, als sie die jüdischen Buben als Hebamme nicht bei der Geburt tötete. Sie setzte sich damit einer großen Gefahr aus, hatte aber G'ttvertrauen und wurde mit den Kohanim und Lewi'im, darunter Mosche, als Nachfahren belohnt. Mosche möchte uns mit dieser Aussage also zu verstehen geben, dass G'ttesfurcht tatsächlich eine leichte Angelegenheit ist, wenn die Basis, wie bei ihm selber, die richtige ist. Deshalb sind wir dazu aufgerufen für uns und unsere Nachfahren die richtige Basis für G'ttesfurcht und das Einhalten der Gebote zu schaffen, damit dies keine unlösbare Herausforderung wird.


Die Parascha dieser Woche heißt "Ekew" - "Ferse". Es gibt mehrere Erklärungen, wie dieses Wort im Zusammenhang mit dem ersten Satz dieser Parascha steht: "Und es wird sein, wenn ihr 'Ekew' diese Gebote hören werdet." Raschi erklärt, dass damit gemeint ist, dass wir auch die Mizwot, die viele als unwichtiger sehen, auf die sie sozusagen mit der Ferse steigen, einhalten sollen, um die Versprechungen zu erhalten, die daraufhin in der Tora folgen.

Das Wort drückt aber auch einen Prüfmaßstab an, inwieweit wir wirklich mit der Tora und den Geboten verbunden sind: Wir gehen, wenn wir nicht aktiv etwas anderes tun, instinktiv dorthin, wohin wir gewöhnt sind zu gehen. Die Füße, die Fersen tragen den Menschen gewissermaßen dorthin, wohin er es gewöhnt ist. So sagt auch König David in den Tehilim: "Ich überlegte meine Wege und meine Beine brachten mich ins Lehrhaus zurück." Damit meinte er, dass er, wenn er nicht darauf achtete, von seinen Beinen ins Beit Midrasch gebracht wurde, weil das der Ort war, an den er zu gehen gewohnt war. Das Wort "Ekew" drückt hier also einen Prüfmaßstab darüber aus, wie sehr man mit den Mizwot verbunden ist.

So wie der Kopf für den Anfang steht, symbolisiert die Ferse als anderes Extrem des Körpers das Ende. Dies kann mit einem Gleichnis illustriert werden:Wenn ein Schüler nicht auf seinen Lehrer hört und nicht beim Unterricht mitmacht, wird sich im Endeffekt der Lehrer durchsetzen. Auch wenn es bis dahin Elterngespräche, Zitierungen zum Direktor, schlechte Noten oder gar einen Schulausschluss geben sollte: Im Endeffekt wird sich der Schüler nicht durchsetzen. Der Lehrer könnte deshalb versuchen, dem Schüler zu erlären, dass er früher oder später wird lernen müssen. Er könnte damit, um es für alle und sich selbst einfacher zu machen auch gleich beginnen. So sagt uns auch G'tt: "Ekew" - am Ende werdet ihr zu mir zurückkehren (so steht es auch ausdrücklich als Prophezeiung in einem Passuk), also kehrt doch lieber gleich zu mir zurück und ersparen wir uns die Zeit, in der ihr nicht alle Mizwot haltet. Wieso braucht es zum Beispiel Raketenbeschuss auf euer Land, damit ihr beginnt, alle zusammen zu beten, Schma Israel zu sagen. Wieso beginnen manche erst als Soldaten in einem Panzer in Gaza Kiddusch zu machen, und nicht in ruhigen Zeiten in ihren Wohnungen? Wir stehen sechs Wochen vor Rosch Haschana, ehe wir es uns versehen beginnen Slichot, bald ist Jom Kippur. Wir können nicht unvorbereitet Rosch Haschana begehen. Wir müssen uns vorbereiten, Tschuwa machen und zu G'tt zurückkehren!


Er quälte dich, er ließ dich hungern und er fütterte dich mit Man, (...) um dir bekannt zu machen, dass der Mensch nicht vom Brot alleine lebt, sondern von allem, was G'ttes Mund verlässt.

Die Gemara in Massechet Joma berichtet, dass seine Schüler Rabbi Schimon Bar Jochai fragten, wieso G'tt das Man täglich und nicht in größeren Abständen, oder überhaupt einmalig in großer Menge auf die Erde kommen ließ. Er erzählte ihnen daraufhin ein Gleichnis: Ein Vater, der für seinen Sohn verantwortlich ist und ihm genug Geld gibt, um einen Tag zu überleben, wird von seinem Sohn täglich besucht werden. Dieser Sohn wird täglich seinen Vater ehren und mit ihm sprechen. Ein Vater, der seinem Sohn aber genug gibt, damit dieser einen Monat, oder noch länger auskommen kann, riskiert, dass sein Sohn ihn nur mehr einmal im Monat oder seltener besucht.

So wäre das Volk auch nur in größeren Abständen zu G'tt kommen, das heißt, es hätte sich nur mehr selten mit seinen Bitten und Gebeten an G'tt gewandt, wenn das Man nicht täglich gekommen wäre. Da es G'tt aber täglich nur einen kleinen Mengen auf die Erde kommen ließ und Portionen von den Vortagen ungenießbar wurden, konnte sich das Volk nie sicher sein, ob es am nächsten Tag noch etwas zu Essen haben wird. Auf diese Weise war sichergestellt, dass die Leute Tag für Tag zu G'tt beteten und ihm so viel näher kamen, als sie ihm gekommen wären, wenn sie nicht so direkt von ihm abhängig gewesen wären.

Denn wie der Passuk sagt: G'tt quälte das Volk und ließ es hungern - denn Hunger entsteht im Kopf, wenn der Mensch nicht weiß, ob er am nächsten Tag noch etwas zu Essen haben wird - um es dann mit Man zu füttern. Und das war so, um dem Volk beizubringen, dass der Mensch nicht vom Brot lebt, welches er bäckt, sondern nur, weil G'tt es so will. Und auch wenn wir, G'tt sei dank, alles haben, müssen wir uns bewusst sein, dass alles von G'tt kommt und es für nichts eine Gewissheit gibt.


In der dieswöchigen Parascha wird dem Volk prophezeit, dass G'tt die Völker, die das Land bewohnen, schrittweise vertreiben wird. Das Volk wird sie nicht schnell vernichten können, damit sich im noch nicht besiedelten Land keine wilden Tiere ansiedeln. Es wird also nie möglich sein, alle Feinde zu vernichten, und es wird immer eine nationale Minderheit im Land geben.

Auf den ersten Blick ist der Text der Tora so zu verstehen, dass die feindlichen Völker aus strategischen Gründen nicht alle sofort besiegt werden sollen, denn sonst würde viel Land brach liegen, wodurch wilde Tiere es bevölkern würden. Doch diese Prophezeiung hat noch eine tiefere Bedeutung.

Als Mosche im Himmel war, um die Tora zu erhalten, wollten die Engel nicht, dass die Tora den Menschen gegeben wird. G'tt forderte Mosche auf zu rechtfertigen, wieso die Juden und nicht die Engel die Tora erhalten sollten. Mosche fragte die Engel daraufhin, ob sie denn überhaupt arbeiten, dass sie einen Ruhetag brauchen, oder ob sie überhaupt Essen oder Eltern haben, um die Gebote von Kaschrut und der Ehrerweisung für Vater und Mutter zu erfüllen. Die Engel, die bisher nur den reinen Text der Tora, also nur die Buchstaben, ohne Abständen zwischen den Wörtern und ohne Punktierung kannten und zuvor von diesen Geboten aus der Tora nichts wussten, akzeptierten diese Argumentation.

Doch Mosche meinte nicht nur, dass die Engel, anders als die Menschen, von den Geboten der Tora betroffen sind, weil sie Essen, Eltern haben und in Häusern wohnen. Er spielte auf einen viel bedeutenderen Aspekt der Gebote an: Die Tora basiert darauf, dass die ihr unterworfenen einen freien Willen haben, sich an sie zu halten oder nicht. Die Engel aber haben keinen freien Willen wie wir Menschen.

Das selbe steht hinter der Prophezeiung, dass wir das Land nicht sofort, und nie vollständig erobern werden. Denn wenn das Volk sofort nach dem Einmarsch nach Israel ohne Probleme alle Feinde besiegt hätte, hätte es keinen wirklich freien Willen mehr gegeben, weil es nicht mehr die Möglichkeit gegeben hätte, nicht an G'tt zu glauben. Wir wären dann wie Tiere, die keinen freien Willen haben.


Die Parascha dieser Woche beginnt mit den Worten "Als Folge davon, dass ihr diese Rechtsordnungen hört und sie achtsam erfüllt, wird es geschehen, dass G'tt, dein G'tt, dir den Bund und die Liebe wahren wird, die Er deinen Vätern geschworen." In diesem Passuk, in dem es um die Belohnung für Mizwot geht, wechselt die Zahl von der Mehrzahl in die Einzahl.

Normalerweise ist für bestimmte Mizwot keine bestimmte Belohnung vorgesehen. Wir wissen nicht, was wir bekommen, wenn wir Tfilin legen, Koscher essen oder Schabbat halten. Die Belohnung hängt nämlich auch davon ab, wie sehr wir uns für eine Mizwa anstrengen. Ist es für uns in einer bestimmten Situation schwer, die Mizwot zu halten, erhalten wir auch einen größeren Lohn. Das heißt nicht, dass wir keinen Lohn für Mizwot erhalten, die uns leicht fallen, aber er ist umso größer, wenn wir uns anstrengen müssen.

Das sehen wir auch in diesem Passuk: Wenn ihr als Volk die Mizwot haltet, gibt es eine Belohnung. Doch was die Belohnung ist, ist für jeden einzelnen Juden individuell, es richtet sich nach seiner persönlichen Anstrengung.

Gerade jetzt, in der Zeit kurz vor Rosch Haschana und Jom Kippur, sollten wir uns noch mehr bemühen, und auch die Mizwot einhalten, die uns schwer fallen, um in diesem Verdienst für ein gutes Jahr eingeschrieben zu werden.


Es ist bekannt, dass der Körper Essen und Trinken braucht, um zu funktionieren. Es ist auch eine Mizwa, auf den Körper und seine Gesundheit zu achten, damit man G'tt dienen kann.

Weniger bekannt ist, dass auch die Seele "Nahrung" braucht. Jedes physische Nahrungsmittel, das wir zu uns nehmen, hat auch eine geistige Kraft, da es, wie alle Gegenstände, durch G'ttes Wort geschaffen ist.

Wenn man nun isst oder trinkt, genießt der Körper diese Nahrung. Doch wie kann die Seele davon profitieren? Dies geschieht durch die Brachot, die wir sagen, bevor wir etwas essen. Dadurch genießen sowohl Körper als auch Seele das Essen, wodurch beide in eine Balance kommen.

Das wird auch in einem Passuk der dieswöchigen Parascha angedeutet, wo steht: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was dem Mund G'ttes entstammt". Damit sind die geistigen Elemente der Nahrung, die Brachot, gemeint.


In der Parascha dieser Woche steht, dass man dem Armen das geben muss, was ihm fehlt. Man denkt dabei im ersten Augenblick wahrscheinlich, dass man dem Armen das geben muss, was er zum Leben notwendig hat, also das, was ihm fehlt.

Die Gmara erklärt aber, dass damit gemeint ist, dass man ihm geben muss, was ihm persönlich fehlt, mit anderen Worten, das was er hatte, bevor er verarmt ist. Unter Umständen muss man ihm also auch eine Kutsche und Dienstpersonal zur Verfügung stellen. Es wird auch die Geschichte von Hillel, dem damaligen Führer des Jüdischen Volks, erzählt, als er einen reichen Mann sah, der plötzlich verarmt ist. Da niemand anderer zur Verfügung stand, stellte er sich vor dessen Wagen und führte ihn durch die Stadt.

Heißt das aber tatsächlich, dass man einer reichen Person, sollte sie verarmen, alles zur Verfügung stellen muss, was sie bereits vorher hatte?

Nach einer Meinung gilt diese Halacha nur in einem sehr kurzen Zeitraum, zwischen der Verarmung und dem Zeitpunkt, an dem dieser Umstand allgemein bekannt wird. Diese Phase ist sehr heikel für den ehemals reichen Menschen, und in dieser Zeit ist es eine Mizwa ihn so zu stellen, als wäre er noch so reich wie vorher.

Einer anderen Meinung nach ist der Verlust des gesamten Vermögens nicht nur eine Geldfrage. Die Person könnte aufgrund dieses großen Verlustes, den sie erlitten hat, auch - G'tt behüte - ihren Glauben verlieren.

"Zdaka" zu geben beinhaltet nicht nur, Geld zu geben. Jemand, der einem armen Geld gibt, erfüllt damit sechs Mizwot, jemand, der ihn mit Worten tröstet oder aufbaut erfüllt damit elf Mizwot. Und es geht um diese Art der Zdaka, die man einem ehemals reichen Menschen in dem Maß geben muss, wie es ihm fehlt. Das bedeutet, dass man ihn nicht schlechter behandelt soll als vorher, dass man ihm Trost zusprechen muss, damit er seinen Verlust verkraftet, ohne seinen Glauben zu verlieren.


Am Anfang der dieswöchigen Parascha verspricht G'tt bei Einhaltung der Mizwot, dass er "jede Krankheit fernhalten" werde. Aus der Formulierung "jede Krankheit" statt "Krankheit" lernt die Gemara, dass dies auch "Ayin Hara" einschließt. Es wird auch erzählt, dass der Raw einmal auf einem Friedhof war und feststellte, dass 99 von 100 Toten an Ayin Hara gestorben sind, und nur einer zu seiner vorbestimmten Zeit.

Es ist wichtig, das Konzept von Ayin Hara richtig zu verstehen. Wenn jemand ein "böses Auge" auf jemand anderen wirft, kann das dem anderen alleine nicht schaden. Doch G'tt ist oft nachsichtig, wenn Menschen sünden begehen, und wartet lange Zeit mit der Bestrafung ab, um dem Sünder die Möglichkeit zu geben, Tschuwa zu machen. Ihm gebührt aber bereits eine Strafe. Wenn - angeregt durch einen neidischen Blick von anderen - überprüft wird, ob das Gute, das ihm widerfährt, gerechtfertigt ist, kann es geschehen, dass G'tt nicht mehr weiter auf seine Tschuwa wartet, sondern die Strafe, die schon seit längerem begründet war, sofort vollzieht.

Die Gemara beschäftigt sich auch mit der Frage, was mit den Lebensjahren derjenigen, die wegen Ayin Hara bzw. wegen ihrer Sünden vor ihrer Zeit sterben, geschieht: Diese Jahre werden Menschen gegeben werden, die ihren Mitmenschen verzeihen, im Streit nachgeben und anderen vergeben.



In der dieswöchigen Parascha wird uns die Mizwa des Birkat Hamason, des Tischgebets, gegeben. Im Passuk steht: "We'achalta, wesawata uwerachta" - "Du isst, du bist satt und du segnest". Daraus leitet man ab, dass man nach dem Genuss einer Speise eine Bracha sprechen muss. Aber woher nimmt man, dass man auch vor dem Verzehr eine Bracha sprechen muss?

Die Gmara erklärt, dass das ein Kal Wachomer, ein Größenschluss ist: Wenn man sogar nach dem Essen, wenn man satt ist, G'tt segnen muss, dann umso mehr, bevor man gegessen hat, wenn man noch hungrig ist.
Doch dieser Größenschluss ist nicht unbedingt verständlich: Wenn man satt ist, ist es normal, sich bei G'tt dafür zu bedanken. Aber wieso kann man daraus schließen, dass man auch vor dem Essen, wenn man noch hungrig ist, eine Bracha sagen muss?

Für das Sprechen des Birkat Hamason gibt es zwei Gründe: Man bedankt sich bei G'tt, und man zeigt seinen Glauben, dass G'tt uns Essen gibt und ernähren kann.
Und den Glauben kann man besser ausdrücken, bevor man gegessen hat. Deshalb sagen wir vor dem Essen eine Bracha, mit der wir unseren Glauben daran ausdrücken, dass G'tt uns ernähren kann, und nach dem Essen das Tischgebet, um uns bei G'tt zu bedanken.


In der Parascha der letzten Woche kam der erste Absatz des Schma Israel vor, und in der dieswöchigen Parascha finden wir den zweiten Absatz. Dessen letzter Satz lautet: "Damit eure Tage und die Tage eurer Kinder zahlreich werden in dem Land, von dem G'tt euren Vätern versprochen hat, es ihnen zu geben, wie die Tage des Himmels über der Erde."

Der letzte Teil, "wie die Tage des Himmels über der Erde", macht auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn. Doch die Erklärung zu diesem Passuk hat einen sehr aktuellen Bezug:

So wie es den Himmel über der Erde gibt, und so wie es Sonne, Mond und Sterne gibt, so wie jeder Tag gleichmäßig immer schon nach den Naturgesetzen verläuft, genau so selbstverständlich gehört das Land Israel, das G'tt unseren Vorvätern versprochen hat, uns.

Gerade in der heutigen Situation ist es deshalb besonders wichtig, diesen Passuk, den wir zweimal täglich im Schma Israel sagen, mit besonderer Konzentration zu sagen, denn wenn wir uns täglich daran erinnern, dass das Land uns gehört, werden auch die anderen Völker daran glauben, dass Erez Israel uns gehört.